Theater

Schüler bringen Klassiker modern auf die Bühne

Die jungen Schauspieler des Mildred-Scheel-Berufskollegs zeigten eine beeindruckende Aufführung. Foto: Michael Strahlen
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Die jungen Schauspieler des Mildred-Scheel-Berufskollegs zeigten eine beeindruckende Aufführung.

Mildred-Scheel-Berufskolleg zeigte im Theater und Konzerthaus „Nathan der Weise“ – und das Publikum jubelt.

Von Tanja Alandt

Solingen. Hunderte Zuschauer kamen am Donnerstagabend ins Theater und Konzerthaus, um die Schüler und Schülerinnen des Mildred-Scheel-Berufskollegs mit ihrem „Nathan der Weise“ auf der Bühne zu sehen. Regisseurin Kathrin Siewers wählte Gotthold Ephraim Lessings Drama mit der bekannten Ringparabel um die drei Religionen Christentum, Judentum und Islam für ihr fünftes Theaterprojekt an dem Berufskolleg aus.

Vor der Aufführung gab es alles, Aufregung, Tränen.

Dario Erlichmann, Musiklehrer

Sie brachte den Klassiker aus dem Blick einer Schultheatergruppe auf die Bühne, die bei der Inszenierung nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommt. Über Toleranz, politische Korrektheit und kulturelle Aneignung muss diskutiert werden. Angereichert wurde der Auftritt mit musikalischen Einlagen der fünfköpfigen Schulband sowie kurzen Videos und Interviewmitschnitten über das Thema, die auch das Publikum zum Nachdenken brachten.

Nach der einstündigen Aufführung und einem langanhaltenden Applaus schwenkten Zuschauer zu der musikalischen Zugabe der Band Feuerzeuge im Takt. Klassenlehrer Inga Schweitzer und Wolfgang Klein sowie Sportlehrerin Katja Zenzen hielten jeweils ein Schild hoch, was zusammen die Klasse Z 11 A ergab.

Sie hatten den Prozess während des Theaterprojekts verfolgt und konnten zusehen, wie „selbst die Schüchternen immer mehr aus sich herausgekommen sind“. Als die Darsteller und Musiker anschließend Rosen auf der Bühne überreicht bekamen, fiel die letzte Anspannung von ihnen ab und sie waren offensichtlich erleichtert, die Aufführung mit Bravur gemeistert zu haben. „Alles, was bei den Proben nie geklappt hat, hat jetzt geklappt“, freute sich die Schülerin Vanessa Pezzarossa.

Auch Musiklehrer Dario Erlichmann begleitete den Entwicklungsprozess, den die Schüler in der Probenzeit machten. „Vor der Aufführung gab es alles, Aufregung, Tränen, alles“, erzählte er.

Erste Aufführung im Pina-Bausch-Saal nach dem Wasserschaden

Kathrin Siewers erlebte ebenso wie das Selbstbewusstsein und der Selbstausdruck der Schüler immer mehr wuchsen, und genoss zusehen, wie sie immer mehr aus sich heraus gingen.

Unter den begeisterten Zuschauern waren nicht nur Schulleiterin Gabriele Stobbe-Dibbert und der stellvertretende Schulleiter Dimitrios Dr. Lepentsiotis, sondern ebenfalls Ariane Bischoff, Nachhaltigkeitsbeauftragte der Stadt Solingen, Bürgermeisterin Ioanna Zacharaki (SPD) und der erste Bürgermeister Thilo Schnor (Grüne).

Sie alle hoben hervor, wie wichtig es sei, für das Thema zu sensibilisieren, beobachteten zudem viel Talent bei den Schülern und bemerkten, wie wertschätzend es sei, sie an einem so wichtigen Ort auftreten lassen zu dürfen.

Dass die Schüler sich an diesem Ort mit der Gesellschaft auseinandersetzten und den Pina-Bausch-Saal bespielten – die Veranstaltung war zudem die erste nach dem Wasserschaden in dem Saal sowie die vorerst letzte Veranstaltung unter 2G-Plus-Regel – freute auch die Leiterin des Kulturmanagement Solingen Sonja Baumhauer. „Alle dürsten nach sozialem Austausch und Kultur, wir freuen uns sehr, wieder für mehr Leute öffnen zu können“, sagte sie.

Das Projekt

Ermöglicht wurde die Aufführung durch die Förderungen des Ministerpräsidenten des Landes NRW, des Ministerium für Kultur und Wissenschaft, des Kulturmanagement der Stadt Solingen sowie der Stadtwerke Solingen und des Fördervereins des Mildred-Scheel-Berufskollegs.

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