Tierisch

Schulhund Cookie hilft beim Stressabbau

Cookie holt sich Streicheleinheiten von Timo aus der Klasse 6a ab.
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Cookie holt sich Streicheleinheiten von Timo aus der Klasse 6a ab.

An der August-Dicke-Schule sind Vierbeiner im Einsatz.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Wenn die Kinder der Klasse 6a der August-Dicke-Schule (ADS) dienstags im Lernbüro arbeiten, kann es sein, dass sie zwischendurch von einer feuchten Nase angestupst werden. Im vergangenen Jahr ist das Gymnasium in die tiergestützte Pädagogik eingestiegen. Zwei Schulhunde sind seitdem im Unterricht im Einsatz. Einer von ihnen ist der Portugiesische Wasserhund Cookie. An bis zu drei Tagen in der Woche begleitet der neun Monate alte Hund sein Frauchen Luisa Kobeloer in die ADS. Die Lehrerin unterrichtet dort Mathematik und Spanisch – manchmal mit Unterstützung von Cookie.

Die ADS ist nicht die erste Solinger Schule, die einen Schulhund hat. Vierbeiner, die für den Einsatz im Unterricht ausgebildet sind, sind unter anderem an der Sekundarschule und an der Albert-Schweitzer-Schule im Einsatz. Luisa Kobeloer hat die tiergestützte Pädagogik im Referendariat in Remscheid kennengelernt. Vor der Einführung an der ADS sei das Kollegium befragt worden und habe zugestimmt, berichtet Direktor Dr. Stefan Trenner. Auch die Schulkonferenz gab grünes Licht. In den Klassen, in denen der Hund mit im Unterricht ist, seien zudem die Eltern befragt worden, ob es bei Schülern Ängste oder Allergien gibt. In einem Kurs bleibt der Hund deshalb an der Leine. „Es muss niemand mit Cookie in Kontakt treten“, betont Kobeloer.

Der junge Rüde ist in maximal zwei Schulstunden pro Tag dabei. Zwischendurch hat er immer Pausen, in denen er sich im „Hundebüro“ ausruhen kann. „Es ist wichtig, dass das nicht mit Stress für ihn verbunden ist“, sagt Luisa Kobeloer. In der Schule trägt Cookie ein Halstuch: „Das ist für ihn das Signal Arbeit.“ Zum Schulhund ausgebildet wurde er in einer Mettmanner Hundeschule. Nach der erfolgreich absolvierten Theorie steht noch die praktische Prüfung an.

In der 6a liegt er an diesem Vormittag zunächst auf seiner Matte. Ein Hundeteam ist in jeder Klasse dafür zuständig, dass unter anderem die Matte und ein Napf mit frischem Wasser für den Hund bereitstehen. An der Klassenzimmertür hängt außen das Schild „Cookie im Dienst“. Erst als alle Kinder sitzen, lässt Kobeloer Cookie von der Leine, der dann mal hier, mal dahin geht, während die Kinder arbeiten.

Für den Umgang mit den Schulhunden Cookie und Willi hat die ADS Regeln aufgestellt: „Wir dürfen ihn nur einzeln streicheln“, erklärt Adele aus der 6a. „Wir sollen ihn davon abhalten, wenn er an die Taschen geht“, sagt Lotte. Zu den weiteren Regeln im Umgang mit dem Schulhund zählt zudem: nicht füttern, keine Kommandos geben, nicht hochheben und nicht zu ihm gehen, wenn er auf seiner Matte liegt. Leonard ist einer der Hundebetreuer der 6a: „Wenn es stressig wird, kann man sich durch das Streicheln gut ablenken.“ Er habe sich für die Aufgabe gemeldet, weil es in seiner Familie mehrere Hunde gebe: „Meine Tanten und meine Oma haben alle einen.“

Cookie hat einen eigenenInstagram-Account

Die Hunde passten gut ins Schulprogramm der ADS, sagt Stefan Trenner: „Regeln einzuhalten ist ein Punkt, ebenso wie Stärken auszubauen und Verantwortung zu übernehmen. Aber er ist kein Therapiehund.“ Luisa Kobeloer zählt die Vorteile der tiergestützten Pädagogik auf: Im Kontakt mit dem Hund werde das Kuschelhormon Oxytocin ausgeschüttet und Stress abgebaut, die Konzentration werde gesteigert und die Schüler lernten Rücksichtnahme. Nicht zuletzt kann das Thema Hund im Unterricht eingesetzt werden: zum Beispiel bei Tierbeschreibungen im Fach Deutsch.

Die tiergestützte Pädagogik will die Schule noch ausbauen. So soll Cookie auch beim Sozialkompetenztraining „Sozial genial“ mit von der Partie sein. „Wir üben außerdem gerade, dass Cookie einen Buzzer betätigt oder ein Glücksrad dreht“, erzählt Luisa Kobeloer. Auch eine Hunde AG ist geplant. Damit die Schülerinnen und Schüler Cookie auch außerhalb der Schule folgen können, hat seine Halterin einen Instagram-Account eingerichtet: favorite.cookie.

Regeln

Genehmigung: Eine Schule muss laut NRW-Schulministerium keine Genehmigung für einen Schulhund einholen. Die Beteiligung der Schulkonferenz und des Schulträgers sei jedoch sinnvoll. Oliver Vogt, Leiter der Schulverwaltung, habe grünes Licht gegeben, berichtet ADS-Leiter Dr. Stefan Trenner.

Gesundheit: Der Hund muss über die vorgeschriebenen Impfungen verfügen und regelmäßig vom Tierarzt untersucht werden.

Vor dem Einsatz des Hundes im Unterricht müssen laut Schulministerium die Eltern nach Allergien ihrer Kinder befragt werden. Die Schüler müssen auf den Einsatz des Hundes vorbereitet werden.

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