Die Schule hat begonnen – Gott geht mit

Der katholische Pfarrer Michael Mohr lädt in dieser Woche zur Andacht im ST ein. Dabei gibt er den Schülern gute Wünsche mit auf den Weg. Archivfoto: cb / Natalie Kuhls
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Der katholische Pfarrer Michael Mohr lädt in dieser Woche zur Andacht im ST ein. Dabei gibt er den Schülern gute Wünsche mit auf den Weg. Archivfoto: cb / Natalie Kuhls

Theologen laden im ST zur Andacht ein – heute der katholische Pfarrer und Stadtdechant Michael Mohr

Liebe Leserinnen und Leser!

Schule hat begonnen!

Diesen Satz auf Plakaten, oft mit einem „Brems’ dich!“ für Autofahrer ergänzt, kennen bestimmt viele schon aus ihrer eigenen Schulzeit. Irgendwie schwang für mich als Schüler Trauer und Freude in diesem Satz mit: Trauer über das Ferienende, Freude über das Wiedersehen mit den anderen Schülern (und auch mit einigen Lehrern).

In diesem Jahr beginnt natürlich auch die Schule, aber irgendwie ist doch alles anders.

Maskenpflicht auch in Schulklassen, die Erfahrung, dass in anderen Bundesländern nach einigen Tagen die ersten Schulen schon wieder schließen müssen, die Unsicherheit, wie es mit den jetzt schon steigenden Zahlen weitergehen wird. . . Auch hier bin ich hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch nach mehr „Normalität“ und der Sorge um die Gesundheit von mir und vor allem von vielen anderen älteren und/oder kranken Menschen.

„Aber dieses junge Mädchen hatte den Mut zu sagen: Mir geschehe nach deinem Wort.“

Pfarrer Michael Mohr über Maria, die auch hin- und hergerissen war, als der Engel zu ihr kam

Am 15. August feiert die katholische Kirche ein wichtiges Marienfest: Mariä Himmelfahrt. Vor allem in Süddeutschland ist das ein wichtiger Tag, an dem zum Beispiel Kräutersträuße gebunden und gesegnet werden. Mir geht in diesen Tagen eher durch den Kopf, dass auch Maria sicher hin- und hergerissen gewesen sein muss, als sie Besuch von einem Engel bekam, der ihr mitgeteilt hat, dass sie ein Kind bekommen wird. Ganz sicher war da nicht nur Freude, sondern auch Angst, Erschrecken, Aufgeregtheit und manches – teils Widersprüchliches – mehr. Aber dieses junge Mädchen hatte den Mut zu sagen: Mir geschehe nach deinem Wort.

Dass das kein leichter Weg sein würde, das muss ihr klar gewesen sein. Aber sie hat gespürt, dass es Gott ist, der sie ruft und ihr dann auch zusagt, immer bei ihr zu sein und zu helfen.

Gott ist kein spiritueller Superheld

Was kann das jetzt für meine Situation heute bedeuten? Mir fallen drei Dinge ein: Auch wir leben in einer schwierigen Zeit. Und damit meine ich gar nicht nur die Zeit jetzt mit der Pandemie. Herausforderungen, Probleme und Sorgen gibt es immer wieder im Leben. Egal ob das eine Krankheit ist oder die Sorge um die Eltern, die Kinder oder den Beruf oder ganz andere Dinge. Auch uns ruft Gott. Da wird sicher mancher denken: Mich nicht! Aber ich glaube, dass wirklich jeder von Gott gerufen wird und allerdings selbst entscheidet, ob er diesen Ruf hören möchte.

Auch uns sagt Gott zu, dass er uns begleitet und hilft, wenn wir an seiner Seite gehen wollen. Wenn man sich entschließt, Gottes Ruf zu hören und wenn man sich entschließt, diesem Ruf zu folgen, dann ist sicher: Gott ist mit uns unterwegs. Das bedeutet allerdings nicht, dass alles nur noch einfach und problemlos geht, und Gott sozusagen alle Hindernisse und Gefahren aus dem Weg räumt wie ein spiritueller Superheld. Aber es bedeutet, dass ich auch in den dunkelsten und schwersten Stunden sicher sein kann, nicht allein zu sein. Und das hilft.

Schule hat begonnen!

Ich wünsche allen Schülerinnen und Schülern, und natürlich auch allen Lehrerinnen und Lehrern und allen, die sonst noch für die Kinder und Jugendlichen da sind, auch in dieser so seltsamen Zeit die Gewissheit, dass sie nicht allein unterwegs sind. Ganz viele Menschen sind mit Ihnen allen unterwegs, aber eben auch Gott, der Maria gerufen hat und sie begleitet hat, als sie sich entschlossen hat, diesem Ruf zu folgen. Ihnen und euch allen einen guten Start ins neue Schuljahr!

Ihr Pfarrer und Stadtdechant, Michael Mohr

Zur Person

Michael Mohr studierte Theologie in Bonn, Salamanca und Köln. Die Diakonenweihe folgte 2007, die Priesterweihe 2008. Nach Kaplanstellen in Neuss, Wipperfürth und Grevenbroich ist er seit 2016 Pfarrer in Solingen, seit 2017 Stadtdechant.

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