Schule ohne Rassismus

Gesamtschule „Scholle“ wird für Courage ausgezeichnet

Freuen sich (v. l.): Michael Roden (Stadt Solingen), Juliane Hilbricht (stellvertretende Bezirksbürgermeisterin) und Schulleiterin Elke Mosebach-Garbade sowie Patrick Kiesecker (Leiter „AG Weiße Rose“/hinten M.) Seite an Seite mit dem Paten Jonas Reckermann – und Schüler. Foto: Uli Preuss
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Freuen sich (v. l.): Michael Roden (Stadt Solingen), Juliane Hilbricht (stellvertretende Bezirksbürgermeisterin) und Schulleiterin Elke Mosebach-Garbade sowie Patrick Kiesecker (Leiter „AG Weiße Rose“/hinten M.) Seite an Seite mit dem Paten Jonas Reckermann – und Schüler.

Ohligser Gesamtschule bekommt Urkunde und feiert 25 Jahre „AG Weiße Rose“.

Von Andreas Erdmann

In einer Feierstunde wurde am Freitag das Siegel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ an die Geschwister-Scholl-Gesamtschule verliehen. Zudem feierten Schüler, Lehrer und Eltern mit zahlreichen Gästen in der Aula der Schule das 25-jährige Bestehen der Schüler-AG „Weiße Rose“. Schon 2011 wurde diese mit dem Preis „Silberner Schuh“ des Solinger Bündnisses für Toleranz und Zivilcourage ausgezeichnet.

Michael Roden vom Stadtdienst Integration überreichte Siegel und Urkunde an Schülervertreter. Dabei betonte er in seiner Laudatio, dass die „Scholle eigentlich schon lange eine Schule mit Courage“ sei. Denn die Einrichtung sehe sich „von Anfang an ihren Namensgebern, den Geschwistern Scholl, verpflichtet“ und habe sich neben der „Weiße-Rose“-AG auch „in unzähligen anderen Projekten für Demokratie und die Gleichwertigkeit aller Menschen eingesetzt.“ Somit ist die „Scholle“ die achte Schule in Solingen, welche die von der Bundesregierung unterstützte Auszeichnung erhält. Dabei kann jede Schule den Titel erwerben. „Voraussetzung ist, dass mindestens 70 Prozent aller Schüler und Lehrer sich verpflichten, aktiv gegen Rassismus vorzugehen, bei interkulturellen Konflikten einzugreifen und regelmäßige Projekttage zu dem Thema durchzuführen“, erklärte der für die Antirassismus-Arbeit an der Schule zuständige Lehrer, Patrick Kiesecker. „Vor einem Jahr bewarben wir uns beim Kommunalen Integrationszentrum um das Siegel. Seither leisteten über 1000 Schüler, Lehrer und Eltern ihre Unterschrift dafür, dass sie den Grundsätzen einer Schule ohne Rassismus zustimmen.“

Glückwünsche überbrachte auch Olympiasieger Jonas Reckermann

Schulleiterin Elke Mosebach-Garbade betonte in ihrer Danksagung an die Schüler und Lehrer, wie wichtig Antirassismus-Arbeit in der Gegenwart sei. Sie appellierte, „einer zunehmenden Ideologie der Ungleichwertigkeit Widerstand zu leisten und Feindlichkeiten gegen Muslime, Juden, Homosexuelle, Behinderte, Obdachlose oder andere Gruppe keine Chance zu geben“. Menschliche Vielfalt gehöre zum Wesen einer Gesellschaft und sei „keine Schwäche, sondern bilde ihren Reichtum“.

AG WEISSE ROSE

ORGANISATION Nach dem Brandanschlag von Mölln 1992 gründeten drei Schüler und drei Lehrer an der Gesamtschule eine AG gegen Rassismus.

AKTIONEN Angewachsen auf 40 Schüler gestaltet die AG Gedenktage am 27. Januar und 9. November und zum Todestag der Geschwister Scholl am 22. Februar. Dazu betreut sie zwei „Stolpersteine“, organisiert Begegnungen mit Zeitzeugen, Besuche von KZ-Gedenkstätten und beteiligt sich an verschiedenen Aktionen des Bündnisses „bunt statt braun“. www.gesamtschule-ohligs.de

Neben Glückwünschen von Beachvolleyball-Olympiasieger Jonas Reckermann, der die Patenschaft für das Projekt „Schule ohne Rassismus“ übernommen hat, gratulierte die NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) den Schülern über eine Videobotschaft zu der Auszeichnung und zum 25-jährigen Bestehen der Schüler-AG. Professor Wolfgang Huber von der Weiße-Rose-Stiftung gratulierte in brieflicher Form. Sein Vater Kurt Huber gehörte zur Widerstandsgruppe um die Geschwister Hans und Sophie Scholl, die von der Gestapo ermordet wurden, nachdem sie Flugblätter gegen das Naziregime verteilt hatten. Huber lobte das „besondere Engagement der AG für ein friedliches Miteinander“ und warnte vor antidemokratischen Tendenzen in der Gesellschaft: „In einer Demokratie hat Rassismus keinen Platz.“ Für den Unterhaltungsteil der Veranstaltung sorgte die Zirkus-AG aus den Jahrgängen 5 bis 7 mit einer rasanten Tanzshow auf Inlinern. Engagiert brachten Schüler des Q1-Musikkurses ihren selbstverfassten „Anti-Rassismus-Rap“ dar.

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