Corona-Situation in Klassenzimmern

Schulleiter in Solingen hoffen auf den Krisengipfel

Peter Wirtz (Fals) ist Sprecher des Sprecherrats der Schulen. Foto: cb
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Peter Wirtz (Fals) ist Sprecher des Sprecherrats der Schulen.

Corona-Situation in den Klassenzimmern soll nächste Woche Thema werden.

Von Björn Boch

Solingen. Wenn in der kommenden Woche Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs erneut über Corona-Maßnahmen beraten, blicken auch die Solinger Schulen gespannt nach Berlin. Und haben einen klaren Wunsch: „Es ist für alle Beteiligten wichtig, dass es eine Zahl gibt“, sagte Peter Wirtz, Leiter der Friedrich-Albert-Lange-Schule (Fals) und Sprecher des Sprecherrats der Schulen. Wichtig sei, zu definieren, ab welcher Inzidenzzahl Schulen Maßnahmen ergreifen können – zum Beispiel ab einem Wert über 100. Zum Vergleich: Solingen lag am Mittwoch bei 257.

Die Stadtverwaltung wollte an den Schulen Anfang November – mit Ausnahme von Grund- und Förderschulen sowie Abschlussklassen – geteilten Unterricht einführen. Abwechselnd sollte die Hälfte der Schüler vor Ort, die andere digital zu Hause lernen. Mit der Halbierung der Klassen sollten Kontakte reduziert und Infektionszahlen gesenkt werden. Das Land untersagte die Lösung als „zu pauschal“. Die Halbierung empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI) ab einer Inzidenz von 50, die Kultusminister der Länder haben Präsenzunterricht für alle aber als oberstes Ziel ausgegeben. Kommende Woche werde nun beraten, „wie Ansteckungsrisiken im Schulbereich in Hotspots reduziert werden können“.

Mehr als 100 Lehrer und mehr als 1600 Solinger Schüler waren gestern in Quarantäne. Die Grundschule Weyer musste eine Klasse und eine OGS-Gruppe in Quarantäne schicken, da eine Schülerin positiv getestet worden war. 41 Kinder und je zwei Lehrerinnen und Erzieherinnen sind betroffen.

Peter Wirtz rät allen Schulleitern, die Vorbereitungen für andere Unterrichtsformen im Blick zu behalten. Die Schulleiter sehen laut Wirtz weiterhin Chancen in dem Modell „Solinger Weg“, auch wenn im digitalen Unterricht sicher noch nicht alles glatt laufe.

In den Klassen würden Schutzmaßnahmen wie häufiges Lüften und Maskenpflicht an weiterführenden Schulen gut umgesetzt: „Aber Erkältungskrankheiten nehmen bereits zu“, erklärte Wirtz. Außerdem habe die Schule kaum Einfluss auf das Verhalten der Schüler auf dem Schulweg. Möglichkeiten, Unterrichtsstunden zu entzerren und mehr Busse einzusetzen, seien „ausgereizt“.

Solingens Schuldezernentin Dagmar Becker (Grüne) widersprach indes Aussagen des stellvertretenden NRW-Ministerpräsidenten Joachim Stamp (FDP), wonach der Solinger Weg auch deshalb „nicht in Ordnung war, weil das gar nicht alle Schulen dort wollten“. Becker sagte auf Anfrage, dass in der Konferenz zur Vorbereitung neben Rechtsdezernent Jan Welzel (CDU) und ihr Vertreter aller Schulformen dabei waren. „Jan Welzel und ich sind offene Türen eingerannt. Alle haben gesagt, dass die Maßnahmen Sinn machen.“ Auch im Nachhinein habe es keinen Widerspruch einzelner Schulen gegeben.

Auch Peter Wirtz bestätigte die Einstimmigkeit der Konferenz. „Es gibt gute Gründe, Schulen im Präsenzunterricht zu halten, aber eben auch gute Gründe, die Infektionswelle brechen zu müssen.“ Für Wirtz, der sich unter anderem stark für die Walder Theatertage engagiert, geht es dabei nicht nur um die Schulen, sondern auch um die Kultur, deren Einrichtungen derzeit geschlossen bleiben müssen. Wirtz: „Ohne Kultur verhungern wir.“

Aktuelle Informationen zur Corona-Situation in Solingen erhalten Sie in unserem Corona-Blog.

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