Schnelles Internet

Breitbandausbau nimmt in Solingen Fahrt auf

Mit den Unterschriften von Nils Waning (l.) und Tim Kurzbach fiel der offizielle Startschuss für den Glasfaserausbau. Foto: Christian Beier
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Mit den Unterschriften von Nils Waning (l.) und Tim Kurzbach fiel der offizielle Startschuss für den Glasfaserausbau.

3782 unterversorgte Haushalte und 146 Unternehmen in Solingen erhalten einen schnellen Internetzugang.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Die ersten Kilometer Glasfaser liegen bereits. Der offizielle Startschuss für den Anschluss von 3300 unterversorgten Solinger Adressen fiel allerdings am Freitagnachmittag. In den kommenden etwas mehr als zwei Jahren erhalten in der Klingenstadt 3782 Haushalte und 146 Unternehmen Zugang zum schnellen Internet.

Für die Beseitigung sogenannter „weißer Flecke“ haben Bund und Land ein Förderprogramm aufgelegt. Mit 21,8 Millionen Euro unterstützen sie den Breitbandausbau in Solingen. Im Vorfeld wurden alle Adressen identifiziert, an denen eine geringere Datenübertragungsrate als 30 Megabit pro Sekunde verfügbar ist. Für die dortigen Immobilien besteht ein Anrecht auf einen kostenlosen Glasfaseranschluss. Darüber hat die Epcan GmbH, die das Projekt mit der Stadt umsetzt, die Eigentümer informiert. Rund 63 Prozent schlossen einen Gestattungsvertrag für die Maßnahme ab.

„Solange die Bagger noch nicht vorbei sind, finden wir im Regelfall noch eine kurzfristige Lösung.“

Nils Waning, Geschäftsführer von Epcan, über Möglichkeiten für Kurzentschlossene

Nils Waning rechnet damit, dass die Quote in den kommenden Wochen noch auf mehr als 70 Prozent steigen könnte. Erfahrungsgemäß gebe es viele Kurzentschlossene, wenn die Arbeiter erst einmal in Sicht sind. „Solange die Bagger noch nicht vorbei sind, finden wir im Regelfall noch eine kurzfristige Lösung“, betont der Epcan-Geschäftsführer.

Wer sich als Eigentümer einer unterversorgten Immobilie erst nach den Bauarbeiten für einen Anschluss entscheidet, müsse die Kosten für die Leitung von der Grundstücksgrenze bis ins Gebäude selbst tragen. Normalerweise gehe das mit Ausgaben in Höhe von etwa 3000 Euro einher. „Bei der aktuellen Preisentwicklung muss man allerdings mit deutlich mehr rechnen“, führt Waning aus.

Auch sein Unternehmen sieht sich mit Kostensteigerungen konfrontiert. Der Einfluss auf das Projekt in Solingen halte sich jedoch dank langfristiger Verträge in Grenzen. Auch die angespannte Materialsituation gefährde den Zeitplan nicht: „Wir haben uns gesichert, was wir brauchen.“ Bis ins Jahr 2024 werden sich die Arbeiten erstrecken. Der Ausbau startet im Solinger Norden und endet in mehr als zwei Jahren im Westen.

Die Ausführung übernimmt die Firma Fibra-Kom als Generalunternehmen. Die Maßnahme sei durchaus herausfordernd. „Wir haben es hier mit einer besonderen Topographie, vielen verschiedenen Bodenklassen und teilweise weiten Wegen zu einzelnen Häusern zu tun“, beschreibt Nils Waning. Unproblematisch sei dagegen die Kooperation mit der Verwaltung sowie den Solingerinnen und Solingern. Auch Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) lobte die „hervorragende Zusammenarbeit“. Die Bedeutung einer guten digitalen Infrastruktur sei immens. Das bestätigt der städtische Breitbandkoordinator Alexander Osterhold: „Projekte wie dieses lindern Schmerzen, die viele Menschen mit einer schlechten Anbindung in der Corona-Pandemie hatten.“

Vor diesem Hintergrund arbeite die Stadt daran, den Breitbandausbau mit weiteren Projekten voranzutreiben, kündigte Kurzbach an. Er ermutigt vor allem Unternehmerinnen und Unternehmen, sich mit dem Thema zu beschäftigen und entsprechende Angebote anzunehmen. Dies sei essenziell, „um Zukunft zu schaffen“.

Hintergrund

Die Epcan GmbH aus dem münsterländischen Vreden setzt den Glasfaserausbau für unterversorgte Solinger Haushalte in Kooperation mit der Stadtverwaltung um. Weitere Informationen zum Projekt wie eine Übersicht der Ausbau-Cluster gibt es im Internet: www.epcan.de/solingen

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