Konzert

Sechs Mal „Gloria“ und prasselnder Applaus

Unter Leitung von Michael Schruff spielte und sang der Chor Kreuzfidel sechs Mal „Gloria“ und viele weitere Stücke vor einem großen Publikum. Beeindruckend waren auch die Solopartien und das Orgelspiel.
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Unter Leitung von Michael Schruff spielte und sang der Chor Kreuzfidel sechs Mal „Gloria“ und viele weitere Stücke vor einem großen Publikum. Beeindruckend waren auch die Solopartien und das Orgelspiel.

Der Chor Kreuzfidel meldete sich in St. Clemens mit einem umjubelten Auftritt zurück.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Am frühen Samstagabend hallte fulminanter musikalischer Lobpreis durch das hohe Kirchenschiff von St. Clemens. Gleich sechsmal präsentierte der Chor Kreuzfidel „Gloria“ beziehungsweise „Ehre sei Gott“-Klänge und meldete sich damit nach der Corona- Zwangspause bei seinen Freunden mit Nachdruck zurück.

Gemeinsam mit einem Kammerorchester und vier stimmstarken Solisten knüpfte das Ensemble unter der Leitung von Regionalkantor Michael Schruff einen farbigen Musikteppich, den das Publikum gerne betrat und die in ihm verarbeiteten Harmonien, Klangbilder und Stimmungen spürbar genoss. Von Barock über Romantik reichte der Epochen-Mix, der auch Modernes mit einbezog. So setzten Kamil Gizenskis Orgelimprovisationen über den Choral „Allein Gott in der Höh sei Ehr“ spannende Akzente. Gespielt auf der kleinen Orgel, weil die große Clemens-Orgel derzeit renoviert wird, habe er zeigen wollen, was „man mit nur vier Registern alles machen kann“, sagte er launig und nutzte die Gelegenheit, um auf die noch nicht durchfinanzierte Sanierung hinzuweisen, und für die anstehenden Benefiz-Veranstaltungen zu werben.

Vivaldis „Gloria“ in D-Dur und Puccinis „Gloria“ aus seiner Messa di Gloria umspannten für das Konzert romantische Kleinodien von Mendelssohn und Rheinberger sowie von Simon Wawer, einem zeitgenössischen Komponisten, der sich mit seiner Musik stark an der geschmeidigen Harmonie dieser Epoche orientiert. Klar spürte man in Mendelssohns Komposition seine Bach-Affinität und in Rheinbergers Gloria die Hommage an die barocken Vorbilder.

Überzeugend als Solisten, im Duett oder als Chor

So war es nur folgerichtig, Vivaldis fulminanten Barock-Gesang sozusagen als Leitmotiv an den Anfang zu setzen. Eine Aufgabe, die der Chor, unterstützt von strahlenden Trompeten des Orchesters, selbstbewusst und mit spürbarer Lust absolvierte. Schnell nahm er mit in die geistliche Vokalkomposition, die mit ihrem Reichtum an Kontrasten beeindruckte und neben Andächtigkeit viel Lebensfreude und puren Genuss beim Zuhören bot. Sowohl Sopranistin Lena-Maria Kramer als auch Christine Hoffmann als Alt punkteten durch bemerkenswerte Souveränität in ihren Soli, als Duett oder in Kombination mit dem Chor. Auch Tenor Dirk Schmitz und Bass Thomas Müller sorgten in ihren Partien immer wieder für Gänsehautfeeling. Am Ende prasselnden, langanhaltenden Applaus.

Termine

Das nächste Konzert in St. Clemens findet am
27. November (1. Advent) um 17 Uhr statt. Michael Mohr (Klarinette), Henrik Wallraven (Posaune) sowie Andrea Wingen und Kamil Gizenski (beide Klavier) spielen in der Reihe Vesperklänge Adventsmusik. Eintritt frei.

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