Angebot

Schüler nehmen Sexualkunde sehr ernst

Bei der Sex-o-menta in der Fals informierte Pro Familia anhand von Modellen des männlichen und weiblichen Körpers.
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Bei der Sex-o-menta in der Fals informierte Pro Familia anhand von Modellen des männlichen und weiblichen Körpers.

Schule, Pro Familia, Caritas, Gesundheitsamt und Gleichstellungsstelle bieten gemeinsam „Sex-o-menta“ an.

Von Simone Theyßen-Speich

Solingen. Ungewöhnlichen Schulunterricht hatten die Neuntklässler gestern an der Friedrich-Albert-Lange-Schule (Fals) in Wald. Statt das Thema Sexualkunde ausschließlich im Biologieunterricht zu behandeln, hatte die Walder Gesamtschule mit der „Sex-o-menta“ Experten des Arbeitskreises Sexualpädagogik zu Gast.

Drei Tage lang hatten alle sechs Klassen des neunten Jahrgangs Gelegenheit, an mehreren Stationen verschiedene Aspekte des Themas kennenzulernen. „Mit diesem zusätzlichen Angebot zum regulären Unterricht möchten wir die Schüler mit allen Sinnen ansprechen und auch Zeit für individuelle Gespräche mit Sexualpädagogen anbieten“, erklärt Sandra Ernst, stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Stadt.

So informierte Floris Bottinga von Pro Familia beispielsweise anhand von dreidimensionalen Modellen über die Anatomie des männlichen und weiblichen Körpers. „Es ist gut, wenn die Jungs auch etwas über den Körper der Frau wissen, und umgekehrt“, so Bottinga. An einer anderen Station wurde der weibliche Zyklus mit Hilfe von farbigen Tüchern anschaulich dargestellt.

„Greifbares“ wechselte dabei immer mit viel Faktenwissen. „Beim Gespräch über Zyklus und Verhütung war für viele Schüler beispielsweise neu, dass männliche Spermien bis zu sieben Tage in der weiblichen Gebärmutter existieren können“, erklärte Alexander Merx. Der Biologie-Lehrer der Fals hat vor neun Jahren die Sex-o-menta gemeinsam mit dem Arbeitskreis Sexualpädagogik entwickelt, jetzt fand sie erstmals nach Corona wieder statt. „Wenn externe Partner dieses Wissen vermitteln, hat das eine andere Überzeugungskraft als eine normale Unterrichtsstunde“, so der Pädagoge. Zudem sei das Angebot für die Schülerinnen und Schüler ja ein „bewertungsfreier Raum ohne Noten“.

Schüler konnten offen über alles sprechen

Das große Interesse der Jugendlichen nahm auch Christian Bustamante von der Schwangerschaftsberatung „Esperanza“ der Caritas wahr, der anhand von Modellen die Nutzung eines Kondomes demonstrierte. Gekicher gab es dabei keines. „Das ist alles sehr interessant und wird auch vertraulich vermittelt“, betonten die Schüler Dustin und Moritz aus der Klasse 9d. Für persönliche Fragen hatten die Organisatoren in der Mediathek der Fals ein Beratungs-Zelt aufgestellt. „Da konnte man offen über alles sprechen“, lobten auch die Schüler Vince und Louis das Konzept.

Seit 2012 die bergische Kooperation der Gesundheitsämter eingeführt wurde und die Beratung für HIV und sexuelle Gesundheit federführend nach Wuppertal ging, wurden in Solingen und Remscheid die Arbeitskreise Sexualpädagogik gegründet. „Darin arbeiten wir mit Pro Familia, Esperanza der Caritas und der Stadt eng zusammen“, erklärte Karin Hoeltz, Ärztin am Gesundheitsamt Wuppertal.

In Wuppertal sei auch erstmals die Sex-o-menta angeboten worden, die dort – offen für Schüler aus allen Schulen – zentral in einem Jugendzentrum stattfindet. In Solingen hatte sich die Friedrich-Albert-Lange-Schule bereiterklärt, das Konzept in den Unterricht der Mittelstufe einzubauen. „In diesem Schulrahmen macht es viel Spaß, das Angebot umzusetzen“, zeigte sich Karin Hoeltz, die selbst auch für persönliche Fragen der Schüler im „Zelt“ zur Verfügung stand, begeistert von der Kooperation.

Die Materialien für die einzelnen Stationen bringen die Partner mit. „Wir als Schule übernehmen mit 300 bis 400 Euro allerdings einen Teil der Kosten, etwa für die Honorarkräfte“, skizziert Dr. Olaf Noll, Leiter der Fals. Grundsätzlich sei das Angebot auch für andere weiterführende Schulen offen, so die Koordinatorin des Arbeitskreises Sexualpädagogik.

Kontakt

Organisation: Federführung für die Sex-o-menta hat der Arbeitskreis Sexualpädagogik, angesiedelt beim Gesundheitsamt Wuppertal. Kooperationspartner in Solingen sind Stadt, Caritas und Pro Familia.

karin.hoeltz@stadt.wuppertal.de

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