Mit Abstand

Session-Fans genießen Coderas Open-Air-Konzert

Auf Distanz genossen 300 Besucher im Südpark die Session von Wolf Codera. Kommenden Donnerstags folgt die nächste Show. Foto: Tim Oelbermann
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Auf Distanz genossen 300 Besucher im Südpark die Session von Wolf Codera. Kommenden Donnerstags folgt die nächste Show.

300 Besucher hielten diszipliniert Abstand – elektronisches Warnsystem funktionierte nur eingeschränkt.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Endlich wieder groovige Klänge von der Bahnsteigkante des ehemaligen Hauptbahnhofs hinunter zu feierfreudigem Publikum. Endlich wieder ein lauer Sommerabend im „Atrium“ des Südparks hinter dem Lokal Steinhaus, angefüllt mit Musik, die Seele und Herz zu den Rhythmen mitschwingen ließen.

Dirk Sengotta, Marin Subasic, Mirko van Stiphaut, Günter Asbeck als mitreißende Band sowie Anna Schenk und Jay Oh mit ausdrucksstarken und voluminösen Stimmen waren die „Kerngäste“, die Gastgeber Wolf Codera diesmal zum gemeinsamen Musikmachen eingeladen hatte. Dazu kamen die Solinger Jannik Föste und Luisa Skrabic sowie als Überraschungsintermezzo Colin Cooper und Nick Montes sowie „Christine“ als „Talent oft the Month“.

Sowohl bei den Protagonisten als auch bei den Besuchern war die Erleichterung von den Gesichtern abzulesen, dass sich dieses Stückchen Solinger Kultur wieder zurückmelden durfte – wenn auch in einer Corona-Version ohne Pause, mit Mund-Nase-Masken, Laufwegesystem und einzuhaltendem Mindestabstand zueinander. Heide Jüngel zum Beispiel, Besitzerin eines der Support-Tickets, mit deren Verkauf die Solinger „special guests“, Jannik Föste und Luisa Skrabic on top finanziert wurden, hatte sich gerne und gelassen in die Warteschlange beim Einlass eingereiht – bis sie abgeholt und zu ihrem reservierten Platz gebracht wurde. Dass die Schlange zwischenzeitlich fast bis zur Höhe des Restaurants „Stückgut“ reichte, nahm sie locker. „Ist doch klar, dass da heute besonders intensiv gecheckt und kontrolliert werden muss“, sagte sie verständnisvoll und ließ sich gerne die Wartezeit mit Live-Tönen von Wolf Codera und Jannik Föste vertreiben, die spontan schonmal Saxofon und Stimme einsetzten und Vorab-Feeling verbreiteten. Er sei „echt happy“, mal endlich wieder vor Publikum stehen zu können, sagte Jannik Föste. „Ich war vor Corona schon Monate im Studio für mein Album und zusammen damit war diese auftrittslosen Monate seit Frühling jetzt richtig hart und lang“.

Session Possible: Abstandswarnsystem produzierte Dauer-Brummtöne

Und auch bei Wolf Codera überdeckte unterm Strich die Freude, „dass es wieder losgeht“ den Unmut darüber, dass das Abstandswarnsystem, auf das er für dieses erste Konzert unter Corona-Bedingungen gesetzt hatte, mehr als schwächelte: Viele der Geräte, die nur bei der Unterschreitung des Mindestabstands zur nächsten fremden Person alarmmäßig vibrieren sollten, waren im Dauer-Brumm-Modus und folglich nicht einsatztauglich.

„Distanz halten, sonst müssen wir abbrechen.“

Luisa Skrabic, Session-Moderatorin

Luisa Skrabic, nicht nur als Sängerin, sondern auch als Moderatorin im Einsatz, bat schließlich vor Beginn von der Bahnsteig-Bühne herunter um eiserne Disziplin beim Distanzhalten und Maske tragen. „Sonst können wir das Ganze nicht weitermachen und müssen abbrechen“. Auch Codera bat inständig um die Einsicht seines Publikums „Sonst dürfen wir sowas wie heute Abend nicht mehr machen. Und das wäre für uns Künstler eine echte Katastrophe“, sagt er.

Die Appelle wirkten: Schnell hatten sich die 300 Session-Fans auf dem gesamten Eventgelände verteilt und bevölkerten sowohl sitzend die großen Steinstufen als auch stehend den Platz vor dem Bahnsteig. Mehr und mehr stellte sich das bekannte und lange vermisste Codera-Feeling ein: Mit einsetzender Dunkelheit tat die stimmungsvolle Beleuchtung das Ihre noch dazu.

Neue Session am 27. August

Am 27. August um 20 Uhr findet erneut eine Session-Possible statt – wieder auf dem Gelände hinter dem ehemaligen Bahnhof. Mit dabei sein werden: Naomi Khimji-Feld (Gesang), Jeffrey Amankwa (Gesang), Jordi Repkes (Gitarre), Freddi Lubitz (Gesang und Bass), Xaver Fischer (Keyboards), Ettore Olla (Schlagzeug) und Wolf Codera (Saxofon). Falls genügend Artist Support Tickets verkauft werden, kommen Luisa Skrabic und Jannik Föste (der im letzten Jahr bei „The Voice of Germany“ dabei war) wieder dazu.

Als selbstständige Musikerin ist auch Luisa Skkabic besonders betroffen von der Corona-Krise. Von einem Tag auf den anderen brachen Auftritte weg. Während der Corona-Krise gibt sie Hofkonzerte.

Zieht die Konzertreihe Session Possible nach Wald um? Nach dem Verkauf der Ohligser Festhalle ist der Musiker Wolf Codera auf der Suche nach einem neuen Veranstaltungsraum für seine Konzertreihe.

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