Aktion

Sängerin verarbeitet sexualisierte Gewalt musikalisch

Ornella Mikwasa gibt nicht nur Konzerte mit ihrer Band, sondern hat auch ein Musical geschrieben. Sie strebt eine Verfilmung an.
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Ornella Mikwasa gibt nicht nur Konzerte mit ihrer Band, sondern hat auch ein Musical geschrieben. Sie strebt eine Verfilmung an.

„Kongolesische Tage“ an der VHS erörterten positive wie negative Seiten des Landes.

Von Holger Hoeck

Solingen. Im Januar 1991 kam Ornella Mikwasa im Alter von vier Jahren mit ihrer Mutter und drei Schwestern nach Deutschland, um hier gemeinsam eine sichere Zukunft zu finden. Inzwischen ist die gebürtige Kongolesin 35 Jahre alt und professionelle Sängerin. Ein Konzert, in dem sie Lieder ihres eigenen Musical-Projekts „Fémina“ präsentierte, beendete am Wochenende die „Kongolesischen Tage“, die vier Tage lang an der Bergischen Volkshochschule (VHS) stattfanden.

„Rumba-Pop mit afrikanischen Einflüssen und deutschen Texten“ nennt Mikwasa ihre Musik, die von ihren kongolesischen Wurzeln geprägt ist. Bereits in der Grundschule entdeckte der Musiklehrer ihr Talent. Er nahm mit der zehnjährigen Ornella Studiolieder auf und organisierte kleine Konzerte. Später pendelte sie vier Jahre zwischen ihrer neuen Heimat und Amerika, wo ihr Onkel lebte. Wieder sesshaft in Deutschland, begann sie eine Lehre als Speditionskauffrau, blieb der kongolesischen Musik aber treu. Mit 28 Jahren entschied sie sich schließlich für eine Karriere als Musikerin.

2019 begann sie, regelmäßig mit ihrer Band Konzerte zu geben und für ihre Songs zu werben. Als die Pandemie für eine Zwangspause sorgte, entwickelte sie das Konzept zu „Fémina“, das jüngst Doppel-Premiere in Dortmund feierte. „Im Musical und dem gleichnamigen Album geht es um sexualisierte Gewalt gegen Frauen im Kongo – ein Thema, das lange Zeit in der Gesellschaft tabuisiert wurde. Damit möchte ich Frauen und Mädchen ermuntern, selbstbewusst zu sein und Respekt einzufordern. Und ich möchte sie als starke Wesen darstellen“, erläutert Mikwasa, die zudem eine filmische Realisierung ihres Musicals anstrebt.

Tage enden mit kulinarischer Reise durch das Land

Dr. Heinz-Werner Würzler, Fachbereichsleiter für Politik, Kultur und Umwelt an der gastgebenden VHS, zog eine zufriedenstellende Bilanz der „Kongolesischen Tage“, die in Kooperation mit dem Friedensnetzwerk Kongo Eindrücke von Natur und Kulturvielfalt des Landes lieferten, wie auch dessen Schattenseiten thematisierten. Hierzu zählen die wirtschaftliche Ausbeutung der Boden- und Kunstschätze sowie das Erbe des Kolonialismus.

„Es gab mehrere Vorträge und eine Filmvorführung. Auch hier stieß das Thema der sexualisierten Gewalt auf ein großes Interesse“, blickte Würzler zurück. Nach mehrtägigen Erörterungen konnten die Konzertbesucher zudem noch eine kulinarische Reise durch das Land antreten.

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