Musik

Secret Mail geben Abschiedskonzert in der Cobra

Machen seit fast vier Jahrzehnten zusammen Musik (v. l.): Ute Morsbach Michels, Detlev Möhring, Christian Zoschke , Michael Hakenberg und Frank Michels. Archivfoto: Fotostudio
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Machen seit fast vier Jahrzehnten zusammen Musik (v. l.): Ute Morsbach Michels, Detlev Möhring, Christian Zoschke , Michael Hakenberg und Frank Michels.

Mit dem Ausscheiden des langjährigen Keyboarders Detlev Möhring endet die Ära der Gruppe

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. „Das letzte richtige Konzert soll richtig gut werden“, sagt Ute Morsbach-Michels, Sängerin der Band Secret Mail, die am Freitag in der Cobra einen letzten großen Abend bestreiten will. Nach fast vier Jahrzehnten wird dieses Kapitel Solinger Bandkultur Geschichte. Folglich soll es noch einmal hoch her gehen: Auf dem Programm stehen die Höhepunkte von rund 60 selbst geschriebenen Songs. „Die waren von Anfang an unsere Seele“, sagt Morsbach-Michels. „Klar, haben wir auch eine Menge gecovert. Wenn man als Stimmungs- und Tanzband auf Feiern unterwegs ist, geht das nicht anders, weil die Partygäste auch bekannte Ohrwürmer hören wollen.“ Aber so durch und durch authentisch seien die Musiker, wenn sie die eigenen Sachen spielten.

Das Ausscheiden von Keyboarder und Sänger Detlev Möhring, der Solingen aus beruflichen Gründen verlässt, hat das Ende von Secret Mail besiegelt. Auch die anderen Musiker nebst Techniker Eberhard Schmidt wollen nun nicht mehr auf die Bühne – jedenfalls nicht in dieser Konstellation. „Mit Detlev geht ein Herzstück, das nicht zu ersetzen ist“, erklärt Ute Morsbach-Michels die Entscheidung, die Band aufzulösen. „Nicht nur weil er ein Mann der ersten Stunde ist, sondern auch, weil er für das Entstehen unserer eigenen Sachen wichtiger Impulsgeber und Motor war.“

Vielen Solingern dürfte die Kultband insbesondere wegen ihrer Sessions auf dem Ohligser Weihnachtsdürpel ans Herz gewachsen sein, denn mit dem Auftakt gehört dieser Adventsauftritt unbedingt zur heimeligen Atmosphäre dazu. „Dazu haben wir spezielle Songs kreiert, bekannte Weihnachtslieder auf unsere Art aufgepimpt in Text und Rhythmus. Das kam supergut an und hat uns riesigen Spaß gemacht“, erinnert sich Ute Michels.

Deshalb sei es selbstverständlich, die auch ins Abschiedskonzert zu integrieren. „Es wird einen kapitalen adventlichen Block geben“, verrät die Sängerin augenzwinkernd. Schließlich müsse ja der im letzten Jahr durch den Lockdown ausgefallene Auftritt nachgeholt werden.

„Mit Detlev geht ein Herzstück, das nicht zu ersetzen ist.“

Ute Morsbach-Michels, Frontfrau

Aber auch frühere Zeiten kommen im Gespräch mit dem ST noch einmal lebhaft an die Oberfläche: Der Auftritt auf dem Dürpelfest 2007 zum Beispiel, wo Secret Mail für die Songs aus eigener Feder fulminant gefeiert wurde. „Dass nun Schluss sein soll, können wir selbst noch gar nicht richtig fassen“, sagt sie, spürbar wehmütig. „Die Nachricht, dass Detlev geht, hatte uns zunächst in eine Art Schockstarre fallenlassen.“

Aus diesem Zustand haben sie sich inzwischen längst erholt: Seit Sommer wird wieder eifrig geprobt, um den Fans ihrer Musik noch einmal final zu richtig einzuheizen. Die lange Corona-Pause hatte sie nach dem letzten Weihnachtsdürpel im Dezember 2019 voll ausgebremst.

1982 unter dem ursprünglichen Namen Few Axis gegründet spielen Christian Zoschke an den Drums und Detlev, „Möhre“ Möhring als Vokalist und Keyboarder zusammen. Auch Gitarrist Frank, „Mecki“, Michels, Bassist Michael, „Der Mathömke“, Hakenberg, Ute Michels und Eberhard, „Ebi“ (Technik, Percussion) Schmidt sind schon lange dabei. Erfolge wie der Gewinn der ST-Talent-Show 84 oder des Contests Düsseldorfer Hafenfete 1986 sowie die Teilnahme am Ruhr-Rock-Festival 1987 und der Siegertitel in der Kategorie „Mainstream“ pflasterten den gemeinsamen Weg. 1998 gab es eine Besetzungsänderung und den neuen Namen.

Erlös des Abends für Opfer der Hochwasserkatastrophe

„Es wird gut“ steht am Freitag als sichtbares Motto über dem Konzert in der Cobra: Gut, weil es nach der langen Pause endlich wiedermöglich ist, vor Publikum zu spielen. Gut, weil der Fokus auf den eigenen Songs liegt und damit noch einmal das beschwört, was am Anfang stand: miteinander kreativ zu sein und handgemachte Musik zu „schmieden“. Gut aber auch, weil der Gewinn des Abends den Geschädigten der Hochwasser-Flut in Solingen zugutekommen soll.

Konzert

Wann: Freitag, 15. Oktober, 20 Uhr

Wo: Kulturzentrum Cobra, Merscheider Straße 77-79

Einlass: Es gilt die 3-G- Regel: geimpft, getestet (der Test darf nicht älter als sechs Stunden sein) oder genesen (positives PCR-Testergebnis. Der Test muss mindestens 28 Tage her sein und darf höchstens sechs Monate alt sein). Tickets kosten im Vorverkauf 15 Euro plus Gebühr.

www.solingen-live.de

www.cobra-solingen.de

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