Historisches Foto

Welches Gebäude wird hier errichtet? 

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Erkennen Sie, welches Gebäude sich auf diesem Bild im Bau befindet?

In der vergangenen Woche suchten wir das geschichtsträchtige Freibad Ittertal.

Von Moritz Jonas

Solingen. Einige unserer Leser glaubten in unserem historischen Foto der letzten Woche, das Freibad im Schellbergtal zu erkennen. Allerdings suchten wir das geschichtsträchtige Freibad im Ittertal. Viele ST-Leser ließen sich von dem großen Angebot an Spaßbädern nicht täuschen und konnten es aufs richtige Bad eingrenzen, so zum Beispiel Andreas Krämer, Petra Alpdogan oder Achim Huber.

Im Winter ist natürlich auf der Anlage nicht viel los. Bei warmen Wetter zieht es aber immer noch viele Solinger ins Ittertal.

Das Bad im Ittertal blickt auf eine nun schon mehr als 100 Jahre andauernde Geschichte zurück. Das Bad sei im Frühjahr 1916 entstanden. Mitten in der Zeit des Ersten Weltkrieges errichtete der Walder Rasiermesserfabrikant Carl Friedrich Ern die Anlage im Tal der Itter, wie Norbert H. Posthum weiß. Ern finanzierte das Bad gänzlich aus eigener Tasche und bereitete den Walder Kindern in Zeiten des Krieges eine riesige Freude, die bis heute anhält. In den ersten Jahren sei der gute, alte Itterbach, den der Sprachwissenschaftler zu Recht mit „springendes, wildes Wasser“, übersetzt, Quelle für das neue Bad gewesen, so schreibt es unser Autor Wilhelm Rosenbaum in einem früheren Tageblatt-Bericht über das Ittertal.

1929 sei der Itterbach als Wasserquelle dann aber durch den Holzer Bach ersetzt worden, so Rosenbaum. Der Wechsel tat der Beliebtheit des Bades aber gewiss keinen Abbruch. Im Gegenteil, das Bad erfreute sich an immer weiter steigenden Besucherzahlen, was sicherlich nicht zuletzt an Erns außerordentlichem Sinn für das Geschäft gelegen habe. In den Folgejahren verstand er es sehr gut, sein Bad für Besucher immer weiter auszubauen und es noch attraktiver zu gestalten. 1930 habe seine Firma dem jungen Verein für Heimatpflege ein sumpfiges Wiesengelände zur Verfügung gestellt. Hier sollte später der Vogelschutzpark entstehen, der innerhalb von fünf Jahren Zehntausende von Besuchern anlockte.

Das Foto aus dem Sommer 1990 zeigt Badegäste beim ausgelassene Planschen, es erinnert an wärmere und ausgelassenere Tage.

Es entstand eine ganze Reihe an Angeboten dort im Tal der Itter. ST-Autor Rosenbaum beschreibt es als „so etwas wie das Phantasialand unserer Großeltern“. Ganz besonders für die Leute im Ruhrgebiet entwickelte sich der Ort rund um das Spaßbad zu einem beliebten Ausflugsziel. Das Tageblatt schrieb dazu: „Eine starke Anziehungskraft scheint das Ittertal auf die Bevölkerung des Kohlenpotts auszuüben.“ Weiter heißt es, es seien ganze Sonderzüge aus dem Ruhrpott in die Klingenstadt gepilgert, nur für einen Besuch im Ittertal. Allein an Pfingsten 1928 habe man an einem Wochenende 7000 Strandbesucher begrüßen dürfen, so Rosenbaum. Seither ist das Freibad die Anlaufstelle für all jene, die auf der Suche nach einer Abkühlung sind. „Dort ging ich schon als Kind gerne schwimmen,“ berichtet ST-Leserin Elke Steinhaus, und natürlich sei es auch für die Jüngsten „ein begehrtes Ausflugsziel zum Beispiel mit ihren Schulklassen“ gewesen, erinnert sich Norbert H. Posthum.

„Ich ging schon als Kind gerne dort schwimmen.“

Elke Steinhaus, ST-Leserin

Aber wer ins Itttertal kommt, kann schon längst nicht nur mehr seine Bahnen ziehen, seit 1976 kann man dort auch mit Kufen übers Eis gleiten. Seitdem gibt es dort nämlich die Eisbahn. Und wer weiß, vielleicht wäre es ein noch magnetisierender Ort geworden, wäre es wirklich zu dem Bau einer Elefantenfarm gekommen. Denn genau das vermeldete am 1. April 1938 das Solinger Tageblatt. Die Nachricht war aber nur ein frecher Aprilscherz.

Erkennen Sie, welches Gebäude wir heute suchen, das auf dem Foto gerade gebaut wird? Woran erinnern Sie sich? Senden Sie uns Ihre Antworten und Geschichten doch bitte bis Donnerstag, 24. Dezember, mit dem Vermerk „Historisches Foto“ an Solinger Tageblatt, Redaktion, Mummstraße 9, 42651 Solingen oder per E-Mail an die Redaktion. 

redaktion@solinger-tageblatt.de

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