Rund 80 Mitgliedsbetriebe

Neuer Kfz-Innungsobermeister: Betriebe sollten Umbruch als Chance sehen

Die Kfz-Branche ist im Umbruch. Ernst-Robert Nouvertné (v. l.), Innungsobermeister Uwe Stamm, Thorsten Böhm, Pierre Krahwinkel, Matthias Ehlers und Jörg Schmelzer setzen auf E-Mobilität. Foto: Christian Beier
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Die Kfz-Branche ist im Umbruch. Ernst-Robert Nouvertné (v. l.), Innungsobermeister Uwe Stamm, Thorsten Böhm, Pierre Krahwinkel, Matthias Ehlers und Jörg Schmelzer setzen auf E-Mobilität.

Nouvertné-Gruppe spendet E-Auto zu Ausbildungszwecken – Uwe Stamm ist neuer Kfz-Innungsobermeister.

Von Timo Lemmer

Solingen. Die Solinger Kfz-Innung hat einen neuen Vorstand gewählt. Neu besetzt sind im fünfköpfigen Gremium zwei Positionen. Die Stelle als Obermeister hat nun Uwe Stamm inne. Er nimmt sich für die kommenden fünf Jahre vor, im Team viel zu bewegen und die rund 80 Mitgliedsbetriebe auf dem Weg in die Zukunft eng zu begleiten. Das untermauerte der neue Innungsvorstand während eines Besuchs beim Technischen Berufskolleg Solingen (TBK).

Dort wird in enger Kooperation zwischen Innung, Betrieben und Schule seit Jahren ausgebildet. Die Nouvertné-Gruppe stiftete zu diesem Zweck nun ein Elektrofahrzeug, „weil es für die Azubis dieser überbetrieblichen Ausbildungsstätte ganz, ganz wichtig ist, die neue Technik kennen und beherrschen zu lernen“, erklärte Ernst-Robert Nouvertné. Mit seinen Worten zur umfassenden Befähigung der Mitarbeiter sprach er – mit 25-jähriger Erfahrung als Innungsobermeister – seinen Nach-Nachfolgern aus der Seele: „Erfolgreiche Betriebe gibt es nur mit guter Ausbildung.“ Einer der Punkte, die sich nun auch Stamm auf die Fahne geschrieben hat.

Mit der Spende sei nun auf allen Ebenen sichtbar, dass E-Mobilität längst eine große Sache ist. Lehrer Jens Rapski, der mit Kristof Hübner und Ursula Rhode die Ausbildung am TBK organisiert, erinnert sich an andere Zeiten unter Kfz-Azubis: „Vor zehn Jahren haben die mich noch alle für verrückt gehalten, als ich gesagt habe, das E-Mobilität flächendeckend kommen wird. Jetzt ist es wirklich so weit.“ Das präge auch die Innungsarbeit, erklärt Stamm: „E-Mobilität ist ein Thema, mit dem wir uns beschäftigen wollen, nicht müssen. Da liegt die Zukunft drin.“

Der neue Obermeister ruft die Solinger Betriebe dazu auf, die Zeit des massiven Umbruchs als Chance zu sehen. Es sei wichtig, Nischen zu finden oder auf Spezialisierung zu setzen. Mit seinem Autohaus habe er das vor Jahren umsetzen können, als er die Umrüstung auf Autogas in den Fokus nahm oder mit Trucks die Angebotspalette um ein Alleinstellungsmerkmal ergänzte.

Stamm: „Jeder braucht sein spezifisches Steckenpferd.“ So könnten die Betriebe – neben den Markenhändlern eben auch die kleinen Werkstattbetriebe – auch den derzeitigen Umbruch bewältigen und gar gestärkt daraus hervorgehen.

„Als Unternehmer muss man nicht im sondern am Unternehmen arbeiten.“

Uwe Stamm, Obermeister

Mit dem neuen Innungsvorstand will der Obermeister dabei Unterstützung leisten. Dem fünfköpfigen Ehrenamtsteam liege viel an der Solinger Kfz-Landschaft: „Für mich sind mit der neuen Position quasi 1000 neue Mitarbeiter hinzugekommen. Wir wollen Unterstützung geben und fühlen uns verantwortlich.“ Eine Schlüsselrolle soll dabei der Schulung und Weiterbildung zukommen. „Als Unternehmer muss man nicht im sondern am Unternehmen arbeiten“, sagt Stamm, der mit Schulungen und Fachreferenten auch die kleinen Betriebe dafür begeistern will, neue Möglichkeiten zu entdecken.

Den aktuellen Umbruch gepaart mit Corona bezeichnet Stamm als „spannenden Einstiegsmoment“: Man könne nun viel bewegen und in neue Bahnen lenken. Dabei sei die Arbeit mit den Azubis letztlich ausschlaggebend, untermauert Stamm: „Sie sind das A und O. Was wir heutzutage brauchen, sind Fachkräfte, und die müssen wir ausbilden. Dank der sehr guten und engen Zusammenarbeit mit der Schule klappt das sehr gut.“

Der Zustand des Kfz-Markts in Solingen könne derweil zwischen den einzelnen Betrieben aktuell nicht unterschiedlicher ausgeprägt sein: „Die Lage ist absolut gemischt. Bei dem einen läuft es richtig gut, bei einer Vielzahl aber auch nicht. Corona hat die schwierige Lage mit Sicherheit noch einmal verschärft.“ Insbesondere im Frühjahr habe man eine sehr starke Kauf-Zurückhaltung gespürt. Aber: „Eine gewisse Kauflust ist gerade bei Privatkunden zurück. Sicherlich hat auch die Mehrwertsteuer-Senkung zu etwas Stabilität verholfen.“

E-Mobilität erlebt einen Sinneswandel: Die Stadtwerke Solingen konnten bei einem Info-Tag Ende August 400 Besucher begrüßen.

Die Innung

Vorstand: Die Wahlen brachten mit Uwe Stamm, dem 54-jährigen Geschäftsführer von Auto-Treffpunkt Stamm, einen neuen Obermeister hervor. Auch Pierre Krahwinkel (48), Inhaber einer freien Werkstatt, ist als Lehrlingswart neu dabei. Jörg Schmelzer (58) vertritt weiterhin die freien Werkstätten. Matthias Ehlers (52) ist Stamms Stellvertreter, Thorsten Böhm (47) bleibt für Presse und Zweiräder zuständig.

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