Sie sehnen sich zurück nach der Manege

Circus Traber gastiert wieder in Ohligs

Ron (l.) und Remo Traber proben schon mal ihre Jonglage-Nummer und freuen sich auf ihr Publikum.
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Ron (l.) und Remo Traber proben schon mal ihre Jonglage-Nummer und freuen sich auf ihr Publikum.

Die Familie lässt sich von der gegenwärtigen Krise nicht erschüttern.

Von Kristin Dowe

Solingen. Neugierig treten zwei Pferde an die Abzäunung auf dem Schützenplatz heran, als sich Besuch nähert, und auch die Hunde machen sich lautstark bemerkbar. Nach mehr als zwei Jahren unfreiwilliger Corona-Pause gastiert Circus Traber wieder in Ohligs. Nicht nur den Tieren ist die Aufregung anzumerken, auch die Zwillingsbrüder Ron und Remo Traber können es kaum erwarten, endlich wieder in der Manege zu stehen: „Wir kommen schon seit Jahren einmal im Jahr nach Solingen und freuen uns nach der langen, schwierigen Zeit jetzt wahnsinnig auf unser Publikum“, sagt Artist Ron Traber. „Zwischendurch kamen uns Zweifel, ob wir das alles schaffen werden. Aber wir haben uns immer gesagt, dass wir irgendwann wieder auf Tournee gehen werden.“

So lässt sich die Zirkusfamilie, die ihren kleinen Zirkus bereits in siebter Generation betreibt, auch von der gegenwärtigen Krise nicht erschüttern – wenngleich die Auswirkungen deutlich zu spüren seien. „Die Betriebskosten, um nur einmal das Heizen und den Transport zu nennen, sind deutlich gestiegen. Auch in Werbung müssen wir sehr viel Geld stecken – vor allem Flyer und Plakate sind durch die hohen Papierkosten gerade ziemlich teuer“, sagt der Künstler. Aufhören sei für die Brüder trotz aller Schwierigkeiten der vergangenen Jahre nie eine Option gewesen. „Wer einmal Zirkusluft geschnuppert hat, kommt nie wieder davon los.“

Die Zuschauer erwartet bei der ersten Vorstellung heute Abend eine Show mit klassischem Zirkusprogramm – von Clownerie über Artistik bis hin zu Kunststücken mit Tieren sei alles dabei, verraten die Trabers. Gerade was den Einsatz von Tieren betrifft, müsse sich die Zirkusfamilie immer wieder kritischen Fragen rund um Tierschutzbelange stellen. „Ich finde es gut, wenn Leute einfach nachfragen und bei uns einen aufmerksamen Blick hinter die Kulissen werfen. Denn wir gehen sehr offen mit diesem Thema um“, betont Ron Traber.

Die Familie arbeitet mit Pferden, darunter auch Ponys, sowie Hunden, deren Wohl allen sehr am Herzen liege. „Wir haben ein feines Gespür dafür, wenn es einem Tier mal nicht so gut geht, dann nehmen wir es aus der Vorstellung auch heraus.“ Auch gebe es für die Tiere immer wieder längere Verschnaufpausen, und das Veterinäramt kontrolliere einmal in der Woche unangekündigt die Haltungsbedingungen. „Wir nehmen Rücksicht auf die Bedürfnisse unserer Tiere“, ist Ron Traber wichtig.
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Brüder hatten mit neun Jahren ihren ersten Auftritt

An das Nomadenleben haben sich die 26-jährigen Zwillingsbrüder längst gewöhnt und konnten sich beruflich nie ernsthaft etwas anderes vorstellen, sagen beide. Ihren Stammwohnsitz hat die Familie in Neuss und ist ansonsten in mehr als 30 Städten Nordrhein-Westfalens zu Hause, die sie über das Jahr verteilt bereist.

Mit neun Jahren hatten Ron und Remo Traber ihren ersten Auftritt, einer der Clowns, heute 17 Jahre alt, entzückte schon mit fünf Jahren die Zuschauer. „Wir wurden von unserer Familie spielerisch an die Artistik herangeführt. Und man merkt als Kind schnell, welche Talente man hat“, blickt Remo Traber zurück. Durch Corona hätten beide Brüder besonders gemerkt, wie sehr sie am Zirkusleben hängen.

Für ihre Ideen lasse die Familie sich im Internet oder bei anderen Zirkussen inspirieren, ihr Programm erfordert neben intensivem Training und regelmäßigen Proben viel Kreativität. Das Ergebnis können sich kleine und große Zirkusfans heute Abend auf dem Schützenplatz anschauen – bei Popcorn und Zuckerwatte, wie es sich für den Zirkus gehört.

Vorstellungen

Termine: Circus Traber macht von heute (30. September) bis Sonntag, 9. Oktober, auf dem Schützenplatz Station. Vorstellungsbeginn ist am heutigen Freitag um 17 Uhr, Montag um 16 Uhr, Dienstag bis Freitag um 17 Uhr, Samstag um 16 Uhr, Sonntag, 2. Oktober, 15 Uhr sowie Sonntag, 9. Oktober, um 11 Uhr.

Preise: Erwachsene zahlen in der günstigsten Kategorie 16 Euro, Kinder 14 Euro an der Zirkuskasse.

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