Friedensdorf

Sechsjähriger aus Afghanistan wird in der St. Lukas Klinik operiert

Oberarzt Abbas Fallahi (v.l.) Friedensdorf-Botschafter Uli Preuss, Friedensdorf-Helfer Manuel Lisboa und Krankenpflegerin Isabelle Kilinc mit dem kleinen Omid in der St. Lukas Klinik. Foto: up
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Oberarzt Abbas Fallahi (v.l.) Friedensdorf-Botschafter Uli Preuss, Friedensdorf-Helfer Manuel Lisboa und Krankenpflegerin Isabelle Kilinc mit dem kleinen Omid in der St. Lukas Klinik.

Friedensdorf Oberhausen hat Mühe, Kliniken für die Behandlung der Kinder aus Kriegsgebieten zu finden

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Der kleine Omid aus Afghanistan wird derzeit in der St. Lukas Klinik behandelt. Schon oft hat das Ohligser Krankenhaus über das Friedensdorf Oberhausen Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten aufgenommen, sie kostenlos operiert und medizinisch betreut. Gerade in der aktuellen Corona-Situation ist dieses Engagement aber keineswegs selbstverständlich.

„Nur wenige Krankenhäuser können im Moment die verletzten Kinder zur Behandlung aufnehmen“, bedauert Friedensdorf-Sprecherin Claudia Peppmüller. Schlimmer noch: Geheilte Kinder kommen so gut wie gar nicht in ihre Heimatländer zurück. Auch warteten Kriegskinder, die aus Afghanistan nach Deutschland eingeflogen wurden, im Friedensdorf in Oberhausen auf die oft lebenswichtige Behandlung. Im Moment seien 147 kranke, aber auch genesene Kinder im Dorf. „Ursprünglich half ein Stamm von 120 deutschen Krankenhäusern, aktuell ist die Zahl aber wesentlich geringer.“

Umso mehr freut man sich, dass dem sechsjährigen Omid jetzt in der St. Lukas Klinik geholfen werden kann. Er leidet an einer Knochenentzündung am linken Unterschenkel. Eine erste Operation fand im Ruhrgebiet statt. Doch weil sich Omids Zustand wieder verschlechterte, entschied man sich in Ohligs, den kleinen Jungen aufzunehmen. Jetzt wurde er eingehend untersucht bevor die Chirurgen unter Chefarzt Dr. Markus Meibert den Jungen vermutlich mehrmals operieren müssen.

Omid ist das dritte Kriegskind, das seit vergangenem Sommer in der Ohligser Klinik behandelt wird. „Es ist unsere Haltung als katholisches Haus, die uns gar nicht anders reagieren lässt“, skizziert Dr. Markus Meibert die Beweggründe für das Engagement.

Solingen: Zwei weitere Kinder sind auf dem Weg der Genesung

Eines der Kinder, das erst vor wenigen Wochen in Ohligs geheilt wurde, ist Amir. Wenn alles gut geht wird er an Bord einer Sondermaschine in den nächsten Wochen zurück nach Afghanistan fliegen können. Amir hatte Knochenfraß, der ihm das gesamte Schienbein genommen hatte. In der St. Lukas Klinik wurde ihm stattdessen ein Teil seines eigenen Wadenbeins eingesetzt. Mit Hilfe einer Physiotherapeutin lernte er wieder zu laufen.

Sayed, einem weiteren Kind, das mit einer Friedensdorf-Maschine in Düsseldorf landete und von den Solinger DRK-Helfern abgeholt wurde, konnte im Partnerkrankenhaus St. Remigius in Opladen geholfen werden. Dort wurde die nach einem Unfall zertrümmerte Hüfte des Zwölfjährigen ersetzt. Omids Knochenentzündung wurde durch einen Sturz hervorgerufen, verschlimmert durch die Mangelernährung des kleinen Körpers. Eine Behandlung im Heimatland können sich die armen Eltern nicht leisten.

Hintergründe zum Engagement des Friedensdorfes lesen Sie auch hier: Solinger Ärzte operieren zwei Friedensdorf-Kinder

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