In der Schützenburg sprach einst Ferdinand Lassalle zu Arbeitern

Olaf Link und Axel Birkenbeul schrieben die Geschichte der Gaststätten auf.Foto:Christian Beier
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Olaf Link und Axel Birkenbeul schrieben die Geschichte der Gaststätten auf.Foto:Christian Beier

Olaf Link und Axel Birkenbeul reisen in die Vergangenheit der Solinger Gaststätten

Von Philipp Müller

Der eine, Olaf Link, ist schon seit Jahren bekannter Autor zur bergischen und Solinger Geschichte. Der andere, Axel Birkenbeul, ist nicht nur Politiker, er ist auch Stadtführer durch den Stadtteil Höhscheid. Zusammen haben sie mit dem Buch „Zu Gast in Solingen“ ein Buch vorgelegt, dass eine Reise in die Geschichte der Solinger Gastronomie unternimmt.

Wer wusste schon, dass die erste Schützenburg nicht in Ohligs stand, wo später die „Oheios“ Handball spielten? Dort, wo heute das Theater und Konzerthaus die Kultur hochhält, befand sich ab 1833 die Schützenburg als großes Gebäude aus Holz. Ferdinand Lassalle, der Führer des Arbeitervereins, sprach dort zu seinen Gleichgesinnten. 1877 brannte das Gebäude ab, wurde durch einen Steinbau ersetzt, durch Bombenangriffe 1944 schwer beschädigt – und 1957 brannte es erneut ab.

Die Aufzählung der Daten erklärt, worum es Birkenbeul und Link auch geht. Anhand der Geschichten über Solinger Gaststätten und große Orte als Treffpunkte wie etwa das Ittertal zeigen sie auf, wie Gaststätten das gesellschaftliche Leben spiegeln. Da steckt viel Fließarbeit drin. Fotos wurden gesucht und gefunden, Quellen zu den Kneipen und Tresen ausgewertet und in den historischen Zusammenhang gestellt.

Zugleich ist das Buch auch mehr als eine Sammlung für die Nostalgie. Es ist ein Stück Stadtgeschichte zwischen zwei Buchdeckeln entstanden. Die Geschichte wird dabei nach Stadtteilen sortiert und greift ganz unterschiedliche Gaststätten, aber auch die Historie der Hotels auf. Wer erinnert ich noch an „Schloss Wilhelmshöhe“, wo die Nummer 24 Ort eines Ausflugslokals war? Eher weiß sich der Solinger noch Geschichten zu „Beim Paule“ zu erzählen. Emil Broch nannte die Gaststätte nach dem Namen seiner Frau, die er am Eröffnungstag 1929 geheiratet hatte. So sind es dann auch viele Anekdoten, die das Buch als Lesestoff bietet.

Die Intention, die Veränderung der Gastronomie als Zeichen des Wandels der Gesellschaft zu verdeutlichen, wird exemplarisch in Gräfrath deutlich. Dort steht das Hotel zur Post aus den 1820er Jahren in einer Reihe mit dem erst 1984 gegründeten Kaffeehaus. Und doch liegt nur ein Steinwurf zwischen den Betrieben.

„Zu Gast in Solingen – Gaststätten und Hotels in alten Fotografien“, Sutton-Verlag. ISBN: 978-3-96303-261-5, 19,99 Euro

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