Demokratiekonferenz

Diskriminierung? Nicht mit uns!

Carl Becher und Fiona Stanscheit von der Schülervertretung haben die Moderation übernommen.
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Carl Becher und Fiona Stanscheit von der Schülervertretung haben die Moderation übernommen.

Am Humboldtgymnasium fand die achte Solinger Demokratiekonferenz statt. Besucher konnten Tipps zur gesellschaftlichen Zukunft erhalten.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Die achte Ausgabe der Solinger Demokratiekonferenz stand unter dem Motto: „Gesagt, getan! Handeln für lebendige Demokratie“. Gastgeber war das Humboldtgymnasium, das in diesem Jahr in festlichem Rahmen mit dem Siegel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet wurde. Auch der „Silberne Schuh“ wurde in diesem Kontext überreicht. Diesjährige Preisträgerinnen war das Gründungs- und Vorstandstrio des Internationalen Frauenzentrums, Susanne Koch, Haiat Chanfouh und Gisela Köller-Lesweng.

Konkrete Tipps zur gesellschaftlichen Zukunft

Für die Jugendförderung waren vor Ort (v. l.): Isolde Aigner, Victoria Depping, Katja Araújo Botelho, Sawsan Mohammad und Ayça Iper.

Aber die Demokratiekonferenz bot weit mehr als anerkennende Reden, Grußworte und mit Rapper Noah Gordon ein passendes kulturelles i-Tüpfelchen. Zehn Info-Stände zum Stichwort „Antidiskriminierung“ hatten sich zu einem Markt der Möglichkeiten zusammengeschlossen und boten konkrete Hinweise, wie ein Alltag mit Profil und Verantwortung für die ökologische, ökonomische und gesellschaftliche Zukunft der Welt aussehen kann – im Großen, aber auch im Kleinen.

Die Schülervertretung (SV) des Humboldtgymnasiums etwa betonte in den Gesprächen mit Interessierten mit Nachdruck, dass sie den Begriff „Diskriminierung“ deutlich weiter fasst als „Rassismus“. Es seien oft kleine Dinge, in denen bisher von der Gesellschaft kaum als solche registrierte Geringschätzung liege, sagt zum Beispiel Schülervertreter Hendrik Röhr (Q2). „Beispielsweise gibt es seit letztem Schuljahr auf den Mädchentoiletten Schränkchen mit Hygieneartikeln rund um die Monatsblutung. „Keine Schülerin sollte der Peinlichkeit überlassen bleiben, bei plötzlich einsetzender Periode nichts dabei zu haben“. Aber auch Massiveres stand jüngst auf dem Programm, wie die Organisation der Wanderausstellung „Du Jude!“, die sehr beeindruckte.

Alexander Lübeck, Schulleiter des Humboldtgymnasiums, begrüßte die Gäste.

Max Gehrmann vom Forum für soziale Innovation (FSI) erläuterte an einem anderen Stand die Zusammenhänge beim „Fairen Handel“, der, wie er sagt, oft zum Schlagwort verkommt. „Vielen ist nicht bewusst, dass auch der faire Handel Teil der Weltwirtschaft ist und Marktgesetzen folgt, wenn auch mit mehr Teilhabe für die Produzenten“.

Daniela Tobias präsentierte gemeinsam mit Jürgen Regneri das Max-Leven-Zentrum. Einer ihrer Schwerpunkte war die Ausbildung von Interessierten zu Ausstellungsguides, die das Zentrum anbietet. Die erste Runde habe erfolgreich stattgefunden, zwei Teilnehmerinnen hätten bereits ihren ersten Einsatz absolviert, erzählte sie. „Wir möchten auf diese Weise interessierten Schülern die Zeit des Nationalsozialismus näher bringen und sie zu Multiplikatoren in ihrer Altersgruppe machen“, sagte Tobias.

„Solital.de“ ist ein Blog gegen Diskriminierung, Hass und Gewalt, der vom Falken Bildungs- und Freizeitwerk Bergisch-Land initiiert wurde. „Hier kann man über Erfahrungen mit Rassismus oder rechter Gewalt in der Region berichten, sich austauschen, Mut und Solidarität sammeln“, erläuterte Regneri das Konzept. „Das Ganze ist auch als Diskussionsplattform gedacht.“

Sind im Netzwerk „Starkes Band – Faires Handeln“ aktiv (v. l.): Max Gehrmann, Len Königs, Jeremy Utz, Sara Chavarria und Raul Carias.

Das Projekt „fYOUture“ der Jugendförderung habe nun Dauerstatus, berichtete Leiterin Isolde Aigner. „Hand in Hand mit dem Jugendstadtrat sind wir eine Stimme für die Belange der jungen Generation.“ Ihr Bestreben dabei ist, über die Beteiligungsmöglichkeiten an Politik und damit Gestaltung zu informieren.

Workshops

Im Anschluss an die Preisverleihungen fanden im Humboldtgymnasium neun verschiedene Workshops statt, die jungen Frauen und Männern konkretes Rüstzeug an die Hand gaben. „Dissen? Nicht mit uns“ etwa hieß ein Argumentationstraining des ARC (Antirassistisches Informationszentrum). „Rassismus ohne Rassen“ bot der „Wegweiser Bergisch Land“ an. „Hinschauen – Eingreifen – Empowern“ hieß das Seminar, das das Diakonische Werk Solingen in Kooperation mit der ADA (Antidiskriminierungsstelle) vorbereitet hatte.

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