Fertigstellung im Jahr 2020

An der Schwertstraße entstehen 28 Wohnungen

Eigentümerin errichtet vier Häuser im geförderten Wohnungsbau. 2020 sollen sie fertig sein.

Von Anja Kriskofski

Als am vergangenen Dienstag die Bombe an der Schwertstraße entschärft wurde, verfolgte Marion Drache an ihrem Wohnort im Westerwald den Liveticker des Tageblatts. „Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen, als alles vorbei war“, sagt die gebürtige Solingerin, die die „umsichtige Vorgehensweise“ aller Beteiligten lobt. Drache ist Eigentümerin des Grundstücks, auf dem bei Erdarbeiten der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt worden war. „Wir hatten im Vorfeld alles abgecheckt, aber nichts gefunden.“ Dort, wo ihr Vater mit seinem Unternehmen, der Wilhelm Drache KG, einst Bestecke produzierte, lässt sie vier Mehrfamilienhäuser errichten. 28 Sozialwohnungen sollen entstehen. Die Fertigstellung sei für 2020 geplant.

Das Gelände war zuletzt an einen Getränkemarkt und einen Markisenhändler vermietet. Als nebenan die städtische Kindertagesstätte gebaut wurde, sei die Idee für eine Wohnnutzung entstanden, berichtet die Fachfrau für Public Relations. „Die Lage direkt an der Korkenziehertrasse und am Rande der Innenstadt ist sehr attraktiv.“ Das Vorhaben werde in enger Abstimmung mit der Stadt Solingen umgesetzt. Ein Bewilligungsbescheid auf geförderten Wohnungsbau sei erteilt, bestätigt Stadtsprecherin Sabine Rische.

Marion Drache legt beim Bau der Wohnungen Wert auf Nachhaltigkeit und eine ökologische Bauweise. „Wir verwenden nur regenerative Energien.“ Geheizt werden soll mit Erdwärme, den Strom liefere eine Photovoltaikanlage auf den Dächern.

Die Parkplätze für die Mieter will Drache mit individuellen Ladestationen für E-Bikes und Elektroautos ausstatten lassen.

Zwei Mehrfamilienhäuser mit jeweils sechs Wohnungen werden gebaut, zwei weitere mit acht Wohnungen, erläutert Architektin Renata Ogierman, die das Vorhaben mit ihrer Firma Projektplus umsetzt. Vorgabe sei, die Baulücke „städtebaulich attraktiv zu füllen“. Die Fassade sollen deshalb – in Anlehnung an die bergische Fachwerk-Architektur – in Tannengrün (wie die Schlagläden) und Anthrazit (wie der Schiefer) gestaltet werden.

UNTERNEHMEN

GESCHICHTE Die Besteckfabrik Wilhelm Drache KG wurde 1947 von Marion Draches Vater Willi Drache gegründet. Produktionsstandort war zunächst die heutige Allgäustraße. 1963 habe ihr Vater das Gelände an der Schwertstraße gekauft, um die Besteckproduktion zu erweitern. „Ende der 60er Jahre wurde die Produktion in den Westerwald verlegt, der Firmensitz blieb in Solingen.“ Heute vertreibt die Wilh. Drache KG an der Schützenstraße exklusive Sammlerobjekte und Schmuck.

In Absprache mit der Stadt sei für die Sozialwohnungen eine gemischte Mieterstruktur vorgesehen – vom Single bis zur Familie, erklärt Ogierman. Gebaut werden deshalb Einzimmer-Apartments ebenso wie größere Wohnungen mit bis zu vier Zimmern zwischen 40 und rund 85 Quadratmetern. „Alles barrierefrei, weil die Häuser einen Aufzug bekommen“, betont sie.

Zudem seien alle Wohnungen mit einer Terrasse oder einem Balkon in Süd- oder Süd-West-Ausrichtung vorgesehen. Für Kinder soll ein Spielplatz angelegt werden – angrenzend an die Korkenziehertrasse, die hinter dem Grundstück verläuft. Zwei Häuser werden im hinteren Bereich des Grundstücks gebaut, die beiden anderen rechts an der Grenze zur Kita. Die Parkplätze will Ogierman in der Mitte sowie links und rechts ansiedeln.

Mieter in Sozialwohnungen brauchen Berechtigungsschein

Die Gelder für den geförderten Wohnungsbau fließen aus Landes- und Bundesmitteln, erklärt Stadtsprecherin Rische. „Für den Einzug in geförderten Wohnraum müssen Einkommensgrenzen eingehalten werden.“ Bei Mietwohnungen weise ein Wohnberechtigungsschein nach, dass diese eingehalten werden. So könne ein Haushalt mit zwei Personen bei einem Bruttojahreseinkommen bis 42 000 Euro einen Berechtigungsschein erhalten, bei einer vierköpfigen Familie seien es bis zu 54 000 Euro.

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