Förderverein ließ sein Erstlingswerk veredeln

Seine erste Schere glänzt jetzt in sanftem Gold

Christian Röhrig (2. v. l.) übergab die Schere an Herbert Loos. Mit ihm freuten sich die Vertreter des Fördervereins Manfred Heidenpeter (l.), Reinhard Schrage (2. v. r.) und Klaus Schönberger.
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Christian Röhrig (2. v. l.) übergab die Schere an Herbert Loos. Mit ihm freuten sich die Vertreter des Fördervereins Manfred Heidenpeter (l.), Reinhard Schrage (2. v. r.) und Klaus Schönberger.

Herbert Loos arbeitet seit über 50 Jahren im Wipper Kotten.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Statt zuletzt etwas rostig glänzt die große Schneiderschere von Herbert Loos nun in einem sanften satten Gold: Zwischen 0,08 und 0,1 my beträgt die feine Schicht, mit der der Betrieb Galvano Röhrig die Schere veredelt hat. Kostenfrei, als Spende für den Wipperkotten beziehungsweise als Anerkennung für über 50 Jahre ausgeübte Facharbeiter-Kompetenz am Schleifstein.

Der Besitzer der Schere, Herbert Loos ist fast 86 Jahre alt, aber noch regelmäßig an seinem Arbeitsplatz im ersten Stock der historischen Schleifstätte. Unermüdlich und mit nicht nachlassender Begeisterung für sein Handwerk und den Kotten, ist er dem Förderverein beim Erhalt und der Pflege des Wipperkottens eine große Stütze.

„Wann genau Herberts erster Arbeitstag hier war, lässt sich nicht belegen, bedauert Reinhard Schrage, der Vorsitzende des Vereins. Seitdem aber hing diese große Schneiderschere in der Nähe von Loos Arbeitsplatz an der Wand des urigen Raumes, der immer noch mit einem „Kanonenöfchen“ beheizt wird und wo im Winter Eisblumen an den Fenstern blühen. „Erst neulich, durch Zufall hat er uns erzählt, dass das sein erstes, als junger Mann in Eigenregie angefertigtes Werkstück ist“, erzählt Schrage. Und nicht nur das habe er gesagt, sondern: „Wenn ich mal endgültig aufhöre, lasse ich die Schere vergolden.“ Für Schrage und seine Vereinskollegen ein Initial-Satz: Durch Zufall kam der Kontakt zur Firma Röhrig zustande, die bereitwillig die Sache in die Hand nahm und die Schere fachmännisch bearbeitete, den feinen Goldmantel inklusiv.

Die mittlerweile vergoldete Schneiderschere war das Erstlingswerk von Herbert Loos.

Das Werkzeug wurde fürs Schleifen, Grundieren und Vergolden auseinandergebaut und nach der beendeten Prozedur wieder montiert. „Für uns war es selbstverständlich, die Kosten dafür selbst zu tragen, wir möchten damit das alte fundierte Schleiferhandwerk würdigen und den Kotten als Arbeitsstätte wie als Museum unterstützen“, sagt Geschäftsführer Christian Röhrig. Ob die nun goldene historische Schere – übrigens für Schneider gedacht und erkennbar an den abgeflachten Spitzen – wieder zurück an ihren Werkstattnagel kommt oder nun ein anderes Plätzchen erhält, hat Herbert Loos noch nicht entschieden. Er freut sich erst einmal sehr über die Auszeichnung – und auf weitere Jahre im Kotten.

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