Bildung

Schuldezernentin bedauert fehlende Spielräume

Verwaltungsspitze kritisiert das Land und fordert schnelle Klarheit für die Zeit nach den Ferien.

Schuldezernentin Dagmar Becker (Grüne) bedauerte gestern in einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz, dass „jetzt kurzfristig eine radikale Lösung kommt, die wenig Spielräume lässt“. Am frühen Nachmittag hatten die Schulen per E-Mail erfahren, was ab Montag gilt: In den Klassen 1 bis 7 entscheiden die Erziehungsberechtigten, ob die Schüler vor Ort am Unterricht oder am Distanzlernen teilnehmen. Die Schulpflicht ist nicht aufgehoben. Ab Klasse 8 gilt grundsätzlich Distanzunterricht.

Bei Berufskollegs seien die Anweisungen des Landes nicht eindeutig – die Solinger Schulen beraten derzeit noch. Geöffnet bleiben die Kindertagesstätten, aber verbunden mit dem Appell, Kinder möglichst zu Hause zu betreuen.

Seit Ende Oktober lagen Konzepte vor, um den „Solinger Weg“ – Distanz- und Präsenzunterricht im Wechsel – umzusetzen. Das hatte das Land untersagt. Die jetzige Regel führe dazu, dass es bei den unteren Klassenstufen Präsenz- und Distanzunterricht parallel geben wird, was die Schulen, die ohnehin unter Lehrermangel leiden, vor zusätzliche Schwierigkeiten stelle, betonte Becker.

Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) zeigte sich „tief beeindruckt, wie mutig und engagiert die Schulleiter die Herausforderung annehmen“. Er kritisierte aber auch das Land für die späte Regelung. „Wir hätten gerne durch sachliche Argumente ein Umdenken erreicht. Das hätte uns geholfen, solche Zahlen, wie wir sie jetzt haben, zu vermeiden.“ Sechs Wochen lang habe die Stadt täglich dafür geworben, den „Solinger Weg“ umsetzen zu dürfen. Nun müsse für fast 20 000 Schülerinnen und Schüler in Solingen im Hauruck-Verfahren bis Sonntagabend eine Lösung gefunden werden.

Vieles werde zu Wochenbeginn geklärt werden müssen, sagte Dagmar Becker – noch wüssten die Schulen ja nicht, wie viele Schüler kommen. Und spätestens seit der Pressekonferenz von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Mittag standen die Telefone bei den Schulen nicht mehr still. „Wir brauchen rechtssichere Normen, da reicht eine Schulmail nicht aus“, kritisierte Rechtsdezernent Jan Welzel (CDU).

Zusätzlicher Busverkehr wird beibehalten

Einhellig forderte die gesamte Verwaltungsspitze schnelle, klare und verlässliche Aussagen der Landesregierung, wie es im neuen Jahr an den Schulen weitergehe. Das dürfe nicht wieder kurzfristig nach den Weihnachtsferien entschieden werden.

Klar ist: Sowohl in der kommenden Woche, als auch zum derzeit geplanten Schulbeginn am 11. Januar wird der zusätzliche Busverkehr beibehalten, wie Beigeordneter Hartmut Hoferichter (parteilos) betonte.

Joachim Blümer, Leiter der Theodor-Heuss-Realschule und Vertreter der weiterführenden Schulen im Schulleiter-Sprecherrat, kritisierte: „Die neuen Maßnahmen kommen wieder am Freitagnachmittag und sollen bis Montag umgesetzt werden.“ Es bleibe den Schulen nichts anderes übrig, als zu versuchen, alles in Ruhe zu regeln. Zum Glück seien die Schulen über die Lehrer mit allen Eltern vernetzt, so dass die Eltern digital über die neuen Maßnahmen informiert werden könnten. Das Konzept für die Umsetzung von Distanz- oder Digitalunterricht stehe auf jeden Fall. „Wir retten uns erstmal bis in die Weihnachtsferien und müssen uns dann für Januar neu aufstellen.“ -bjb/sith-

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