„Das Schwarze Haus“: Plakette würdigt kulturelles Erbe

Am historischen Gebäude „Das Schwarze Haus“ an der Neuenkamper Straße erinnert jetzt an der Vorderseite auf der geschlossenen, grünen Schlaglade eine Tafel an die dort wirkende Künstlerkolonie. Fotos: Christian Beier
+
Am historischen Gebäude „Das Schwarze Haus“ an der Neuenkamper Straße erinnert jetzt an der Vorderseite auf der geschlossenen, grünen Schlaglade eine Tafel an die dort wirkende Künstlerkolonie. Fotos: Christian Beier

Das ehemalige Steigerhaus des Bleibergwerks Höhscheid bot Künstlern eine Heimat

Von Philipp Müller

Als in diesem Jahr die Solinger Malerin Bettina Heinen-Ayech starb, war es ihr Sohn, Dr. Haroun Ayech, der sich sofort daran machte, das kulturelle Erbe seiner Mutter für die Öffentlichkeit zu erhalten. Dazu läuft unter anderem bis zum Jahresende ein umfangreiches Buchprojekt. Aber es war auch klar, dass das ehemalige Steigerhaus des Bleibergwerks in Höhscheid, in dem Heinen-Ayech bis zum Schluss lebte, eine zentrale Rolle bei der Würdigung des Lebens von HeinenAyech spielen wird und muss.

Über Jahrzehnte war es Wohn- und Arbeitsort ganz unterschiedlicher Künstler, die doch alle eng miteinander verwoben sind. Daran erinnert jetzt auf der Vorderseite des „Schwarzen Hauses“ eine Plakette. Das Haus steht an der Engstelle der vierspurigen Verbindungsstraße zwischen Höhscheid und Aufderhöhe an der Neuenkamper Straße.

Dr. Ayech erklärt den Hintergrund zum Gebäude: „Der Lyriker und Schriftsteller Hanns Heinen, er lebte von 1895 bis 1961, erwarb 1932 das Fachwerkensemble, bestehend aus zwei historischen Gebäuden. Im größeren der beiden, dem sogenannten „Schwarzen Haus“, entstand auf Betreiben der kunstsinnigen Hausherrin Erna Heinen-Steinhoff, sie lebte von 1898 bis 1969, ein Literarischer Salon.“

Doch nach dem Zweiten Weltkrieg zog dort aus dem Exil der Maler Erwin Johannes Bowien ein. Wohnung und Atelier bezog er im Anbau, dem „Roten Haus“. Bowien und die Tochter der Heinens, die kleine Bettina, hatten sich bereits während der Kriegstage in Bayern kennengelernt. Dr. Ayech erzählt: „Er entdecke das Talent Bettinas und bildete sie ab 1950 systematisch zur Künstlerin aus.“ Die Malerin und ihr Sohn gründeten nach dem Tod Bowiens 1972 eine Gesellschaft, die seitdem das Erbe des Malers der breiten Öffentlichkeit zugänglich macht.

Bettina Heinen-Ayech zog es später nach Algerien, wo sie als hoch angesehene Künstlerin viel Ruhm erlangte. Aber sie arbeitete weiter in dem Haus in Höhscheid, in dem sie aufgewachsen war.

Doch künstlerisch herrschte fast nie Ruhe in dem Haus. Denn schon 1955 sei der Hamburger Künstler Amud Uwe Millies hinzugekommen und bezog als dritter und letzter Maler den Ort, berichtet Dr. Ayech. „In den Jahren 1969 bis 1971 lebte und arbeitete dort außerdem der Bildhauer Ernst Egon Osländer.“

Mehr zur Künstlerkolonie unter: www.schwarzes-haus.com

Das könnte Sie auch interessieren

Top-Links

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Kindstötungen in der Hasseldelle: Väter schoben Verantwortung für die Kinder von sich
Kindstötungen in der Hasseldelle: Väter schoben Verantwortung für die Kinder von sich
Kindstötungen in der Hasseldelle: Väter schoben Verantwortung für die Kinder von sich
Corona: Inzidenz sinkt in Solingen auf 6,9 - Coronaschutzregeln verlängert
Corona: Inzidenz sinkt in Solingen auf 6,9 - Coronaschutzregeln verlängert
Corona: Inzidenz sinkt in Solingen auf 6,9 - Coronaschutzregeln verlängert
Verstöße gegen Corona-Regeln: Stadt nimmt 400 000 Euro Bußgeld ein
Verstöße gegen Corona-Regeln: Stadt nimmt 400 000 Euro Bußgeld ein
Verstöße gegen Corona-Regeln: Stadt nimmt 400 000 Euro Bußgeld ein
Motorradfahrer verunglückt auf neuer Wupperbrücke
Motorradfahrer verunglückt auf neuer Wupperbrücke
Motorradfahrer verunglückt auf neuer Wupperbrücke

Kommentare