Mobilität

E-Scooter: Auch Lime will seine Flotte erweitern

Seit Mai gibt es E-Scooter in Solingen. Ab 2022 gelten neue Vertragsbedingungen. Anbieter und Stadt verhandeln derzeit. Foto: Christian Beier
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Seit Mai gibt es E-Scooter in Solingen. Ab 2022 gelten neue Vertragsbedingungen. Anbieter und Stadt verhandeln derzeit.

Anbieter Lime will seine E-Scooter-Flotte in der Klingenstadt aufstocken.

Solingen. Das berichtet Sprecher Bodo von Braunmühl auf ST-Anfrage: „Aufgrund der hohen Nachfrage wollen wir unser Angebot in Absprache mit der Stadt ausbauen.“ Nach einer moderaten, witterungsbedingten Reduzierung im Winter solle das im Frühjahr geschehen. Probleme, etwa mit falsch abgestellten Rollern, gebe es nur wenige: „Aktuell verzeichnen wir im Wochendurchschnitt eine Beschwerde in Solingen.“

Solingen: Keine Angaben zur genauen Zahl der Roller

Zur genauen Zahl der Roller, die künftig im Einsatz sein sollen, macht das Unternehmen keine Angaben, berichtet aber von 100.000 Fahrten in Solingen seit der Einführung im Mai. Auch Konkurrent Tier meldete dem Tageblatt diese Anzahl an Fahrten – und hat wie berichtet sein Angebot bereits von 300 auf 500 E-Tretroller ausgebaut.

Als drittes Unternehmen ist seit einigen Tagen Bolt in der Klingenstadt vertreten, Bird hat seine Roller dagegen abgezogen. Ab 2022 sollen die Anbieter Gebühren zahlen – angedacht sind 10 Euro pro Jahr und Roller. Außerdem berät die Stadt mit den Anbietern, wie Behinderungen durch falsch abgestellte Roller für andere Verkehrsteilnehmer reduziert werden können. Unter anderem ist eine „Prüfung der Einführung einer Höchstgrenze“ im Bereich Ohligs im Gespräch. Der Umwelt- und Mobilitätsausschuss soll sich in diesem Jahr damit befassen, die Gebühren muss der Rat beschließen. -bjb-

Unser Artikel vom 25.10.2021

E-Scooter: Solingen erhebt Gebühren ab 2022

Ab 2022 müssen Anbieter von E-Scootern in Solingen zahlen: Eine entsprechende Freistellung von Sondernutzungsgebühren läuft wie geplant zum Jahresende aus.

Von Björn Boch

Solingen. Noch unklar ist die Höhe der Gebühr. Die Verwaltung schlägt 10 Euro pro Jahr und Fahrzeug vor – für die Stadt würde das bei derzeit rund 1500 E-Scootern jährliche Einnahmen von etwa 15.000 Euro bedeuten. Seit Mitte Mai bieten drei Firmen in der Klingenstadt die Roller an. Eine „Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung“ ermöglicht die Teilnahme am Straßenverkehr, die Stadt kann nur einen Regelrahmen setzen. Mitglieder des städtischen Behinderten- und des Seniorenbeirats hatten sich wiederholt kritisch geäußert, weil die Roller andere Verkehrsteilnehmer behinderten – auch das Tageblatt erreichten immer wieder Leser-Beschwerden.

Die Stadt verweist auf erste Erfolge: So seien Parkverbotszonen technisch angepasst und generell ausgeweitet worden. Und: „Die Unfallsituation ist bisher weitgehend unauffällig“, heißt es in einer Vorlage. Teil der Vorlage ist eine „Prüfung der Einführung einer Höchstgrenze“ im Bereich Ohligs. Über den Fortschritt der Verhandlungen mit den Anbietern will die Verwaltung den zuständigen Ausschuss im Dezember informieren. Die Gebühren ab 2022 müssen vom Rat beschlossen werden.

„Insgesamt haben uns wenige Beschwerden aus Solingen erreicht.“

Florian Anders, Sprecher von Tier Mobility

Bei den Anbietern der auch E-Tretroller genannten Scooter gibt es einen Wechsel: Ab sofort stellt die Firma Bolt Fahrzeuge in Solingen bereit, Bird hat seinen Verleih eingestellt. Die Angebote von Tier und Lime bleiben bestehen. Die Gesamtzahl der E-Tretroller bleibe unverändert, so die Stadt.

Bisher sei das Verleihsystem gut angenommen worden, so Stadtsprecherin Sabine Rische. Die Stadt erhält anonymisierte Mobilitätsdaten, die später als Grundlage für Verkehrsplanung dienen. „Da geht es aber nicht um einen konkreten Zeitpunkt, an dem die Erhebung abgeschlossen ist“, so Rische. Ein Zwischenergebnis gebe es noch nicht.

Die Anbieter selbst sind Beschwerden gewohnt. „Wenn neue Fahrzeuge in eine Stadt kommen, sind Irritationen verständlich“, erklärt Florian Anders, Sprecher von Tier Mobility. Fahrräder, Mülltonnen und Autos würden auch oft so abgestellt, dass sie andere behinderten – am Anfang liege eben ein besonderes Augenmerk auf den E-Scootern. „Insgesamt haben uns wenige Beschwerden aus Solingen erreicht, eher weniger als im Vergleich zu anderen Städten“, so Anders. „Kinderkrankheiten“ wie das häufige Abstellen neben der Korkenziehertrasse seien weitgehend aus dem Weg geräumt.

Tier hat aufgrund der Nachfrage in der Klingenstadt von 300 auf 500 Fahrzeuge aufgestockt. „Es läuft also gut für uns in Solingen“, berichtet Anders. Rund 100 000 Fahrten hat das Unternehmen bislang registriert. Im Winter erwarte man naturgemäß einen Rückgang, Tier werde seine Flotte temporär reduzieren. „Wenn es schneit oder vereist ist, sperren wir die gesamte Flotte, so dass mit der App keine Miete gestartet werden kann.“

Die Stadt hatte in den ersten Monaten auf Gebühren verzichtet, „um dem neuen Verkehrssystem der Mikromobilität den Start zu erleichtern“. Dass Gebühren erhoben werden, war von Anfang an geplant. „Wir haben damit auch kein Problem“, betont Tier-Sprecher Anders. „Wir wünschen uns aber, dass das Geld in die Infrastruktur, also in Abstellflächen für E-Scooter, und in den Ausbau von Radwegen gesteckt wird.“

Kontaktdaten für Fragen und Beschwerden sind auf den Rollern vermerkt (siehe unten).

Anbieter

Bolt: Der laut eigenen Angaben „größte Anbieter von Mikromobilität in Europa“ verleiht die E-Scooter für 9 Cent/Minute. Tel. (0 30) 5 68 37 39 89, germany-rentals@bolt.eu, Beschwerdeformular: bolt.eu/de/report-scooter

Lime: Die Preise können, so die Firma, „je nach Ort und Zeit variieren“. Tel. (0 69) 77 04 47 33, hilfe@li.me

Tier: Die Freischaltung kostet 1 Euro, die Fahrt, 19 Cent/Minute. Tel. (0 30) 56 83 86 51, support@tier.app

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