Tradition

Sie feiern seit über drei Jahrzehnten Fußballfeste

Bernd Jüntgen hat die Box mit den Tipps, die die Gemeinschaft Untenhöhscheid abgegeben hat, fest im Griff. Foto: Christian Beier
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Bernd Jüntgen hat die Box mit den Tipps, die die Gemeinschaft Untenhöhscheid abgegeben hat, fest im Griff.

Aus dem Ongenhühscheider Hühnersuppen-Fußball-Club wurde die Tippgemeinschaft Untenhöhscheid.

Von Karl-Rainer Broch

Das kleine Sommermärchen der Tippgemeinschaft Untenhöhscheid nahm am Dienstagabend mit der deutschen 0:2-Niederlage gegen England ein jähes Ende. Die 22 Mitglieder, die für die laufende Europameisterschaft 2020 ihre Prognosen abgegeben haben, müssen sich nun auf das Endspiel konzentrieren, das wie geplant im EM-Zelt von Bernd Jüntgen verfolgt wird. Die Viertel- und Halbfinalspiele – ohne Deutschland – werden jetzt im kleineren Kreis in der Garage von Peter Quarch, wahrscheinlich mit einer kleinen Träne im Auge gesehen.

Seit 1986 trifft sich die Tippgemeinschaft Untenhöhscheid bei allen Welt- und Europameisterschaften sowie dem Confed Cup, feiert die Spiele, und einer wird dann für seine guten Prognosen mit dem großen, drei Liter fassenden Glas-pokal ausgezeichnet, in den die Namen aller Mit-Tipper eingraviert sind. Ausgeschüttet wird der Einsatz – früher 20 DM, jetzt 15 Euro – an die drei besten Fußball-Experten. Organisator und Mitgründer Bernd Jüntgen ergänzt: „In diesem Jahr werden das rund 100 Euro für den Sieger sein. Preise gibt es für ein Drittel der Teilnehmer, und für den letzten haben wir dann noch einen Trostpreis.“

Angefangen hat es vor 35 Jahren mit dem Ongenhühscheider Hühnersuppen-Fußball-Club: die Fußball-Fans der Hofschaft trafen sich zum gemeinsamen Spiele-Sehen. Peter Quarch erklärt den Namen: „In der Pause kam die Hühnersuppe heiß auf den Tisch. In den 90er Jahren ging es dann ohne Hühnersuppe mit Grillfleisch weiter.“

Außerdem wurde die Gruppe auf den eingedeutschten Namen „Tippgemeinschaft Untenhöhscheid“ umbenannt. Vertreten sind alle Altersgruppen von jung bis alt, zu den Senioren zählen zum Beispiel der ehemalige Gastwirt Tillmann Weber und der Landwirt Volkhard Kaufmann. Auch die jüngste Generation ist vertreten. Der 22-jährige Dennis Jüntgen wurde 1998 in die Gruppe hineingeboren und nahm schon als kleines Kind an dem Tippvergnügen der Eltern und Freunde teil. Jetzt gehört er natürlich auch zu den 22 angemeldeten Tippern.

Einst kamen Fußballschule als Deko auf die Stoßstangenhörner der Ente

Die letzten Pokalgewinner Michael Sandmöller (EM 2016) und Udo Steinheuer (WM 2018) versuchen in diesem Jahr ihre Experten-Qualitäten zu bestätigen und machen wieder mit. Steinheuer tippte 2018 den Weltmeisterschaftstitel mit Frankreich genau richtig, lag aber mit Deutschland als „Vize“ komplett daneben.

Am Dienstag war das EM-Partyzelt wieder mit vielen Flaggen und Fußball-Souvenirs geschmückt. Peter Quarch und viel Hilfspersonal hatten die Versorgungszone mit drei gefüllten Kühlschränken und einem großen Grill und der Spüle eingerichtet: „Viele in der Hofschaft sind handwerklich tätig, und wir helfen uns auch zu anderen Zeiten gegenseitig.“ Über die Enttäuschung am Dienstagabend waren die Besucher schnell weg und verbreiteten trotz eines zwischenzeitlichen Wolkenbruchs noch viel Stimmung. Die Corona-Regeln dabei wurden auch beachtet, so Peter Quarch: „Jeder der angemeldeten Teilnehmer musste sich in die Nachverfolgungsliste eintragen.“

Dabei schwelgten vor allem die Älteren in Erinnerungen und warteten mit Anekdoten auf. So hatte man bei der Weltmeisterschaft 2006 den 2 CV von Udo Rau umdekoriert. Die Türen der „Ente“ zeigten verschiedene Länderfahnen, Fußballschuhe kamen auf die Stoßstangenhörner, und die 1974er WM-Maskottchen Tipp und Tapp fanden auch einen Platz im Auto.

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