Eisenbahnchronik Bergisches Land

600 Seiten über die Züge im Städtedreieck

Zeno Pillmann hat die Eisenbahnchronik Bergisches Land geschrieben. Herausgekommen sind zwei Bände à 300 Seiten. Foto: Roland Keusch
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Zeno Pillmann hat die Eisenbahnchronik Bergisches Land geschrieben. Herausgekommen sind zwei Bände à 300 Seiten.

Es ist ein beeindruckendes, fast opulentes Werk, in dem aber auch gleich einige Jahrzehnte Arbeit stecken.

Von Sven Schlickowey

Autor Zeno Pillmann hat die „Eisenbahnchronik Bergisches Land“ vorgelegt. Auf rund 600 Seiten, verteilt auf zwei Bände und angereichert mit zahllosen Fotos, beschreibt die Chronik den kompletten Schienenverkehr im Städtedreieck. Angefangen bei der ersten Bahnlinie in der Region, die damals von Düsseldorf nach Elberfeld führte. Bis hin zu den Solinger O-Bussen und der Wuppertaler Schwebebahn.

Seit den 1970er Jahren beschäftigt sich der pensionierte Architekt mit Eisenbahnen. „Den Bazillus muss ich von meinem Großvater haben, auch wenn ich ihn nicht kennengelernt habe“, vermutet Pillmann. „Er war Lokführer bei den Königlich Bayerische Staatseisenbahnen.“ Die Lage seines Elternhauses („Wir hatten einen guten Blick auf die Müngstener Brücke.“) und ein Zeitungsartikel zum Jubiläum der Müngstener Brücke 1972 taten ihr Übriges dazu.

In Remscheid war viel Eisenbahn

So sammelte der heute 66-jährige Remscheider schon während des Studiums das erste Material über die Müngstener Brücke. Später kümmerte er sich um den Zugverkehr. Ein weites Feld, wie Zeno Pillmann meint: „In Remscheid war viel Eisenbahn“, sagt er. Denn neben der Reichs- und späteren Bundesbahn gab es in der Werkzeugstadt auch eine Straßenbahn und zahlreiche private Anschlussbahnen, teils mit eigenen Loks, mit denen die großen Industriebetriebe angebunden wurden. Im Verlag der Fachzeitschrift Eisenbahn-Kuries fand Pillmann schließlich einen Partner für sein Buchprojekt. „Denen war Remscheid alleine aber zu speziell.“ Also erweiterte er das Gebiet um die benachbarten Großstädte Solingen und Wuppertal. „Ich habe gesagt: Wenn ich Wuppertal dazu nehme, wird das so viel, damit mach ich euch drei Bände voll“, erinnert sich Zeno Pillmann. Am Ende einigte er sich mit dem Verlag auf zwei. Im ersten werden Strecken und Betriebswerke abgehandelt, Band zwei beschäftigt sich mit den zahlreichen Haupt- und Nebenbahnen.

Wie viel Zeit in die beiden Bücher geflossen sind, habe er nicht nachgehalten, sagt Pillmann. Die eine oder andere Beschwerde von Ehefrau und Kindern lasse aber vermuten, dass es viele Stunden waren. Monatelang fuhr er mindestens einmal die Woche ins Hauptstaatsarchiv nach Düsseldorf, daneben forschte er in den Stadtarchiven von Remscheid, Solingen und Wuppertal. „Ab etwa 2002 hatte ich einen Computer“, berichtet der Autor. „Damit ging vieles einfacher.“ Nachdem er sein Manuskript abgeliefert hatte, hörte die Arbeit nicht auf. „Drei Monate lang hatte ich fast jeden Tag Kontakt mit dem Verlag, um die Gestaltung zu klären“, sagt Zeno Pillmann. „Und das für jedes Buch.“

Da wundert es fast nicht, dass die Eisenbahnchronik Bergisches Land 49,90 Euro pro Band kostet. „Nicht billig, aber preiswert“, wie ihr Schöpfer angesichts des Aufwands meint. Zumal sich das Projekt ja auch für den Verlag rechnen müsse. Denn dass sich seine Chronik an ein kleines Publikum mit einem sehr speziellen Interesse richtet, ist Zeno Pillmann klar: „Das ist ja nicht so etwas wie Harry Potter.“

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