Gemeinde

Seit einem Vierteljahrhundert helfen Dorper Dorpern

Ein Jubiläumsgottesdienst in der Dorper Kirche würdigte die Arbeit des Vereins. Foto: Christian Beier
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Ein Jubiläumsgottesdienst in der Dorper Kirche würdigte die Arbeit des Vereins.

Arbeit über konfessionelle Grenzen hinweg – Diakonieverein der evangelischen Kirchengemeinde feiert Jubiläum.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Höhscheid Ein Aha-Erlebnis der damaligen Dorper Gemeindeschwester brachte 1996 den Ball ins Rollen: Sie hatte eine alte Dame begleitet, die sich, frisch aus dem Krankenhaus entlassen, vehement weigerte, die notwendige Anschluss- Reha anzutreten. Voller Scham offenbarte sie schließlich den wahren Grund: Ihr fehlten die finanziellen Mittel für die nötige Ausrüstung wie Bademantel, Badeanzug oder Sportbekleidung, die auf der „Benötigt-Liste“ der Reha-Klinik standen.

Um in solchen und ähnlich gelagerten Fällen schnell und möglichst unbürokratisch helfen zu können, gründete sich vor 25 Jahren der Diakonieverein. „Dorper helfen Dorpern“ war und ist die Philosophie dahinter, die über Mitgliedsbeiträge und rekrutierte Spenden einen ganz praktischen Wert bekommt.

„Wir sind für alle Menschen da, die im Kirchensprengel leben, egal, welcher Religion oder Konfession sie angehören, bewusst wollen wir nicht nur ‚unseren Leuten‘ helfen“, betont Martina Heinen, Mitglied des fünfköpfigen Vorstands. „Die geografische Grenze aber mussten wir ziehen, sonst wäre das Ganze uferlos geworden.“ Gerne aber vermittelten sie im Zweifel an andere Stellen. Netzwerken sei ohnehin in dieser diakonischen Arbeit ein starkes Thema. „Wir geben nicht nur Geld, etwa um Kindern aus finanziell schwächeren Familien die Teilnahme an der Jugendfreizeit zu ermöglichen. Wir unterstützen auch die regelmäßige Lebensmittelausgabe in der Kirche und die diakonische Kinder- und Jugendarbeit. Und wir assistieren auch, wenn es im Einzelfall darum geht, sich durch bürokratische Hürden durchzufinden. Zumindest können wir Lotse beim Weg durch die Instanzen sein“, so Heinen.

Das Gebot christlicher Nächstenliebe war und ist der Motor des Diakonievereins. Natürlich werde geprüft, bevor Geld flösse. Aber es müssten keine komplizierten Anträge gestellt werden.

Übrigens meldeten sich die wenigsten Bedürftigen selbst, erklärt Heinen weiter. „Meist ist Scham über vermeintliches Scheitern im Spiel, die die Menschen die schwierige wirtschaftliche Situation verschweigen lässt.“ Hier gelte es, aufmerksam zu sein – und dezent nachzuhaken. „Wir handeln absolut diskret, wenn wir einen Wink bekommen, hier oder da einmal genauer hinzuschauen und Kontakt aufzunehmen“.

Ein Jubiläumsgottesdienst in der Dorper Kirche würdigte in diesen Tagen die Arbeit des Vereins. Dabei stellten Mitglieder ihr Tun vor.

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