Evangelische Helfer boten Gespräche an

Seelsorger haben für jeden ein offenes Ohr

Die Helferinnen und Helfer der evangelischen Notfallseelsorge (v. l.): Pfarrerin Renate Tomalik, Michael Lies und Magdalene Becker.
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Die Helferinnen und Helfer der evangelischen Notfallseelsorge (v. l.): Pfarrerin Renate Tomalik, Michael Lies und Magdalene Becker.

Gewaltige Emotionen, aber auch eine große Geschäftigkeit machten die Lage aus, als Magdalene Becker und ihre Kolleginnen von der evangelischen Notfallseelsorge im Zusammenhang mit dem verheerenden Hochwasser im Einsatz waren.

Von Andreas Tews

Die stellvertretende Koordinatorin der Notfallseelsorge im Kirchenkreis bot ihre Hilfe in der Auffanghalle für die Evakuierten an der Schützenstraße an, ihre Kollegen Renate Tomalik und Michael Lies waren an den Tagen, nachdem das Hochwasser den Ortskern geflutet hatte, in Unterburg.

Bei solchen Katastrophen, aber auch nach Unfällen, Bränden oder plötzlichen Todesfällen rufen Feuerwehr, andere Rettungsdienste oder die Polizei oft Notfallseelsorger hinzu. Diese kümmern sich in der ersten Phase nach den Unglücken um die Betroffenen – unabhängig von deren Konfessions- oder Religionszugehörigkeit. Darauf wurden sie in Aus- und Fortbildungen vorbereitet und unterliegen einer Schweigepflicht. Für die Tage des Hochwassers sah die Bereitschaftsliste laut Jürgen Rüttgers, Sachgebietsleiter des Feuerwehr-Rettungsdienstes, die evangelischen Seelsorger vor.

Vor allem am Tag der Hochwasserflut standen nach Magdalene Beckers Erfahrung viele Menschen unter Schock. Sie bot den Opfern Gespräche über das Geschehene an, um ihnen zu helfen, die Erlebnisse zu fassen. „In einer solchen Situation ist es wichtig, ein offenes Ohr für die Menschen zu haben“, berichtet Becker. Sie betont, dass in der Auffanghalle aber auch Helfer anderer Organisationen viel geleistet hätten, um für die dort angekommenen Unterburger da zu sein.

Nach der Flutnacht waren für die Betroffenen die schockierenden Erlebnisse nicht überwunden. Schwer sei es für die Menschen gewesen, ihre Häuser nach der Überflutung verwüstet vorzufinden, berichtet Becker. Auch in dieser Situation boten die Notfallseelsorger Hilfe an, gingen in Unterburg von Haus zu Haus.

Viele Betroffene seien so mit dem Aufräumen beschäftigt gewesen, dass sie das Gesprächsangebot verständlicherweise akut nicht angenommen hätten. Andere schilderten laut Becker, wie schwer es für sie gewesen sei, das Haus völlig anders wieder vorzufinden, als sie es verlassen hatten – mit den damit verbundenen persönlichen und materiellen Folgen. Emotional sei das sehr belastend.

Kirchen bieten den Betroffenen weiterhin Hilfe an

Darum rechnet Magdalene Becker damit, dass viele Menschen in der nächsten Zeit Hilfe benötigen. Wenn Menschen zur Verarbeitung des Erlebten professionelle Gesprächspartner wünschten, stehe zum einen die evangelische Beratungsstelle im Diakonischen Werk des Kirchenkreises zur Verfügung, ergänzt Kirchenkreis-Sprecher Thomas Förster. Erreichbar ist die Beratungsstelle unter Tel. 28 72 87. Zum anderen begleite auch die Kirchengemeinde Wermelskirchen, zu der Unterburg gehört, Menschen seelsorglich, wenn sie das wünschen. Gleiches gilt auch für die Seelsorger der katholischen Kirchengemeinde St. Johannes der Täufer.

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