Konzert

Sensibles Gespür für romantische Töne

Kammermusik vom Feinsten präsentieren die sechs Musiker. Doch es kamen nur wenige Zuhörer.
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Kammermusik vom Feinsten präsentieren die sechs Musiker. Doch es kamen nur wenige Zuhörer.

Ensemble Helix Kammermusik gab fulminantes Konzert in der Stadtkirche.

Von Andreas Erdmann

Solingen. Unter dem Motto „Viva la Musica“ – es lebe die Musik – gab das sechsköpfige Ensemble Helix Kammermusik ein fulminantes Konzert in der evangelischen Stadtkirche am Fronhof. Darin präsentierten die Musiker um den in Kasachstan geborenen Cellisten Dmitrij Gornowskij eine abwechslungsreiche musikalische Reise durch vier Jahrhunderte. Bratschistin Annemarie Leschinski moderierte das Programm.

Den Auftakt setzten die Streicher mit einer fröhlich lebhaften Interpretation der Symphonie RV 146 des italienischen Barockkomponisten Antonio Vivaldi. Dabei gab Alexander Tschernousov am Kontrabass schwungvoll den Takt an. Von den beiden Violinistinnen Irina Simakova und Hayley Bullock dürfte letztere vielen Solingern bekannt sein. Die australische Musikerin, mit vier Jahren das Geigenspiel begann, spielte von 2020 bis 2021 als stellvertretende Stimmführerin bei den Bergischen Symphonikern.

In dem romantischen Flötenkonzert 3. Rondo rosso des italienischen Komponisten Saverio Mercadante brillierte der Flötist Demitre Marinkev an der Querflöte. Unfassbar, in welchem enormen Tempo er dem Instrument, besonders in den Solosequenzen, die Töne entlockte. Auch die Piccoloflöte beherrschte der bulgarische Künstler grandios, was er, in Vivaldis Flötenkonzert in C-Dur, von den Streichern begleitet, unter Beweis stellte.

Bei den folgenden Stücken stand das Cello von Dmitrij Gornowskij im Mittelpunkt. In dem melodiösen Liebeslied Salute d’Amour Op. 12 für Cello und Orchester des britischen Komponisten Edward Elgar zeigte Gornowskij einmal mehr sein sensibles Gespür für romantische Töne und eine brillante Virtuosität. Mitreißend hingegen spielte er die vom italienischen Tanz inspirierte Tarantella Op. 33 des böhmischen Cellisten und Komponisten David Popper – und dies bis zum Ende hin immer rasanter, bis die Musik dann in den rasenden Applaus des Publikums einmündete.

Von Italien ging es nach Südamerika

Nach einer Streichersonate des italienischen Komponisten Gioacchino Rossini kamen südamerikanische Rhythmen auf: Das Stück „Kicho“ des argentinischen Bandeon-Spielers und Komponisten Astor Piazzolla ist ein lebhaftes Beispiel des Tango nuevo, einer Weiterentwickung des traditionellen Tango Argentino.

„Gerne unterstützen wir die Ukraine“, unterstrich Cellist Gornowskij die Intention des Konzertes. Die Gruppe Helix habe er 2020 gemeinsam mit Hayley Bullok gegründet. „Es war uns ein Anliegen, schöne und bekannte Weltmusik mit unterschiedlichen Kammerbesetzungen, mal im Duett, mal im Trio bis hin zum Sextett, aber auch als Solo zu spielen.“

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