Schwerer Verdacht

Sexualdelikt an Seniorin ist geklärt

Oberstaatsanwalt Wolf Tilman Baumert. Archivfoto: Michael Sieber
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Oberstaatsanwalt Wolf Tilman Baumert.

Vergleich von DNA-Spuren führte zum Tatverdächtigen. Er ist wegen Vergewaltigung vorbestraft.

Von Hans-Peter Meurer

Ein 48-jähriger Solinger steht unter dem schweren Verdacht, sich sexuell übelst an einer wehrlosen, stark pflegebedürftigen Seniorin in einer Pflegeeinrichtung der Solinger Innenstadt vergangen zu haben. Der bereits einschlägig vorbestrafte Tatverdächtige ist schon am 8. Juni festgenommen worden. Er schweigt sich bislang zu den Tatvorwürfen aus. Ein Solinger Richter schickte den Mann wegen erdrückender Beweise dennoch in Untersuchungshaft.

Das Sexualdelikt an der bettlägerigen Seniorin soll bereits am späten Abend des 26. oder oder in der Nacht zum 27. Mai geschehen sein. Jedenfalls informierten Bedienstete des Heimes am Morgen des 27. Mai die Polizei.

Auf die Spur des Mannes kam die Kriminalpolizei dann rasch, weil gegen ihn bereits wegen eines anderen schweren Sexualdelikts ermittelt worden war: Vor 23 Jahren war der damals erst 25-jährige Solinger nach wochenlangen Ermittlungen einer Sonderkommission überführt worden, eine 17 Jahre alten Solingerin vergewaltigt zu haben.

Er hatte 1995 der jungen Frau in einem Solinger Waldstück aufgelauert und sie dann vergewaltigt. Das Landgericht Wuppertal verurteilte ihn daraufhin zu einer sechsjährigen Haftstrafe, die er auch nahezu komplett absaß.

Damals musste der Täter auf richterlichen Beschluss hin eine DNA-Probe abgeben, die ihn 1995 letztlich überführte. Der heute 48-Jährige wurde daraufhin in die DNA-Kartei des Bundeskriminalamtes aufgenommen, war also gespeichert.

Spuren des mutmaßlichen Täters, die die Kriminalpolizei jetzt am Tatort in dem Solinger Altenpflegeheim fand, wurden routinemäßig mit der DNA-Spurenkartei des Bundeskriminalamtes verglichen. „So sind die Kripobeamten jetzt schnell auf den Tatverdächtigen gestoßen“, sagte Oberstaatsanwalt Wolf Tilman Baumert, Pressesprecher der Anklagebehörde am Dienstag.

Tatverdächtiger soll über das Zimmerfenster eingestiegen sein

Der 48-Jährige wohnt nach ST-Recherchen in unmittelbarer Nachbarschaft des betroffenen Seniorenheimes. Wie sich der Mann Zutritt zu dem Zimmer verschafft hat, ist noch unklar. „Wir gehen inzwischen davon aus, dass er durch das Fenster eingestiegen ist“, sagte Baumert. „Der 27. Mai war mit über 30 Grad Celsius einer der bislang wärmsten Tage in diesem Jahr, so dass davon auszugehen ist, dass das Fenster des Opfers geöffnet war.

Weitere Informationen wie Details zum Tathergang will Baumert derzeit nicht öffentlich machen. Der Oberstaatsanwalt: „Alles andere ist Täterwissen. Und wir müssen auch an den Schutz des Opfers denken.“

Lesen Sie auch: Sexualstraftat in Seniorenunterkunft: Solinger in Untersuchungshaft

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