Guter Zweck

Schüler sammeln 10 000 Euro für Flüchtlinge im Camp Moria 2

Theo Hankammer (v. l.) und Kim Schulze von der Humboldtschule, Max Urbitsch von der August-Dicke-Schule, Dr. Christoph Zenses sowie Sky Douangdara von der Alexander-Coppel-Gesamtschule. Foto: to
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Theo Hankammer (v. l.) und Kim Schulze von der Humboldtschule, Max Urbitsch von der August-Dicke-Schule, Dr. Christoph Zenses sowie Sky Douangdara von der Alexander-Coppel-Gesamtschule.

Drei Schulen haben gemeinsam gesammelt.

Von Andreas Erdmann

Solingen. Drei Schulen haben nicht weg-, sondern hingeschaut und eine Sammelaktion für die Geflüchteten im Camp Moria 2 auf Lesbos ins Leben gerufen. 10 000 Euro kamen durch den Aufruf der Schüler zusammen. „Wir freuen uns riesig und sind überwältigt von dem großen Zuspruch – wir hatten bestenfalls mit der Hälfte an Spenden gerechnet“, sagt Max Urbitsch, Schülersprecher der August-Dicke-Schule. Auch die Humboldt-Schülersprecher Theo Hankammer und Kim Schulz sowie Sprecher Sky Douangdara von der Alexander-Coppel-Schule sprachen den Spendern im Namen aller beteiligten Schüler ihren Dank aus.

„Wir hatten zu Anfang der Aktion Kontakt zu einer Studentin, die als Helferin im Lager tätig ist. In einer Videokonferenz schilderte sie uns die große Not in Moria. So wurde es uns zum Anliegen, etwas zu tun, um das Leben der Geflüchteten zu verbessern.“

Am Freitag überreichten die Schülersprecher den Scheck an den Mediziner Dr. Christoph Zenses vom Projekt „Solingen hilft Moria“. Dieses wird getragen vom Verein Solingen hilft. „Das Geld können wir für unsere Arbeit in Moria sehr gut gebrauchen“, erklärte Zenses. Es werde verwandt für Weihnachtsgutscheine, die es Familien ermögliche, in einem Großdiscounter einzukaufen. „So können sie einmal in Würde ihre Besorgungen machen und nicht wie sonst die üblichen Einheitsdosierungen von Paletten im Lastwagen entgegennehmen.“

Seit dem Brand ist die Lage auf Lesbos noch prekärer geworden

Zenses und seine Kollegen sind regelmäßig im Camp und halten Kontakt zu Partnerorganisationen, um zu erfahren, wo Hilfe am dringendsten benötigt wird. Zuletzt war der Arzt im Oktober dort. „Nach dem Brand in Moria hat sich in dem neu aufgebauten Camp die ohnehin prekäre Lage der Geflüchteten noch weiter verschlechtert“, berichtet er. Aktuell leben rund 7000 Menschen in 1000 Zelten dort. Dies ohne Matratzen, ohne Heizung und Licht. Es gibt weder Aufenthaltsräume noch Duschen, nur mobile Toiletten und zu wenige Waschgelegenheiten. „Die Menschen erhalten bloß eine Mahlzeit am Tag und zwei Liter Wasser, das jedoch nicht zum Trinken geeignet ist.“ Wer auf Corona positiv getestet ist, wird strikt isoliert.

Solingen hilft sei größter Spender in Moria. „Angesichts der Überfüllung des Camps steht die Verbesserung der medizinischen Versorgung im Mittelpunkt. Doch mit den Spendengeldern werden auch ein Programm für frisches Trinkwasser und der Aufbau einer Campschule finanziert.“ Neben Spenden sucht der Verein auch Mitarbeiter. Es mangelt derzeit an Ärzten und Pflegekräften, Medizinstudenten, Pädagogen und Übersetzern.

Die Solinger Spenden haben eine hohe Bedeutung für das Camp Moria

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