ST vor Ort

Sie will die Gräfrather an vielen Stellen einbinden

Das Tageblatt traf die neue Bezirksbürgermeisterin Ruth Fischer-Bieniek am Gräfrather Markt.
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Das Tageblatt traf die neue Bezirksbürgermeisterin Ruth Fischer-Bieniek am Gräfrather Markt.

Ruth Fischer-Bieniek (Grüne) ist seit fünf Monaten Bezirksbürgermeisterin in Gräfrath.

Von Andreas Tews

Solingen. Dr. Ruth Fischer-Bieniek ist derzeit viel unterwegs in Gräfrath. Als neue Bezirksbürgermeisterin hält sie es für wichtig, im Stadtteil bekannt zu werden. Die Grünen-Politikerin besucht Veranstaltungen, Vereinstreffen und Unternehmen, war auch schon zu Gast in den Museen und in der Fauna. Viel Wert wolle sie darauf legen, mit Akteuren des Stadtteils, aber auch mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Denn die will die 64-Jährige bei wichtigen Entscheidungen einbinden.

Bei ihrem Amtsantritt Ende Januar war Fischer-Bieniek die dritte Gräfrather Bezirksbürgermeisterin innerhalb von 14 Monaten. Was auf den ersten Blick nach politisch unruhigen Zeiten klingt, war aber auf tragische Umstände oder persönliche Gründe bei den Amtsvorgängern zurückzuführen. Der langjährige Bezirksbürgermeister Udo Vogtländer (SPD) starb im November 2020 plötzlich, sein eilends gefundener Nachfolger Peter Hanz (SPD) musste feststellen, dass das Amt mit seinem Beruf zeitlich nur schwer zu vereinbaren ist.

So erhielten die Grünen in Gräfrath – im dritten Anlauf nach gescheiterten Versuchen in Burg/Höhscheid und Mitte – endlich die ersehnte Bezirksbürgermeisterin aus den eigenen Reihen. Dass dadurch jetzt ein besonderer politischer Druck auf ihr laste, hat Ruth Fischer-Bieniek bisher nicht festgestellt.

Als Bezirksbürgermeisterin will sie zwar überparteilich sein. Dennoch will sie grüne Themen in Gräfrath voranbringen. Dazu zählt die Bezirksbürgermeisterin eine Neuausrichtung des Verkehrs im alten Ortskern, den Umgang mit der geplanten Wuppertaler Bodenrecyclinganlage an der Stadtgrenze und auch den Kampf gegen ein geplantes Gewerbegebiet Fürkeltrath II. Aber vor allem bei letzterem Punkt sei sich die Gräfrather Politik auf breiter Ebene einig.

Fischer-Bieniek lebt seit 14 Jahren in Gräfrath

Einbringen will sich Ruth Fischer-Bieniek unter anderem in das derzeit laufende Verfahren zum neuen städtischen Nahverkehrsplan. Sie wünscht sich neue Buslinien der Stadtwerke, die Gräfrath besser mit den benachbarten Stadtteilen verbinden. „Wir hoffen zum Beispiel auf eine neue Buslinie nach Wald“, erklärt sie im ST-Gespräch. Diese sollte nach ihrer Meinung über den Eipaß führen und dadurch auch die dortigen Anwohner besser an den Öffentlichen Personennahverkehr anbinden. Die entsprechende Kleinbuslinie nach der Erprobungsphase wieder einzustellen, war aus ihrer Sicht seinerzeit ein Fehler.

In Gräfrath lebt die Ärztin und Mikrobiologin seit 14 Jahren. Politisch aktiv ist sie aber erst seit Anfang 2019. Da trat sie in die Partei der Grünen ein. Fast direkt, so erinnert sie sich, sei sie dann aber in den Kreisvorstand gewählt worden. Mittlerweile ist sie nicht nur Bezirksbürgermeisterin und damit auch Angehörige der Gräfrather Bezirksvertretung, sondern auch Ratsfrau.

Führungserfahrung sammelte sie bisher vor allem in ihrem Beruf. Obwohl sie jahrelang Geschäftsführerin in Unternehmen war, die medizinische Labore betreiben und sie regelmäßig 200 Mitarbeiter unter sich hatte, sieht sie sich nicht als „Alpha-Tier“. „20 Jahre in Führungspositionen gelingen nur, wenn man Überzeugungsarbeit leistet.“ Dies wolle sie auch in der Funktion der Bezirksbürgermeisterin beherzigen.

Vor einem Jahr ist sie beruflich wieder in die zweite Reihe getreten, arbeitet als Laborärztin. Einen ruhigen Job hat sie dort nicht – nicht zuletzt durch die Folgen der Pandemie. Die zeitliche Dreifach-Belastung (Beruf, Rat, Bezirksvertretung) sieht Ruth Fischer-Bieniek zwar als Herausforderung. Sie betont aber: „Das Amt gibt einem aber auch viel zurück.“

Stadtteil-Serie

Bei unserer Stadtteilserie beginnt heute die Gräfrath-Woche. Weitere Themen werden unter anderem die Verkehrssituation im Ortskern und die Bodenrecyclinganlage sein. Morgen berichten wir, wie es bei der Heimatwerkstatt weitergeht.

Das Tageblatt wirft einen genauen Blick in die Stadtteile

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