Bühne

„Schwanensee“ zum Träumen

Das Ensemble fesselte das Publikum mit klassischem Ballett in seiner schönsten Ausprägung.
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Das Ensemble fesselte das Publikum mit klassischem Ballett in seiner schönsten Ausprägung.

The Ukrainian Ballett Theater bekam von 300 Zuschauern prasselnden Applaus.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Prasselnden Applaus und begeisterte Pfiffe erntete am Dienstagabend die Inszenierung von „Schwanensee“. Die P.T.F. Deutsch-Russische Kulturförderung GmbH, präsentierte Tschaikowskys Ballett-Klassiker im Pina-Bausch-Saal, der mehr Interesse verdient hätte, als nur knapp zur Hälfte gefüllte Stuhlreihen. Die Inszenierung war der Ersatz für die im Januar 2022 durch Corona ausgefallene Aufführung.

Knapp 300 Ballettfreunde genossen das romantische Märchen vom Prinzen Siegfried und der zu einem Schwan verzauberten Prinzessin Odette vom ersten bis zum letzten Augenblick und sparten nicht mit Spontanapplaus für besonders eindrucksvoll getanzte Szenen. Allerdings musste der immer wieder schnell verebben, denn kein Live-Orchester war für die Musik zuständig, sondern über die Technik eingespielte, weiterlaufende Klang-Begleitung.

Inszenierung wurde zu einem Teil der Weltkultur

Der berührenden Atmosphäre des Märchens tat das keinen Abbruch. Dafür sorgte nicht nur die exzellente Performance, die an tänzerischer Kompetenz und künstlerischer Ausdruckskraft keine Wünsche offenließ, sondern auch das raffinierte Bühnenbild. Es setzte auf klassische Vorhang- und Leinwand-Elemente, flocht aber digitale Trick-Animationen ein. So sah man zu Beginn etwa die Szenen am Waldteich, wo um Mitternacht die vom bösen Zauberer in Schwäne verwandelten Mädchen für eine Stunde wieder ihre Menschen-Gestalt erhielten. Das Ensemble breitete die im Jahre 1875 entstandene Inszenierung, die längst zu einem nahezu unangetasteten Teil der Weltkultur geworden ist, mit viel Liebe zum Detail vor dem Publikum aus. Und wieder entfaltete sie ihren Zauber und ihre Faszination.

Anrührend überzeugte Odette mit ihrem Schwanenhofstaat durch getanzte Grazie. Verführerisch buhlte Odile – im Auftrag von Zauberer Rotbart – in der Ballszene um die Gunst von Prinz Siegfried, um die Erlösung der Schwanenprinzessin durch die Liebe des Prinzen doch noch zu verhindern. Fast gelang das, denn prompt erlag der Prinz der raffinierten Werbung der bis dato unbekannten Schönen, in der er seine Odette zu erkennen glaubte. Unheimlich schlich sich immer wieder Rotbart ins Bild, um seine Hexenmacht zu demonstrieren. Am Ende musste er dennoch gegen den erstarkten Siegfried aufgeben.

Das Publikum – darunter viele russisch oder ukrainisch sprechende Ballett-Liebhaber – genoss den Abend offensichtlich sehr. Im lang anhaltenden Schluss-Beifall konnte es endlich seine Begeisterung für die zweieinhalb Stunden unterbringen und tat das mit viel Herzblut.

Programm: Der Terminkalender des Theaters und Konzerthauses füllt sich nach der abgeschlossenen Sanierung deutlich. Handzettel kündigen nächste Veranstaltungen an, darunter das Schauspiel „Nathan der Weise“ am 17. Januar, 19.30 Uhr, und die Komödie „Fehler im System“ am 18. Januar, 19.30 Uhr.

theater-solingen.de

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