Stadt geht Kooperation ein

E-Scooter gehen jetzt auch in Solingen an den Start

Gestern wurden die E-Roller bei einem Pressetermin am Rathaus vorgestellt. Foto: Christian Beier
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Am Mittwoch wurden die E-Roller bei einem Pressetermin am Rathaus vorgestellt.

Teilweise waren sie schon am Dienstagabend sichtbar und einigen Solingern aufgefallen, am Mittwochmorgen fiel dann der offizielle Startschuss.

Von Timo Lemmer

Solingen. In Solingen gibt es nun drei Anbieter von ausleihbaren E-Scootern, die im Stadtgebiet mit etwa 1000 Exemplaren an markanten Knotenpunkten und Bushaltestellen starten. Die Unternehmen Lime, Bird und Tier Mobility haben dazu eine Kooperation mit der Stadt begründet, die mindestens bis zum Ende des Jahres auf Sondernutzungsgebühren verzichtet. Solange läuft auch zunächst der Vertrag, der auf einem vor einigen Monaten vom Städtetag entworfenen Muster aufbaut.

Solingen: Die Anschaffungskosten wurden nicht verraten

Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) erklärte, warum die Vertragsgespräche mit den Anbietern so kooperativ verlaufen seien: „Wir sind die erste Stadt im bergischen Städtedreieck, die solch eine Kooperation eingeht. Die E-Scooter sind eine gute Option, die Nahmobilität zu verbessern, und ein guter, neuer Schritt in Sachen Mobilität.“ Mit Blick auf BOB-Busse & Co stelle er fest: „In Solingen haben wir inzwischen eine recht beeindruckende Breite in der E-Mobilität. Damit stehen wir an der Spitze der Entwicklung im gesamten Bergischen Land.“

Nach den ersten Monaten im Feldversuch würden dann etliche Punkte untersucht, so Stadtdirektor Hartmut Hoferichter: Beispielsweise, ob es mehr oder weniger Roller im Stadtgebiet braucht, ob sich weitere beliebte Abstellplätze herauskristallisiert haben – und auch die Frage der Nutzungsgebühren. Die Stadt sei hierbei frei in der Gestaltung: von verminderter bis hoher Sondernutzungsgebühr für die Flächen, auf denen die Roller angeboten werden. Kommunen sei es so möglich, das Angebot in der Stadt zu halten, sofern sie es als sinnvoll für die Mobilitätswende erachten, selbst wenn die Gewinne für die Unternehmen zu gering ausfallen.

E-Tretroller-Sharing startet in Solingen

E-Tretroller-Sharing startet in Solingen
E-Tretroller-Sharing startet in Solingen © Christian Beier
E-Tretroller-Sharing startet in Solingen
E-Tretroller-Sharing startet in Solingen © Christian Beier
E-Tretroller-Sharing startet in Solingen
E-Tretroller-Sharing startet in Solingen © Christian Beier
E-Tretroller-Sharing startet in Solingen
E-Tretroller-Sharing startet in Solingen © Christian Beier
E-Tretroller-Sharing startet in Solingen
E-Tretroller-Sharing startet in Solingen © Christian Beier
E-Tretroller-Sharing startet in Solingen
E-Tretroller-Sharing startet in Solingen © Christian Beier
E-Tretroller-Sharing startet in Solingen
E-Tretroller-Sharing startet in Solingen © Christian Beier
E-Tretroller-Sharing startet in Solingen
E-Tretroller-Sharing startet in Solingen © Christian Beier
E-Tretroller-Sharing startet in Solingen
E-Tretroller-Sharing startet in Solingen © Christian Beier
E-Tretroller-Sharing startet in Solingen
E-Tretroller-Sharing startet in Solingen © Christian Beier
E-Tretroller-Sharing startet in Solingen
E-Tretroller-Sharing startet in Solingen © Christian Beier
E-Tretroller-Sharing startet in Solingen
E-Tretroller-Sharing startet in Solingen © Christian Beier

Die Eignung der Roller untermauerte Carsten Knoch, Abteilungsleiter Mobilität bei der Stadt. Er verwies insbesondere auf die sogenannte „letzte Meile“: „Wenn beispielsweise jemand vom Hauptbahnhof ins Gewerbegebiet Monhofer Feld muss, ist das nun viel leichter.“ Gerade die Hauptbahnhofspendler aus nahe liegenden Großstädten würden die Funktionsweise der Roller bereits gut kennen.

Das Angebot, so Experten, eliminiere weitere Begründungen, innerstädtisch auf das Auto statt beispielsweise den Bus zu setzen. Ausgeliehen werden können die Roller in der App der jeweiligen Anbieter. Abgestellt werden müssen sie nicht an fixen Punkten– einige Zonen sind aber ausgenommen. „Wir arbeiten außerdem daran, die Anzeige, wo und wie viele Roller verfügbar sind, in die Solingen-App zu integrieren“, so Knoch. Dann sei es dort möglich, Roller aller Anbieter auszuwählen – eine Weiterleitung auf die jeweilige Anbieter-App muss aber auch dann noch erfolgen, da eine Zahlungsmethode hinterlegt werden muss. Die Roller in Solingen kosten, je nach Anbieter, neben einem Euro Aktivierungsgebühr 19 oder 20 Cent pro Minute. Sie kommen auf bis zu 20 Stundenkilometer.

Über die Anschaffungskosten eines Rollers schwiegen sich die anwesenden Vertreter der Anbieter aus. Klar sei aber, dass Diebstahl unmöglich sei, da die Roller permanent per GPS geortet werden: Im Falle eines Falles ist übrigens nicht der letzte Kunde haftbar, sofern er den Roller korrekt abgestellt hat – sich also ausloggen konnte. Ob sich das Angebot in Solingen lohne? „Wir können sagen, dass das Geschäft mit den E-Scootern überall läuft. Natürlich mal mehr, mal weniger gut, aber es läuft profitabel“, sagte Alexander Graf von Pfeil (Lime). Darauf, dass gerade zu Beginn sicherlich auch Kritik auflaufen werde, sei man überdies bei der Stadt eingestellt, so Hoferichter: „Aber die Akzeptanz ist deutlich höher geworden. Für uns gehört das Angebot zum guten Mobilitätsmix.“

Regeln

Fahren: Die Anbieter bieten ihre Roller für Kunden ab einem Alter von 18 Jahren an – aus Gründen der Geschäftsfähigkeit. Ein Helm ist nicht verpflichtend, aber empfohlen. Die Elektroroller sind auf denselben Wegen zu verwenden wie Fahrräder, also auf Fahrradweg und Straße (nicht Gehweg).

Abstellen: Gehwege, die mindestens 1,50 Meter breit sind, sind erlaubt, Ausfahrten und ähnliches verboten. Ebenso sind zum Beispiel Friedhöfe, Parks oder Fußgängerzonen in den Apps als Parkverbotszonen ausgewiesen. Dort ist kein Ausloggen möglich, die kostenpflichtige Uhr läuft weiter.

Outdoor-Messe der Stadtwerke: Beim Elektromoblitätstag auf dem Stadtwerke-Gelände wurde die Bandbreite des Angebots deutlich.

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