Landtagswahl 2022

Sebastian Haug (CDU) will für Solingen netzwerken

Sebastian Haug (CDU) will im Landtag unter anderem in der Kulturpolitik für Solingen etwas erreichen. Foto: Michael Schütz
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Sebastian Haug (CDU) will im Landtag unter anderem in der Kulturpolitik für Solingen etwas erreichen.

Das Solinger Tageblatt stellt die Kandidaten für die Landtagswahl am 15. Mai im Porträt vor. Heute: Sebastian Haug von der CDU. Er kandidiert im Wahlkreis Solingen I für den Landtag.

Von Andreas Tews

Solingen. Sebastian Haug gilt in der Solinger Politik nicht gerade als einer der Lautsprecher, die in vorderster Linie für ihre politischen Ziele kämpfen. Obwohl er seit sechseinhalb Jahren Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes ist, wirkt er eher im Hintergrund. Diese Art der Netzwerkarbeit möchte er in den kommenden fünf Jahren auch auf Landesebene für Solingen einsetzen. Am 15. Mai will er bei der Landtagswahl das Direktmandat im Wahlkreis Solingen I gewinnen.

„Der Erfolg hängt oft am persönlichen Einsatz und an der persönlichen Vernetzung“, sagt der Christdemokrat. Zudem sei es nicht unbedingt das Beste für Solingen, wenn man immer politisch im Vordergrund stehe. Seine politischen Schwerpunkte sieht der Rechtsanwalt in der Inneren Sicherheit sowie der Wirtschafts- und der Kulturpolitik.

„Ich bin für eine Ausweitung der Videoüberwachung.“

Sebastian Haug (CDU)

Im Wahlkreis Solingen I ist Sebastian Haug einer von neun Kandidaten. Bei der parteiinternen Nominierung hatte er sich gegen den früheren Oberbürgermeister-Kandidaten Carsten Becker durchgesetzt. In der Kommunalpolitik ist er seit 2004 aktiv – zunächst in der Bezirksvertretung Gräfrath, seit 2009 im Rat der Stadt.

Landtagswahl 2022 in Solingen: Kandidaten, Ergebnisse, Wahlkreis

Nach 18 Jahren in der Kommunalpolitik habe er den Antrieb, sich auf höherer Ebene für die Belange Solingens einzusetzen, erklärt der 47-Jährige. Schließlich sei es unter anderem von Entscheidungen auf Landes- und Bundesebene abhängig, ob die Stadt Solingen genehmigungsfähige Haushalte aufstellen könne. Die Kritik aus dem SPD-geführten Solinger Rathaus, dass die aktuelle CDU/FDP-Landesregierung bei der Gemeindefinanzierung den ländlichen Raum gegenüber den kreisfreien Städten bevorzuge, ist ihm aber zu einseitig. Konsolidierungsbemühungen müsse es auch in den Kommunen geben. Damit zu drohen, dass ab 2025 allein wegen der Landespolitik eine Grundsteuererhöhung möglich sei, hält er für falsch. Er ist dafür, dass die Leitlinien des ausgelaufenen NRW-Stärkungspakts weiter gelten.

Im Bezug auf die innere Sicherheit hat die aktuelle Landesregierung laut Haug unter Innenminister Herbert Reul (CDU) viel erreicht. Unter anderem sei es gelungen, mehr Stellen bei der Polizei zu schaffen und die Polizisten besser auszustatten. Es gebe aber noch einiges zu tun. Auch in Solingen gebe es Clan-Kriminalität und öffentliche Angsträume. Für die Zukunft spricht er sich zum Beispiel für eine Ausweitung der Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen aus. Bisher sei diese nur an statistisch belegten Kriminalitätsschwerpunkten möglich. Auf Basis von Polizeierkenntnissen sollten laut Haug aber auch öffentliche Plätze überwacht werden, bevor ein solcher Brennpunkt entsteht. Diesen präventiven Einsatz der Videotechnik kann er sich am Graf-Wilhelm-Platz und auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs in Ohligs vorstellen.

In der Wirtschaftspolitik setzt der Gräfrather vor allem darauf, dass die Landesregierung beim Bürokratieabbau weitermache. Dies sei für kleine und mittelständische Unternehmen wichtig, wie sie in Solingen vorherrschend seien. In der Kulturpolitik hält Haug eine ausreichende Förderung durch das Land für wichtig. Weiterhin sollten zum Beispiel die Musikschulen unterstützt werden. Dies sei praktische Sozialarbeit, denn Musikschulen erlauben auch solchen Familien einen Zugang zur Musik, die sich keinen Privatlehrer leisten können.

Als Abgeordneter will sich Haug das Bewusstsein bewahren, dass er Verantwortung für die Menschen habe. Dazu sei es nötig, dicke Bretter bohren zu können – und in Netzwerken aktiv zu sein. Haug ist – unter anderem mit Minister Reul – im Bezirksvorstand der bergischen CDU und in der Landeskonferenz seiner Partei zur Europapolitik tätig. Dies will er ausbauen. Haug: „Das ist effektiver, als nur mit Sprechblasen in der Zeitung zu stehen.“

Kandidaten

Zur Person: Sebastian Haug ist 47 Jahre alt, ledig und von Beruf Rechtsanwalt und Fachanwalt für Miet- und Wohnungseigentumsrecht. Er ist seit November 2015 Kreisvorsitzender der Solinger CDU. Außerdem gehört er dem Bezirksvorstand der CDU Bergisches Land und dem Vorstand des Landesfachausschusses Europakonferenz der CDU NRW an. Kommunalpolitisch ist Haug seit 2004 aktiv. Seit 2009 sitzt er im Stadtrat.
Mitbewerber: Gute Chancen auf das Direktmandat im Wahlkreis Solingen I hat neben Haug Marina Dobbert (SPD). Diese beiden stellen wir in unseren Kandidatenporträts ausführlich vor. Weitere Bewerber im Wahlkreis sind Silvia Vaeckenstedt (Grüne), Nina Brattig (FDP), Frederick Kühne (AfD), Max Mothes (Die Partei), Volker Dörner (Die Basis), Joachim Wendel (Volt) und Christoph Gärtner (MLPD).

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