Jugendhilfeeinrichtung

Sanierung des Halfeshofs hat begonnen

Das ehemalige Wirtschaftsgebäude des Halfeshofs wir aufwendig umgebaut. Vier Wohngruppen werden hier künftig untergebracht.
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Das ehemalige Wirtschaftsgebäude des Halfeshofs wir aufwendig umgebaut. Vier Wohngruppen werden hier künftig untergebracht.

Landschaftsverband Rheinland lässt seine Jugendhilfeeinrichtung für 44 Millionen Euro modernisieren

Von Andreas Tews

Solingen. Ein Gruppenhaus der Jugendhilfeeinrichtung Halfeshof ist bereits entkernt, im ehemaligen Wirtschaftsgebäude wird derzeit gearbeitet, Verträge mit Mietern wurden gekündigt. Die aufwendige Sanierung der vom Landschaftsverband Rheinland (LVR) betriebenen Einrichtung hat begonnen. Der Campus im Osten Solingens mit fast 40 Gebäuden – viele sind gut 100 Jahre alt – wird in den kommenden sechs Jahren saniert. Dafür hat der LVR 44 Millionen Euro eingeplant.

Der Halfeshof ist eine von vier Einrichtungen der Jugendhilfe Rheinland. Weitere Standorte sind in Remscheid, Euskirchen und Tönivorst. Im Halfeshof leben bis zu 180 Kinder und Jugendliche in 20 Wohngruppen. Darüber hinaus gibt 30 Tagesgruppenplätze. Zielgruppe sind verhaltensauffällige Jungen ab sechs Jahren. Sie sollen künftig in moderneren Räumen als bisher untergebracht sein.

Die Umbaupläne sehen laut LVR-Sprecherin Mariessa Radermacher vor, dass einzelne Gebäude wie die alte Festhalle, das Schwimmbad, Lagerhallen und Garagen abgerissen werden. Eine weitere Nutzung rechne sich aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht. Die restlichen Häuser werden saniert. Auch an der Infrastruktur, also unter anderem den Straßen werde gearbeitet. Die Jugendhilfeeinrichtung soll sich künftig räumlich auf den Kernbereich der Anlage konzentrieren. Vor allem Teile im östlichen Bereich des Areals (nördlich der Remscheider Straße) will der LVR verkaufen.

Bereits entkernt ist das Haus Nummer 17 im Westen des Geländes, nahe der Meigener Straße. Dort wurden früher Jungen im Alter von 8 bis 13 Jahren betreut. An dem Gebäude muss das Dach saniert werden. Auch an der Fassade, Fenstern und Türen sowie an Elektroinstallationen und Datenleitungen muss laut LVR gearbeitet werden.

Aktuell laufen die Arbeiten im früheren Wirtschaftsgebäude, das sich am zentralen Platz des Campus nahe der Einfahrt von der Meigener Straße befindet. Es wird nicht nur saniert, sondern auch aufwendig umgebaut. Hier sollen künftig vier Wohngruppen mit Intensivplätzen ihre neue Heimat finden.

Vier Mieter haben laut Radermacher inzwischen Kündigungen erhalten. Sie sollen ihre Wohnungen spätestens bis Ende nächsten Jahres verlassen. Dabei handele es sich um Räume im inneren Kreis des Heims, auf den sich künftig die Einrichtung konzentrieren will. Beim LVR bedauert man dies laut Radermacher zwar, weil die Mieter als Bereicherung für den Campus empfunden würden. Doch das Budget für den Umbau sei auf die reine Jugendeinrichtung beschränkt. Um zusätzlich neue Wohnungen zu schaffen, reiche der Betrag von 44 Millionen Euro nicht aus. Überraschend kamen die Kündigungen für die Mieter nicht. Bereits Ende 2017 habe der LVR sie bei einer Veranstaltung darüber informiert, berichtet die Sprecherin des Landschaftsverbandes.

Insgesamt müssen 32 Mieter mit Kündigungen rechnen – sieben gewerbliche Mieter und 25 in Wohnungen. Diese betreffen auch die Gebäude im östlichen Teil des Geländes, das der LVR verkaufen will.

Die Sanierung der von den aktuellen Kündigungen betroffenen Gebäude wird laut Radermacher im März 2022 beginnen.

Rheinische Jugendhilfeeinrichtungen

LVR: Der Landschaftsverband Rheinland ist ein Zweckverband der Kommunen des Rheinlands. Unter anderem im Bereich der Jugendhilfe oder der Kultur übernimmt er im Auftrag der Städte und Gemeinden Aufgaben von überörtlicher Bedeutung.

Jugendhilfe: Zu den Einrichtungen der rheinischen Jugendhilfe gehören neben dem Halfeshof in Solingen auch die LVR-Jugendhilfen Euskirchen und Fichtenhain (Tönisvorst) und das Jugendheim Steinberg (Remscheid).

Halfeshof: Das Angebot des Halfeshofs umfasst unter anderem Wohn- und Tagesgruppen für verhaltensauffällige Jungen ab sechs Jahren und eine Förderschule mit Primarstufe sowie Sekundarstufe I und II.

Geschichte: Auf dem heutigen mehr als 30 Hektar großen Halfeshof-Campus wurde 1908 von der damaligen preußischen Provinzialregierung ein neues Heim für bis zu 200 evangelische männliche Fürsorgezöglinge errichtet und 1910 bezogen. Bis heute werden auf diesem Areal verhaltensauffällige Jugendliche betreut und gefördert.

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