Reaktionen der Solinger Politik

Schließung der St. Lukas Klinik: „Notfallversorgung in Solingen halten“

Die St. Lukas Klinik an der Schwanenstraße ist nicht nur für Ohligs ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsversorgung. Foto: Christian Beier
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Die St. Lukas Klinik an der Schwanenstraße ist nicht nur für Ohligs ein wichtiger Bestandteil der Gesundheitsversorgung.

Besorgt und entsetzt reagieren Vertreter der Solinger Politik auf die Ankündigung der katholischen Kplus-Gruppe, die St. Lukas Klinik in Ohligs 2026 zu schließen.

Solingen. Für diese Entscheidung zeigen sie wenig Verständnis. In Pandemie-Zeiten, in denen das Gesundheitssystem an seine Grenzen stoße, sei dies das falsche Zeichen. Mit der Rathausspitze sind sich die Politiker darin einig: Jetzt gehe es darum, dass der Weggang der Lukas-Klinik für die Gesundheitsversorgung in Solingen keine Nachteile bringt. Vor allem das Städtische Klinikum spielt in diesen Überlegungen eine Rolle.

Es ist in erster Linie die neurologische Abteilung der Lukas-Klinik, die von den Politikern als wichtig eingestuft wird. Mit ihrer Stroke-Unit hat sie eine wichtige Funktion bei der Versorgung von Schlaganfall-Patienten aus Solingen. Kplus bietet an, ab 2026 neben der dann nach Hilden verlagerten Schlaganfallversorgung eine Dependance im Solinger Klinikums zu unterhalten.

„Dies kann auch eine große Chance für das Städtische Klinikum sein.“

Dr. Robert Weindl (FDP)

Auf die Übernahme medizinischer Leistungen der St. Lukas Klinik sei das Städtische Klinikum zwar wirtschaftlich nicht angewiesen, erklärte Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD). Im Interesse der Solinger Bevölkerung zeigt er sich aber bereit, zusätzliche Verantwortung zu übernehmen. Kurzbach: „Die optimale medizinische Versorgung der Solingerinnen und Solinger ist unser Auftrag.“ Für den städtischen Gesundheitsdezernenten Jan Welzel (CDU) ist es wichtig, dass sich die medizinische Versorgung in der Stadt nicht verschlechtert. Hier hat er vor allem die Schlaganfallversorgung im Blick.

Solingen: Für Ohligs fällt ein wichtiger Arbeitgeber weg

Dies unterstreichen der Bundestagsabgeordnete Ingo Schäfer (SPD) und der CDU-Ratsfaktionsvorsitzende Daniel Flemm. Aufgabe der Solinger Politik werde es sein, eine Stroke-Unit ins Städtische Klinikum zu bekommen, sagt Flemm. Sorgen um die westlichen Stadtteile macht sich die SPD-Landtagsabgeordnete Marina Dobbert. Es müsse geklärt werden, ob Notfallpatienten aus Ohligs oder Aufderhöhe künftig überhaupt noch schnell genug versorgt werden könnten. Die Grünen-Bezirksvertreterin Claudia Ring zeigt sich besorgt darüber, dass für Ohligs ein wichtiger Arbeitgeber wegfalle.

2026 soll Umzug erfolgen: St. Lukas Klinik gibt Ohligser Standort auf - Wechsel nach Hilden

Das Städtische Klinikum dürfte nicht nur für Schlaganfall-Patienten wichtiger werden, erklärt FDP-Gesundheitspolitiker Dr. Robert Weindl. Dort müsse künftig auch eine Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie angesiedelt sein. Für ein Krankenhaus der Maximalversorgung, das über eine Unfallchirurgie verfüge, sei dies konsequent. Wichtig sei, dass das Angebot beim Kplus-Rückzug nicht aus Solingen abgezogen werde. Weindl: „So kann dies auch eine große Chance für das Städtische Klinikum sein.“ Der Vorsitzende der BfS/ABI-Ratsfraktion Jan Michael Lange unterstützt dies: „Das Klinikum muss und wird diese Situation nutzen, um sich noch breiter als Gesundheitsanbieter aufzustellen.“

Christdemokrat Flemm kritisiert, dass auch bei einem kirchlichen Träger bei der Gesundheitsversorgung wirtschaftliche Aspekte dominieren. Martin Bender (BfS/ABI-Ratsfraktion) moniert: „Auch für die Kirche ist Gesundheit nur noch ein Spekulationsobjekt.“ Dies zeige einmal mehr, dass es richtig gewesen sei, das Städtische Klinikum nicht an einen privaten Investor zu verkaufen. Dem stimmt der Sprecher der Grünen-Ratsfraktion, Frank Knoche, zu: „Auf der Ebene der Politik sollten wir endlich ernsthaft diskutieren, ob wir wollen, dass das Gesundheitssystem wirtschaftlich aufgestellt sein muss.“

Landespolitik

Kritik an der von CDU und FDP geführten NRW-Landesregierung äußern der Bundestagsabgeordnete Ingo Schäfer und der Landtagsabgeordnete Josef Neumann (beide SPD). Das Beispiel der Lukas-Klinik zeige, dass der Plan, auf Zentralisierung und Spezialisierung zu setzen, nicht aufgehe, sagt Neumann als gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion. Schäfer befürchtet eine radikale Veränderung der Krankenhauslandschaft.

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