Denkmalschutz

Seilbahn will Energie sparen - Stadt lehnt Photovoltaikanlage ab

Betreiber Stefan Irlenbusch möchte eine Photovoltaikanlage in versteckter Lage im Hang der Seilbahn errichten.
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Betreiber Stefan Irlenbusch möchte eine Photovoltaikanlage in versteckter Lage im Hang der Seilbahn errichten.

Stadt lehnt eine Photovoltaikanlage im Hang aus Denkmalschutzgründen ab.

Von Kristin Dowe

Solingen. Nicht nur für Privatverbraucher ist Energiesparen angesichts der steigenden Strompreise das Gebot der Stunde – auch Betreiber von touristischen Angeboten beschäftigt die Frage, wie sie ihren Energieverbrauch nachhaltiger gestalten können. So gibt es auch bei der Seilbahn Burg Überlegungen für die Errichtung einer Photovoltaikanlage – nach Vorstellung des Betreibers Stefan Irlenbusch sollte diese weitgehend versteckt hinter einer Buche auf der freien Wiese in Hanglage unterhalb der Seilbahn errichtet werden. „Da es sich um dunkle Elemente handeln würde, wäre die Anlage von der Talstation aus so gut wie nicht sichtbar“, ist er überzeugt.

Bei der Stadt stößt er mit seinem Ansinnen aber auf Widerstand: So unterliegt der gesamte Bereich rund um die Seilbahn der Denkmalschutzsatzung von Schloss Burg. „Der Burgberg ist Teil der Verteidigungsanlage Schloss Burg und war daher ursprünglich unbewaldet. Gerade auf diesen Grünflächen wäre eine spiegelnde Solaranlage ein Fremdkörper“, heißt es auf ST-Nachfrage aus der Pressestelle der Stadt. Der Betreiber wolle die Anlage „auf einer der wenigen noch verbliebenen Freiflächen des Burgbergs“ bauen, die zeige, „wie es dort früher ausgesehen hat“.

„Für die Anlage würden keine Bäume gefällt.“

Stefan Irlenbusch, Seilbahn Burg

So sei die Untere Denkmalbehörde der Stadt in Abstimmung mit dem zuständigen Denkmalfachamt zu der Einschätzung gelangt, dass die Photovoltaikanlage in der vom Betreiber gewünschten baulichen Variante zu einer „erheblichen Beeinträchtigung“ führen würde. Zudem befinde sich der Standort im geschützten Landschaftsbereich, so dass auch Belange des Naturschutzes beachtet werden müssten.

Bei Stefan Irlenbusch sorgt die ablehnende Haltung der Behörden dennoch für Unverständnis: „Für die Anlage würden keine Bäume gefällt, Brandschutzauflagen verletzt oder irgendwelche Bodenschätze berührt. Sie würde sich in versteckter Lage auf einer freien Wiese befinden“, argumentiert er. „Insofern kann ich die Begründung der Stadt nicht nachvollziehen.“ Mit der durch die Photovoltaikanlage erzeugten Energie solle lediglich der Eigenbedarf gedeckt werden.

Irlenbusch betont außerdem: „Der Bau dieser Anlage ist nicht mein privates Vergnügen, sondern kaufmännische Notwendigkeit, mit der auch das Netz entlastet werden würde. Immerhin hat die Stadt sich selbst eine Nachhaltigkeitsstrategie gegeben.“ Für den Betrieb der Seilbahn würden circa 20.000 Kilowattstunden im Jahr benötigt.

Die Errichtung der Anlage mit geplanten Ausmaßen von neun Meter Länge und drei Meter Breite würden für das Team der Seilbahn zudem eine beträchtlichen finanziellen und baulichen Aufwand darstellen. „Es müsste natürlich jedes Bauteil einzeln nach oben in den Hang transportiert werden“, so Irlenbusch.

Mit dem Alternativvorschlag der Unteren Denkmalbehörde, stattdessen eine abgespeckte Version der Anlage auf dem Dach des Kassenhäuschens beziehungsweise konkret auf dem Vordach der Umlenkscheibe in der Talstation zu bauen, kann der Solinger sich nicht anfreunden. „Das Kassenhäuschen ist fast 70 Jahre alt und befindet sich nicht gerade im besten Zustand. Das ist baulich kaum umsetzbar.“

Und seiner Einschätzung nach auch nicht lohnenswert, da die Zahl der Sonnenstunden in der Talstation deutlich geringer sei als im oberen Teil des Hanges. „Das städtische Solarkataster sagt über die Tallage überhaupt nichts aus“, hält er außerdem fest. Entsprechend dem Alternativvorschlag der Stadt, zu dem diese gegenüber dem Tageblatt keine Angaben macht, müsste laut Irlenbusch außerdem ein Stromkabel umständlich über die Straße und die Wupper verlegt werden. „Das halte ich für unrealistisch.“

Die zeitliche Verzögerung, sollte er die Pläne überhaupt umsetzen können, ärgere ihn, denn „Handwerker sind schwer zu bekommen und Photovoltaikanlagen werden immer teurer.“ Er hoffe, mit der Stadt noch zu einer Einigung zu gelangen.

Hintergrund

Sparmaßnahmen: Um Energie zu sparen, hat das Seilbahn-Team bereits auf LED-Beleuchtung umgestellt, die Öffnungszeiten angepasst und die Fahrtgeschwindigkeit der Seilbahn reduziert.

Kontakt: Zu Kosten und Fördermöglichkeiten einer Photovoltaikanlage sowie Energiespartipps berät regelmäßig auch die Verbraucherzentrale - auch auf dieser Seite.

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