2200 Schüler müssen ab Donnerstag wieder zum Unterricht

Schulstart: Drei Tage Zeit für Vorbereitungen

Unterrichtsausfall
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Seit einem Monat sind die Schulen geschlossen - ab Donnerstag ändert sich das für einzelne Jahrgänge wieder.

Ministerium legt Rahmenbedingungen zu Präsenz, Abstand und Hygiene fest. Betroffene machen ihrem Unmut Luft.

Von Philipp Müller

Solingen. Am Samstag erhielten Schuldezernentin Dagmar Becker (Grüne) und die Solinger Schulleitungen Angaben aus dem NRW-Schulministerium, wie der Unterricht ab Donnerstag, 23. April für rund 2200 Schüler zu organisieren sei. Unabhängig davon hatte Becker zuvor angekündigt, dass die Vorbereitungen für den Stichtag bereits laufen.

Das Ministerium legte unter anderem fest, wer erscheinen muss: Schüler an Berufskollegs mit Terminen für dezentrale Abschlussprüfungen, für den schriftlichen Teil von Berufsabschlussprüfungen der Kammern und zuständigen Stellen. Auch Schüler allgemeinbildender Schulen mit Terminen zum Erwerb des Hauptschulabschlusses nach Klasse 10 oder des Mittleren Schulabschlusses müssen in der Schule erscheinen. Schulpflicht besteht für Schüler an allen Förderschulen mit Abschlussklassen. Lediglich für Abiturienten gilt die Wahl, ob sie Vorbereitungsunterricht wahrnehmen. Bleiben sie fern, ist die Schule zu informieren.

Grüne und SPD kritisieren frühen Schulstart

Große Unsicherheit herrscht bei vielen Betroffenen wegen dieser frühen Öffnung der Schulen. Vor allem deshalb, weil eine Ansteckung mit Sars-CoV-2 befürchtet wird. Widerstand wurde von Solinger Eltern, Lehrern und Schülern in den sozialen Netzwerken geäußert. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen sowie die SPD-Ratsfraktion Solingen halten einen unüberlegten und schnellen Schulstart in NRW für verantwortungslos. „Es stehen noch viele ungeklärte Fragen im Raum, von der sicheren Beförderung im ÖPNV bis zur Einsatzfähigkeit der Lehrer, die zur Risikogruppe gehören. Hier braucht es mehr Zeit“, heißt es von den Grünen. Die SPD-Ratsfraktion Solingen fügt hinzu, dass das Einhalten der Hygienevorschriften möglich sein muss und Klassengrößen angepasst werden. Sie appellierte an alle Beteiligten, dass ein ruhiger Neustart notwendig sei.

Lehrer über 60 Jahre dürfen freiwillig Stunden geben

Das Ministerium bestimmte am Samstag: Haben Schüler in Bezug auf das Corona-Virus (Covid-19) relevante Vorerkrankungen, entscheiden – gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem Arzt – die Eltern, ob für ihr Kind eine gesundheitliche Gefährdung durch den Schulbesuch entstehen könnte. Die Eltern teilen ihre Entscheidung der Schule mit. Prüfungen müssen aber abgelegt werden. Das Schulministerium verlangt: „So muss das Schulgebäude einzeln oder durch einen gesonderten Eingang betreten werden können und erforderlichenfalls die Prüfung in einem eigenen Raum durchgeführt werden.“ Lehrer mit Vorerkrankungen werden bis zum 4. Mai – dann öffnen weitere Schulen – nicht eingesetzt. Lehrer, die älter als 60 Jahre sind, sind vom Unterricht in den Schulen befreit, dürfen aber freiwillig Stunden geben.

Pflicht sind Abstand und stärkere Hygiene-Maßnahmen

Ein Mindestabstand von 1,5 Metern muss stets eingehalten werden. „Es hat eine namentliche und nach Sitzplatz bezogene Registrierung zu erfolgen, um eine etwaige Nachbefragung oder Kontakt-Nachverfolgung zu ermöglichen“, heißt es vom Ministerium. Zudem seien die Räume und die Wege so zu gestalten, dass der Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten ist.

Wichtig neben dem Abstand ist die Hygiene. Dazu sagt das Schreiben: „Es ist für ausreichende Hände-Waschmöglichkeiten zu sorgen. Die Sanitäranlagen müssen mindestens mit ausreichend Seifenspendern ausgestattet sein. Sie müssen unter dem Kriterium der Abstandswahrung gut erreichbar sein.“ Der Zugang zur Händedesinfektion solle vor Eintritt in den Unterrichtsraum und an gut erreichbaren Plätzen im Gebäude ermöglicht werden.

Ab heute haben die Solinger Schulen drei Wochentage Zeit, die Vorgaben umzusetzen.

Mehr Details: https://t1p.de/mzpp

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