Chor

Sängerbund Gräfrath besteht seit 175 Jahren

Im evangelischen Gemeindezentrum an der Zwinglistraße zeichneten (v. l.) Andreas Imgrund, Vorsitzender des Chorverbands Solingen/Wuppertal und Karin Emme, Vorsitzende des Sängerbundes Gräfrath die treuen Mitglieder Gisela Hülstrunk, Dorothe Lemmermann und Arthur Jacob (nicht auf dem Foto) aus. Foto: Christian Beier
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Im evangelischen Gemeindezentrum an der Zwinglistraße zeichneten (v. l.) Andreas Imgrund, Vorsitzender des Chorverbands Solingen/Wuppertal und Karin Emme, Vorsitzende des Sängerbundes Gräfrath die treuen Mitglieder Gisela Hülstrunk, Dorothe Lemmermann und Arthur Jacob (nicht auf dem Foto) aus.

Die Jubiläumsfeier muss ausfallen – die Auszeichnung treuer Sänger nicht.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. 175 Jahre alt ist der Sängerbund Gräfrath 1846 nun. Ein wunderbarer Anlass zum Feiern – eigentlich. Denn leider musste in diesem Jubiläumsjahr alles ausfallen, was zur Ehrung des besonderen Geburtstages geplant war: das für den Frühjahr geplante Opern- und Operettenkonzert mit Orchesterbegleitung und Solisten, das gemeinsame Konzert mit dem Chor Con Brio im September und auch alle größeren angedachten Geselligkeiten.

Gisela Hülstrunk singt seit 75 Jahren im Chor

Nun konnten zumindest die Ehrungen der langjährigen Mitglieder bei der Jahreshauptversammlung stattfinden: Andreas Imgrund, Vorsitzender des Chorverbands Solingen/Wuppertal überreichte Gisela Hülstrunk eine Urkunde für 75-jährige aktive Sängerschaft und Dorothe Lettermann für 50 Jahre Mitgliedschaft im Chorverband. Artur Jacob, der 60 Jahre dabei ist, war nicht anwesend. Auch Karin Emme, die Vorsitzende des Sängerbundes gratulierte mit Blumen und einer eigenen Urkunde des Chors. Sie schaut, der Pandemie und der aktuell erneut schwierigen Lage zum Trotz, optimistisch in die Zukunft. „Wir haben uns jetzt, nach all den Absagen und einem von vornherein beschlossenen Verzicht auf ein diesjähriges Weihnachtskonzert für den Frühling ein Spaß-Konzert mit kessen Liedern vorgenommen, das wir nun mit unserem Chorleiter Stefan Steinröhder einstudieren“, sagt sie. „Der Termin, 27. März, steht fest, damit wir ein klares Ziel haben.“ Nicht nur „so vor sich hin“ zu proben, sondern einen Fixpunkt zu haben, auf den man mit der Chorarbeit zusteuere, sei wichtig für die Motivation, sagt sie aus der Erfahrung der letzten anderthalb Jahre, in denen teilweise nichts mehr lief beim Sängerbund. Deshalb sei ein Kindermusical im September geplant – und ein Weihnachtskonzert 2022 in der Stadtkirche.

Im ersten Lockdown habe es eine gefühlt ewige Chor-Pause gegeben, die dann im Spätsommer 2020 mit vorsichtigen Proben in kleinem Gruppen – Abstandsmarkierungen auf dem Boden wurden dabei akribisch eingehalten – allmählich zu Ende ging. „Bis dann gar nichts mehr ging“, schaut Emme zurück. Im vergangenen Frühling scheiterte der Versuch digitaler Proben. „Das war eine Krücke, um sich mal zu sehen, aber das mit dem Singen hat online nicht gut funktioniert“, sagt sie.

Leider habe die Durststrecke zu einer Mitglieder-Reduzierung geführt. „Wir sind jetzt 27 aktive Sänger und Sängerinnen“, sagt sie, hofft auf bessere Zeiten und Interesse von Jüngeren. „Wie bei nahezu allen Chören besteht sowieso ein deutlicher Tenor- Mangel. Aber auch alle anderen Stimmen sind herzlich willkommen.“

Dass die Zeiten für Chöre gerade düster sind, stellt auch Andreas Imgrund fest. „Ein zweites Mal fast nirgendwo Advents- und Weihnachtskonzerte, das ist schon bitter“, sagt er. „Viele Ensembles hatten sich gerade wieder erleichtert auf Normalität gefreut und etwas erarbeitet – und sagen gerade nicht nur reihenweise ihre geplanten Konzerte im Dezember ab, sondern unterbrechen in Eigenverantwortung die Proben bis zum Ende des Jahres ab.“ So auch der Sängerbund. „Nach dieser Jahreshauptversammlung ist Schluss für 2021“, sagt Karin Emme. „Unsere geplante Weihnachtsfeier am 20. Dezember wird auch nicht stattfinden. Für sie und auch für Andreas Imgrund wäre das ein völlig falsches Zeichen. „Wir können doch nicht singen während auf den Intensivstationen wieder reihenweise Menschen sterben“, sagt Karin Emme.

Sängerbund

Proben: Montags von 19 bis 20.45 Uhr im Gemeindehaus auf der Zwinglistraße in Gräfrath.

Auszeichnungen: Der Gräfrather Sängerbund ist Inhaber des Staatsdiploms für Kunst, Wissenschaft, Volksbildung und der Zelterplakette sowie Träger der Zuccalmaglio-Medaille.

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