Ausstellung

Seine Bilder wirken wie explosive Kaskaden

Peter Wischnewski präsentiert in der Galerie Märzhase facettenreiche Werke.
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Peter Wischnewski präsentiert in der Galerie Märzhase facettenreiche Werke.

Peter Wischnewski stellt bei Märzhase aus.

Von Karl-Rainer Broch

Solingen. Schon das Bild auf der Einladung zur Vernissage der Ausstellung „ARTentvielfalt“ am Samstagabend in der Galerie Märzhase lässt das Thema erahnen, mit dem der Solinger Künstler Peter Wischnewski sich in letzter Zeit beschäftigt hat. Die passenden Worte fand der Solinger Journalist Phi-lipp Müller: „Das Raumschiff Wischnewski ist auf der Suche nach neuen Welten. Dabei hat er sich von seiner Fantasie anregen lassen.“

Die sieben großformatigen Bilder wirken oft wie eine explosive Kaskade mit dominierenden Farben, wobei die Grundfarbe mehrfach übermalt ist und auch dem Vorstellungsvermögen des Betrachters alle Möglichkeiten offen lässt. Philipp Müller formulierte: „Das ist surreal geknickter Kubismus in expressionistischer Auflösung hin zu neuer Sachlichkeit.“ Der 1958 geborene Künstler verzichtet bewusst darauf, seinen Bildern Titel zu geben: „Ich will dem Betrachter keine Denkrichtung vorgeben.“ Das geht so weit, dass er den Kunstfreunden überlässt, wie sie seine Werke hängen. Da kommen bei Verschiebungen um 90 oder 180 Grad ganz neue Blickrichtungen zum Tragen. Aber das ist angesichts der vielfältigen Motive gar nicht nötig.

Zusammenarbeit mit einem Tattoo-Künstler

Die Vielfalt von Wischnewskis Kunstauffassung macht sich auch bei den verwendeten Farben bemerkbar. Das ehemals dominierende Rot taucht zwar immer noch auf, doch auch andere, manchmal ungewöhnliche Farbkombinationen und Lichteffekte lassen keine Langeweile aufkommen.

Ein besonderes Bild wirkt seidigmatt, weil Wischnewski Acrylfarbe mit Gouache vermischt hat und die vermahlene Champagnerkreide wie Mörtel eine raue Oberfläche entstehen lässt. Es könnte eine Flusslandschaft sein, aber auch andere Deutungen sind möglich. Bei einem anderen Bild wirken die vielen aufgetragenen Farbschichten perspektivischer und könnten sogar als 3D-Bild durchgehen.

Die überraschenden Ergebnisse kommen zustande, weil der Künstler nach dem Auftragen der Grundfarbe mit den anderen Farben so spielerisch umgeht, dass erst spät die gewünschte Struktur zu erkennen ist. „Manchmal muss ich das Bild aus der Vertikalen in die Horizontale hängen, um die Wirkung beurteilen zu können.“ Die Zusammenarbeit mit Tattoo-Künstler Heinz Graynd soll fortgesetzt werden. Dieser hatte die abstrakten Bilder Wischnewskis mit organischen Formen versetzt und „kollaborative Visionen“ erzeugt: „Wir finden einen mehrfachen Wechsel interessant, oder man malt gleichzeitig.“ Darüber hinaus will der vornehmlich in Solingen bekannte Künstler auch außerhalb bekannt werden: „Ich suche den Kontakt zu großen Galerien in anderen Städten.“

Ausstellung „ARTentvielfalt“ bis 23. Juli, Galerie Märzhase, Alexander-Coppel-Straße 36, geöffnet dienstags und freitags 12 bis 15 Uhr, sonntags 12 bis
16 Uhr

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