Untersuchung

Sauberkeit: Solingen schneidet gut ab

Immer wieder erreichen das ST Beschwerden über Chaos rund um Altglas- und Altkleidercontainer.
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Immer wieder erreichen das ST Beschwerden über Chaos rund um Altglas- und Altkleidercontainer.

Eine externe Untersuchung zeigt Handlungsbedarf bei Wertstoffsammelplätzen auf.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Solingen schneidet in Sachen Stadtsauberkeit gut ab. Das ist zumindest das Ergebnis einer Messung des Ahlener Instituts für Abfall, Abwasser und Infrastruktur-Management (INFA). Die Resultate wurden diese Woche im Zentralen Betriebsausschuss (ZBA) vorgestellt.

Seit 2019 gibt es in der Klingenstadt regelmäßig externe Sauberkeitsanalysen, 2021 fiel sie coronabedingt aus. Das Vorgehen hat Manuel Graf zufolge mehrere Vorteile. „Beim Thema Sauberkeit spielt das subjektive Empfinden eine wichtige Rolle“, erläuterte der Sachgebietsleiter für Stadtbildpflege und Winterdienst der Technischen Betriebe (TBS). Die Untersuchung durch INFA verspreche Objektivität und ermögliche den Vergleich mit anderen Kommunen.

Das Institut führt die Messung in 14 ähnlich strukturierten Städten durch, darunter Recklinghausen, Darmstadt und Hamm. Der Bewertung liegt eine Skala zugrunde. Ein Wert zwischen 6 und 8 bedeutet ein „sehr gutes Sauberkeitsergebnis“, 8 bis 10 sprechen für ein „gutes bis durchschnittliches“ Resultat, 10 bis 12 gilt als „ausreichend“, ein Ergebnis ab 12 als „unzureichend“. Werte unter 6 sind INFA zufolge „überdurchschnittlich gut“.

Bei der ersten Kontrolle in diesem Jahr errechneten die Experten für Solingen einen Wert von 7,6 – vor zwei Jahren war er mit 7,5 nahezu identisch. Zum Vergleich: die ähnlich gelagerten Städte erreichten durchschnittlich 9,4. Da über das Jahr verteilt regelmäßige Begehungen stattfinden, handelt es sich um eine Momentaufnahme. 2020 betrug Solingens Mittelwert über das gesamte Jahr gesehen 9,1.

Positiv bewerteten die Prüfer die Situation in der Klingenstadt an Papierkörben sowie auf Fahrbahnen, Verkehrsinseln, Parkplätzen und Treppen. Handlungsbedarf bestehe mit Blick auf das Straßenbegleitgrün sowie Wertstoffsammelplätze, zum Beispiel Altglas- und Altkleidercontainer. Abmildern könnte das Problem, Letztere hinsichtlich der Standortwahl sowie der Reinigungsqualität zu optimieren.

Als Teil des Problems sieht Martin Wegner zudem, dass die Behälter an sich kein Blickfang seien. Der Technische Betriebsleiter der TBS regte im ZBA an, sich mit Möglichkeiten zu beschäftigen, die Gefäße optisch aufzuwerten.

Für wenig sinnvoll halten die TBS hingegen eine Kampagne für mehr Sauberkeit, etwa mit Sprüchen auf Mülltonnen. Diese Idee hatte der Ausschussvorsitzende Frank Knoche (Grüne) ins Spiel gebracht. „Es gibt einen renitenten Teil der Gesellschaft von schätzungsweise zehn Prozent“, sagte Manuel Graf. Diese Gruppe sei nicht mit einer Kampagne erreichbar, sondern durch ordnungsbehördliche Maßnahmen. Um diese durchzusetzen, fehlen der zuständigen Behörde jedoch Kapazitäten.

Die TBS regen deshalb eine Prüfung an, ob Stadtbildwarte ordnungsbehördliche Aufgaben, die die Straßenordnung und Straßenreinigungssatzung betreffen, teilweise übernehmen könnten. Ein weiterer Vorschlag der TBS, um die Sauberkeit in der Stadt zu verbessern: Verstärkte Aufklärung von Grundstückseigentümern über ihre Pflichten als Anlieger, etwa Gehwege sauber zu halten. Die TBS seien in Sachen Sauberkeit nur einer der Akteure, betonte Graf. Zu den anderen zähle neben Anwohnern auch Straßen NRW. Mit dem Landesbetrieb befinde man sich bezüglich Müll entlang der Ein- und Ausfallstraße im Dialog.

Monika Tönnies (Grüne) machte auf Probleme mit offenen Müllbehältern aufmerksam. Diese würden immer wieder von Vögeln durchwühlt – mit Folgen für das Umfeld. Graf gab an, das Problem sei erkannt. Seien offene Tonnen defekt, werden diese dem TBS-Mann zufolge durch andere Modell ersetzt.

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Uli Preuss (SPD) erkundigte sich nach der Sauberkeit öffentlicher Toiletten. Die Technischen Betriebe seien für die Anlagen auf den Friedhöfen in Gräfrath, Ohligs und Burg zuständig, erklärte Graf. Dort erfolge eine tägliche Reinigung – bei Bedarf häufiger.

Hausmüll

Etwa 88 700 Tonnen Hausmüll haben die Solinger im vergangenen Jahr produziert. Das zeigt die Abfallbilanz der Technischen Betriebe. Im Vergleich zu den Vorjahren steht ein deutliches Plus: 2020 lag der Wert bei rund 82 600, 2020 bei 76 300 Tonnen.

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