Contest

Schülerrockfestival: Gewinner setzen ein Zeichen gegen Hass

Die Geschwisterband Busy Life of Sloth waren die jüngsten Teilnehmer und spielten ein Cover von „Wie blöd du bist“.
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Die Geschwisterband Busy Life of Sloth waren die jüngsten Teilnehmer und spielten ein Cover von „Wie blöd du bist“.

Rap, Rock oder Pop: Contest für Nachwuchsmusiker fand unter dem Motto frei, gleich, online statt

Von Sebastian Dorfmüller

Solingen. Am Wochenende ging das Schülerrockfestival „frei, gleich und online“ mit der Preisverleihung in die letzte Runde. Coronabedingt wurde der Song-Contest hauptsächlich über die soziale Plattform Instagram ausgefochten. Bei den Musik-Genres war von Pop über Rock bis hin zu Rap alles vertreten. Die digitale Ausgabe fand als Alternative zum Festival „frei, gleich und laut“ beziehungsweise den Antirassismustagen statt. Deswegen sollten in den Songs auch Themen wie Antirassismus, Vielfalt und Zusammenhalt aufgegriffen und verarbeitet werden. Preise gab es für die Gruppen Frodo und Leonora, Busy Life of Sloth, Kati und Merle sowie für Rapper Noah Gordon.

Vier Juroren bewerteten die 20 eingereichten Beiträge: Tabitha Brandt, Mitglied des Solinger Jugendstadtrates und der Solinger Sänger und Songwriter Jannik Föste, ehemaliger Teilnehmer bei „The Voice of Germany“ gehörten ebenso dazu wie der 19-jährige ehemalige Schülerrock-Headliner und DSDS-Teilnehmer Daniele Puccia und die Solinger Sängerin und Moderatorin Luisa Skrabic.

Der erste Platz (300 Euro für neues Musikequipment) ging an das Musikerduo Leonora und Frodo. Überzeugt hatten die Jury die groovigen Gitarrensounds einhergehend mit der Stimmharmonie in dem Lied „Move On“. Auch auf Instagram ernteten die beiden großen Zuspruch. So kommentieren einige Nutzer ihr Video mit „Richtig nice“, „Geiler Song“ und „Go for it“. Der zweite Platz (200 Euro) ging an den Rapper Noah Gordon mit dem Song „Artikel 1“. Wie der Name bereits andeutet, geht es in dem Lied vor allem um die Unantastbarkeit der Würde des Menschen.

Noah Gordon rappte in dem Song „Artikel 1“ über die der Würde des Menschen.

Den dritten Platz (100 Euro) vergab die Jury an die jüngste Teilnehmerband Busy Life of Sloth, die sich in ihrem Coversong „Wie blöd du bist“ (Original von Caroline Kebekus) gegen rechtsradikale und intolerante Menschen stellen. Dabei nimmt die Geschwisterband einen ähnlich aktivistischen Unterton ein wie auch schon Noah Gordon.

Neben den Jurygewinnern gab es auch die Möglichkeit, den Publikumspreis zu gewinnen. Dieser wurde von der Bernd Kurzrock Jugendstiftung – 60 for 16 anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens bereitgestellt. Mehr als 1000 Menschen stimmten online jeweils für ihren Favoriten unter den Musikern ab. Das Musikerduo Kati und Merle gewannen mit ihrem Lied „Das Feuer der Liebe“ einen der beiden Publikumspreise. „Wir waren beide mega überrascht und haben nicht mit diesem Preis gerechnet“, berichten Kati und Merle.

Kati und Merle spielten sich mit ihrem Lied „Das Feuer der Liebe“ in die Herzen der Zuschauer und gewannen den Publikumspreis.

Der Publikumspreis für die beste Band ging an Road Trip mit ihrem Lied „Cry“, die mit einem Abstand von 200 Punkten als klarer Sieger aus dem Wettbewerb hervorgingen. „Durch den Contest hatten wir die Chance uns als Band zusammenzufinden und in kurzer Zeit das Beste aus uns rauszuholen“, berichteten Road Trip. Die zwei Preisträger dürfen sich nun über eine Aufnahme in den Valve Records Studios freuen.

„Wir waren beide mega überrascht und haben nicht mit diesem Preis gerechnet.“

Kati und Merle gewannen einen Publikumspreis mit „Das Feuer der Liebe“

Neben dem positiven Feedback der Teilnehmer zeigte sich auch die Jugendförderung als Veranstalter sehr zufrieden. „Wir haben viele junge Musiker motivieren können und gemerkt, wie sie sich gegenseitig unterstützt haben“ sagt Sinja Waldmann, Vorstandsmitglied des Solinger Jugendstadtrats und Mitorganisatorin des Contests. „Der Kampf gegen Rassismus endet nie und wir müssen in jeder Lebensphase zusammenhalten. Mehr kann man sich für einen Contest wie diesen nicht wünschen“, fasst sie weiter zusammen.

Frodo und Leonora beeindruckten mit ihrem Song „Move on“ die Jury und ernteten viel Zuspruch in den sozialen Medien.

20 Gruppen und Solo-Künstler hatten sich an der digitalen Alternative zum Musik Contest „frei, gleich und laut“ beteiligt. Unter den teilnehmenden Gruppen befanden sich acht Bands, drei Duos, sieben Solokünstler, ein Chor und eine Schulklasse. Die Jurypreise und die Umsetzung des Song-Contests wurden vom Förderprogramm Demokratie Leben! – Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit finanziert.

Hintergrund

2017 fusionierte das schon seit 20 Jahren jährlich durchgeführte Schülerrockfestival mit dem Antirassismustag unter dem Titel „frei, gleich und laut“. Neben der Schülerrockbühne traten in den vergangenen Jahren auch weitere Acts auf der Antirassismus-Bühne auf. Zudem fanden sich auch zahlreiche Aktionen und Stände von Gruppen und Initiativen, die zum Gespräch einluden, zum Nachdenken anregen oder einfach nur Spaß haben wollten. Mit dem Festival wollen die Organisatoren offensiv und laut auf Rassismus aufmerksam machen und sich für Vielfalt einsetzen.

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