125 Jahre

SBV feiert sein Jubiläum bodenständig

Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Werner Bertl betonte die Vorteile, die Genossenschaften aus seiner Sicht bieten.
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Aufsichtsratsvorsitzender Hans-Werner Bertl betonte die Vorteile, die Genossenschaften aus seiner Sicht bieten.

Genossenschaft spendet insgesamt 12 500 Euro an zehn Kooperationspartner.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Ein riesiger Festakt war es nicht. Der, zeigte sich Ioanna Zacharaki (SPD) überzeugt, hätte allerdings auch nicht zum genossenschaftlichen Gedanken gepasst. Die Bürgermeisterin hielt das Grußwort bei der Feier zum 125-jährigen Bestehen des Solinger Spar- und Bauvereins (SBV) am Montagnachmittag. Im Waschhaus Weegerhof beging die Genossenschaft ihr Jubiläum mit geladenen Gästen aus Politik und Verwaltung sowie Kooperationspartnern.

Die Geschichte des SBV geht auf den 11. Juli 1897 zurück. An diesem Tag fand die Gründungsversammlung in der Gaststätte „Zur Reichspost“ statt. Die damalige Idee hat sich bewährt: 125 Jahre später zählt der Zusammenschluss zu den größten Wohnungsbaugenossenschaften im Rheinland. In der Klingenstadt hat der Spar- und Bauverein mehr als 14 000 Mitglieder und bewirtschaftet fast 6900 Wohnungen.
„Feiern wir den Abgesang auf ein Modell von vorgestern?“, fragte Hans-Werner Bertl. Um die Antwort gleich selbst zu liefern: „Nein, Genossenschaften behaupten sich seit mehr als 200 Jahren erfolgreich am Markt – auch im Hier und Jetzt.“ Seit 2009 ist Bertl Vorsitzender des SBV-Aufsichtsrats. In seiner Ansprache positionierte der frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Genossenschaften als Kontrapunkt zu Profitgier und Wachstumsstreben um jeden Preis.

„Wir-eG statt Ich-AG“, spitzte Bertl die Gegenüberstellung zu. Wirtschaftliche Nachhaltigkeit, solidarisches Wirtschaften, ethische und regionale Verantwortung sowie risikobewusstes Management zählte er zu den Grundsätzen des Spar- und Bauvereins. Gute Leistungen für die Mitglieder und der Fortbestand der Genossenschaft stünden im Mittelpunkt der Arbeit. Damit sei der SBV in den vergangenen 125 Jahren gut gefahren: „Genossenschaften sind das krisenfesteste System der weltweiten Wirtschaft.“

1897 sollte der Spar- und Bauverein Wohnungsnot lindern. 125 Jahre später ist die Situation auf dem Wohnungsmarkt wieder angespannt. In Zeiten von steigenden Mieten, als Ware gehandeltem Wohnraum und einem Mangel an Sozialwohnungen sieht Hans-Werner Bertl Genossenschaften als Chance, „das Grundrecht auf Wohnen zu garantieren“: „Wenn es sie nicht gäbe, müsste man sie erfinden.“

Zehn enge Kooperationspartner des Spar- und Bauvereins freuten sich über jeweils 1250 Euro.

Dem stimmte Ioanna Zacharaki zu. Werte wie Nachbarschaftspflege und Solidarität hätten noch immer Gültigkeit. In Richtung des Spar- und Bauvereins sagte Solingens Bürgermeisterin: „Für deine 125 Jahre hast du dich gut gehalten, bist fortschrittlicher und nachhaltiger denn je.“

Auf ein großes Fest haben die SBV-Verantwortlichen um den Vorstandsvorsitzenden Jürgen Dingel bewusst verzichtet. Stattdessen gab es das Jahr über verschiedene Aktionen. Unter anderem fanden Siedlungsrundgänge statt. In Zusammenarbeit mit der Stadt werden 125 neue Bäume gepflanzt. Zudem erhielten die 125 langjährigsten Mitglieder eine Überraschung – einige frisch eingezogene Mieterinnen und Mieter ebenfalls.

Am Montagabend bedachte der Spar- und Bauverein zehn seiner engsten Kooperationspartner jeweils mit einer Spende in Höhe von 1250 Euro. Hans-Werner Bertl, Jürgen Dingel und Moderator Hartmut Lemmer übergaben die symbolischen Schecks an den Nachbarschaftsverein Wir in der Hasseldelle, die Bürgerinitiative Rund um die Zietenstraße, die Elterninitiative Kinderladen, die Kitas Zietenstraße, Börkhauser Feld, Argonner Weg und Pünktchen, das Familienzentrum Mütze, die gemeinnützige EWFRa GmbH sowie die Beroma eG.

Mitglieder

Am 31. Dezember 2021 hatte der Spar- und Bauverein (SBV) Solingen 14 182 Mitglieder. Davon lebt knapp die Hälfte in einer Wohnung der Genossenschaft. Bei den übrigen knapp 50 Prozent handelt es sich um sogenannte Fördermitglieder, die SBV-Anteile haben oder ein Sparkonto unterhalten – oder beides. Die Genossenschaft ist demokratisch aufgebaut. Die Mitglieder wählen die rund 150 Personen in der Vertreterversammlung, die wiederum den Aufsichtsrat bestimmen, der den vierköpfigen Vorstand bestellt. Der SBV hat derzeit mehr als 125 Beschäftigte.

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