Pflege- und Adoptivelterninitiative "Pflegel"

Sie setzen sich für Pflegekinder ein

Sie bieten Pflegefamilien über den Verein ehrenamtlich Informationen und Angebote: Petra Müller (links) und Claudia Thoste. Foto: Daniela Tobias
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Sie bieten Pflegefamilien über den Verein ehrenamtlich Informationen und Angebote: Petra Müller (links) und Claudia Thoste.

Der Verein „Pflegel“ gibt Unterstützung – für Eltern, die betreuen, und für die Kinder selbst.

Von Daniela Neumann

Auf ihr erstes Pflegekind hat Claudia Thoste so lange gewartet wie auf jedes ihrer vier eigenen Kinder: neun Monate. Vor der Pflege-Tätigkeit gab es den üblichen, mehrmonatigen Anerkennungsprozess: Führungszeugnis, Formulare, Lebenslauf – alles muss eingereicht werden.

Diesen Weg ist auch Petra Müller gegangen. Sie hat keine leiblichen Kinder. „Dabei hat mich der Verein gut unterstützt“, sagt die heute 49-Jährige. Der Verein, das ist die Pflege- und Adoptivelterninitiative Solingen, kurz „Pflegel“.

Was Pflege in der Praxis heißt, ist für jede Pflegefamilie anders. Warum Kinder eine Zeit lang oder dauerhaft nicht bei ihren leiblichen Eltern leben können, sei ganz unterschiedlich: „Verwahrlosung, Vernachlässigung, Alkohol, Drogen, Gewalt“, fängt Petra Müller an aufzuzählen.

Ob ein Kind nun eine kranke Mutter, ein sogenanntes fetales Alkoholsyndrom, ein Handicap oder eine Entwicklungsstörung hat: „Es geht darum, die Kinder da abzuholen, wo sie stehen“, erklärt Müller.

„Der Verein ist da, damit Kinder untereinander Kontakt haben.“

Claudia Thoste

Mit Claudia Thoste als ebenso erfahrener Pflegemutter organisiert Müller mittlerweile selbst für den Verein „Pflegel“ Informationstreffen für Ratsuchende: Sie ist Thostes Stellvertreterin, Thoste selbst ist die Vorsitzende.

Derzeit steckt die 44-Jährige samt Kollegen mitten in den Vorbereitungen für den Fachtag am 25. Juni in der Kita „Grüner Drache“ an der Herberger Straße – unweit des Städtischen Klinikums. Bei allen Planungen arbeite man sehr bedarfsorientiert, erklärt Claudia Thoste: „Wir fragen die Bedürfnisse unserer Mitglieder regelmäßig ab.“ 39 Familien seien aktuell dabei. Den Pflegeeltern will man neben vielen Informations-Angeboten Gelegenheit zum Austausch geben. Dieses Jahr organisiert der Verein zum ersten Mal eine Familienfreizeit.

Bereits vier Mal haben Thoste und Müller mit ihrem Team ein großes Zirkus-Projekt auf die Beine gestellt, zuletzt 2015 mit der evangelischen Jugend Ohligs als Kooperationspartner.

Es gibt Dauerpflege, Sonderpflege und Kurzzeitpflege

Der fünfköpfige Vorstand führt den ursprünglichen Gründungszweck der Initiative fort, eine Anlaufstelle für alle zu sein, die das Thema Pflege und Adoption betrifft. „Der Verein ist auch dafür da, damit die Kinder untereinan

PFLEGEL

VORSTAND Vorsitzende Claudia Thoste, stellvertretende Vorsitzende Petra Müller, Heidi Schmeil (Öffentlichkeitsarbeit), Kassierer Michael Lautenschläger, Schriftführerin Susanne Ernst 

ANGEBOTE Monatlich montags, 9.30 bis 11.30 Uhr: Frühstück für Pflege- und Adoptivfamilien, Kinderbetreuung und Büfett, Uhlandstraße 98b, 5 Euro für Nichtmitglieder. Termine: 22. Februar, 14. März, 25. April, 23. Mai und 27. Juni. Stammtisch: 17. Februar, 10. Mai, je ab 19.30 Uhr, wechselnde Orte. 

KONTAKT Telefon (01 62) 9 18 72 83 oder per E-Mail: vorstand@pflegel-solingen.de

der Kontakt haben“, erzählt Thoste.

So merke ein Kind, dass es nicht allein sei und nicht als einziges Kind weit und breit „nicht aus dem Bauch der Mama“, der Pflegemutter, gekommen sei.

Neben der Dauerpflege, die sich einzig in rechtlichen Befugnissen von der Adoption unterscheidet, gebe es zum einen noch die Sonderpflege für Kinder mit erhöhtem Erziehungsaufwand, die also in irgendeiner Form besonders verhaltensauffällig sind. Zum anderen könne man als Pflegeperson Bereitschafts- oder Kurzzeitpflege anbieten.

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