Sie erfindet sich als Familienbegleiterin neu

Jennifer Preuß hat bei den Kursen ihrer Familienbegleitung Herzblättchen auch stets ihren jüngsten Sohn Finn (11 Monate) mit dabei. Foto: Roland Keusch
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Jennifer Preuß hat bei den Kursen ihrer Familienbegleitung Herzblättchen auch stets ihren jüngsten Sohn Finn (11 Monate) mit dabei.

Jennifer Preuß will junge Eltern kurz nach der Geburt unterstützen – auch mit Aquafitness für Schwangere und Babymassagen

Von Michelle Jünger

Mit der Geburt eines Kindes verändert sich das ganze Leben – die Partnerschaft, das Zusammenleben als kleine Familie und auch Beziehungen und Prioritäten. Doch das alles ist eine Entwicklung, die gerne auch Unterstützung und Begleitung braucht.

Das liegt insbesondere Jennifer Preuß aus Wermelskirchen am Herzen. Die Mutter von drei Kindern ist seit kurzem als Familienbegleiterin im Bergischen Land unterwegs. Zuvor war sie als Journalistin auch beim ST tätig, aber das habe einfach nicht mehr zu ihren Lebensumständen gepasst. Nun möchte Jennifer Preuß vor und nach der Geburt für Familien da sein.

„Geburten per Kaiserschnitt werden in der Vorbereitung sehr stiefmütterlich behandelt.“

Jennifer Preuß, Familienbegleiterin

Ausschlaggebend während der Pandemie das Leben umzukrempeln waren die eigenen Erfahrungen als Mutter. Insbesondere die eigenen Kaiserschnitte und Stillprobleme hätten ihr gezeigt, wie sehr ihr Unterstützung und Wissen gefehlt hätten. „Als bei meinem ersten Kind auf einmal ein Kaiserschnitt gemacht werden musste, war ich darauf total unvorbereitet. Geburten per Kaiserschnitt werden in der Vorbereitung sehr stiefmütterlich behandelt“, sagt sie.

Mütter, die aus medizinischen Gründen auf diese Art entbinden müssen, sollten einfach wissen, was auf sie zukommt. Die Schmerzen, wie man sich bewegen muss, wie man die Narbe pflegt. Preuß befürwortet in jedem Fall eine natürliche Geburt, aber manche Situationen können einen Kaiserschnitt eben notwendig machen.

„Mir wäre es wichtig, dass die Mütter auch etwas Schönes an der Geburt sehen können und es sie nicht einfach überrumpelt“, fügt sie hinzu. Die Inspiration dazu hatte sie selbst durch die Hebamme, die sie und ihren jüngsten Sohn betreut hat. So viel Herzblut und Engagement habe darin gesteckt.

Die Begleitung hört bei Jennifer Preuß nach der Geburt nicht auf. Es helfe auch vielen, wenn sich Mütter mit ähnlichen Erfahrungen austauschen könnten. Denn leider werde über das Kind gerne vergessen, auf die Mutter und deren Erlebnisse einzugehen.

Jennifer Preuß hat aber auch noch andere Qualifikationen während der zweijährigen Ausbildung zur Familienbegleiterin erlangt. Unter anderem bietet sie auch Kurse zum Thema Babymassage und Spielgruppen an. Ihr Angebot ist außerdem bindungs- und nicht förderorientiert. Gerade die ersten Wochen seien unheimlich wichtig dabei und die Bindung zwischen Eltern und Kind bestimmten das gesunde Aufwachsen des Kindes.

„Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zupft“, erklärt sie ihr Konzept. Die Entwicklung eines jeden Kindes sei sehr individuell und die Zeiträume des Erlernens groß. Da solle man nicht mit anderen Kindern vergleichen. Manche Kinder lernten früher laufen, andere eben später.

Auch die Veränderung der Partnerschaft wird begleitet

Deswegen beschäftigen sich teilnehmende, werdende Eltern bei ihr mit den Phasen der kindlichen Entwicklung, Schlafen, Stillen und auch Beschäftigung. Durch Austausch könnten Probleme oder Sorgen oft gelöst werden oder man bekomme Anregungen fürs Spielen.

Bei ihrer Arbeit legt die Familienbegleiterin auch Wert auf die Partnerschaft der Eltern. Die Dynamik verändere sich sogar über die Beziehung hinaus und bei ihren Spielgruppen habe man so die Möglichkeit, ein neues Netzwerk aufzubauen. „Durch Kinder ändert sich zum Beispiel viel im Freundeskreis. So bekommt man aber auch neue Freunde dazu, die ebenfalls Kinder haben“, sagt Preuß.

Ihre Kurse bietet die Familienbegleiterin in mehreren bergischen Städten an. Ab Mai werde es in Remscheid Kurse für Babymassage und Säuglingspflege bei der Familienbildungsstätte „Die Wiege“ geben. In Solingen können Schwangere heute zur Aquafitness gehen, in Leichlingen und Langenfeld leitet sie Spielgruppen.

Zukünftig möchte Jennifer Preuß unter anderem auch in Wermelskirchen Fuß fassen, da das Angebot viel größer sein könnte und auch sein sollte.

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