Projekt

Schüler entdecken die Sprache in kleinen Gruppen

Nach einer gemeinsamen Runde werden die Kinder, hier die Klasse 1a, in kleinen Gruppen gefördert. Foto: Tim Oelbermann
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Nach einer gemeinsamen Runde werden die Kinder, hier die Klasse 1a, in kleinen Gruppen gefördert.

Grundschule Katternberger Straße hat das Projekt „Sprachenwiese“ für Erstklässler entwickelt.

Von Simone Theyßen-Speich

Ein ganz besonderer Unterricht steht in den ersten Klassen der Grundschule Katternberger Straße morgens in den ersten beiden Schulstunden auf dem Stundenplan. Das Konzept der „Sprachenwiese“ hat die Schule selbst entwickelt, um Kinder, die in der deutschen Sprache noch nicht richtig fit sind, speziell zu fördern.

Nach einer 15-minütigen Sprach-Runde im Klassenverband teilt Lehrerin Rosina Kersken die 27 Schüler ihrer Klasse 1a jeden Morgen auf – je nach Sprachniveau in drei Gruppen. Das ist möglich, weil die Schule es für die „Sprachenwiese“ organisiert, dass alle drei ersten Klassen je zehn Stunden pro Woche von einer weiteren Lehrkraft mit DaZ-Erfahrung (Deutsch als Zweitsprache) unterstützt werden.

„Zusätzlich ist für ebenfalls zehn Stunden eine studentische Hilfskraft in jeder Klasse, die ebenfalls eine Kleingruppe betreut“, erklärt Schulleiterin Katharina Löwe-Hoffmann das Konzept. Diese personelle Aufstockung wurde möglich durch das Kommunale Integrationszentrum, das die „Sprachenwiese“ am Katternberg unterstützt.

Viele Eltern können den Kindern nicht bei der Sprache helfen

Worte richtig auszusprechen, Buchstaben in den Worten zu erkennen, aber auch den Wortschatz erst einmal zu erweitern, das sind Dinge, die in den Kleingruppen geübt werden. „In meiner Klasse beispielsweise haben alle Kinder einen Migrationshintergrund“, beschreibt Rosina Kersken. Da werde in vielen Familien zu Hause nicht Deutsch gesprochen, Eltern könnten ihren Kindern oftmals kaum bei der Sprache helfen.

„Besonders überzeugt hat uns an dem Konzept, dass alle Kinder den gleichen Lerninhalt bekommen, aber in unterschiedlichem Tempo und auf unterschiedlichem Sprachniveau“, zeigt sich Dominika Raczek vom Kommunalen Integrationszentrum begeistert von dem Konzept. „Gerne möchten wir auch andere Schulen motivieren, in diese Richtung aktiv zu werden.“

Das besondere Angebot, das an der Schule seit 2018 jetzt im dritten Jahr für die Erstklässler angeboten wird, funktioniere so gut, weil das Lernen über Beziehungen im Mittelpunkt stehe, betont die Schulleiterin. „Auch im Team brauchen wir dafür empathische Beziehungs-Menschen“, lobt Löwe-Hoffmann die Kollegen und die unterstützenden Studenten.

Der Bedarf für diese besondere Förderung sei groß – und durch die Corona-Pandemie und die Lockdowns in den Schulen noch gewachsen. „Aber auch in dieser Zeit haben die Kollegen den Kontakt zu den Kindern gehalten, haben mit ihnen telefoniert, in Einzelgesprächen am Telefon vorgelesen“, skizziert sie das Engagement.

Die Corona-Lücken müssten dringend gefüllt werden, ist auch Dominika Raczek überzeugt, dass viele Kinder Hilfe brauchen. Auch Arbeitstechniken wie ankreuzen, unterstreichen oder einkreisen müssten oftmals erst trainiert werden.

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