Jugendhilfeausschuss tagte

161 Schüler warten auf Betreuungsplatz

Der Bedarf wird wohl weiter steigen.

Von Anja Kriskofski

Solingen. Die Stadt Solingen hat seit Sommer 2019 mehrere neue Gruppen in der offenen Ganztagsbetreuung (OGS) an den Grundschulen eröffnet. Doch die Zahl der Plätze reicht immer noch nicht aus: 161 Kinder standen laut Stadtverwaltung zuletzt noch auf der Warteliste. Und der Bedarf wird wohl weiter steigen: Denn 2025 soll der Rechtsanspruch auf einen Ganztagsplatz für Grundschüler kommen. So steht es im Koalitionsvertrag der Bundesregierung. Derzeit gebe es für die Hälfte der Kinder in Solingen einen Platz, sagte die zuständige Dezernentin Dagmar Becker (Grüne) am Montag im Jugendhilfeausschuss (JHA). „Wenn der Rechtsanspruch kommt, rechnen wir mit einem Bedarf von 80 Prozent aller Grundschüler.“

Die Stadt gehe dann von Mehrkosten von mindestens 2,5 Millionen Euro pro Jahr für den städtischen Haushalt aus, rechnete Becker vor. „Wir brauchen deshalb eine grundlegend veränderte Finanzierung der Ganztagsbetreuung.“

Die Finanzen sind das eine, die Qualität das andere. Beim Ausbau der Ganztagsbetreuung müsse auf Qualität Wert gelegt werden, mahnte Schulrätin Monika Hannemann an, die für die Grundschulen zuständig ist. „Das ist ganz wichtig, wenn die Kinder so viel Zeit in der Schule verbringen.“

Träger sprechen von Problemen durch Hygieneauflagen

Die Träger der OGS in Solingen, Wohlfahrtsverbände und Elternvereine, schlagen derweil Alarm. „Wir fragen uns als Träger, wie es überhaupt weitergeht“, sagte Ulrike Kilp, Geschäftsführerin des Diakonischen Werks. „Wegen der Hygieneauflagen durch die Corona-Pandemie haben wir massive Probleme, das Angebot aufrechtzuerhalten.“ Durch die Belastung der Mitarbeiter gebe es hohe Fehlzeiten.

Und dann ist da noch die Frage nach dem Platz: „Wie wird das mit dem unsäglichen Raumproblem in der OGS gesehen“, fragte Dirk Wiebenga, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt. Das Gebäudemanagement habe eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, wie Räume auch gemeinsam genutzt werden könnten, erklärte Jennifer Cyganek von der Schulverwaltung.

Zu Beginn der Sitzung, der letzten in dieser Ratsperiode, hatten die Mitglieder des JHA in einer Gedenkminute für die fünf getöteten Kinder an der Hasseldelle innegehalten.

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