Lesung

Sabine Bode hat die Lacher auf ihrer Seite

Sabine Bode setzt auf viel Selbstironie. Foto: Olli Haas
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Sabine Bode setzt auf viel Selbstironie.

Lesung in der Stadtbibliothek.

Von Jutta Schreiber-Lenz

Solingen. Gerade in trüben Coronavirus-Zeiten tut es gut, mal herzhaft zu lachen. Das schien sich das 50-köpfige und vornehmlich weibliche Publikum der Lesung mit Sabine Bode gesagt zu haben, als es die Karten für die Veranstaltung in der Stadtbibliothek kaufte. Denn genau dafür war dann am Donnerstagabend auch reichlich Gelegenheit: Die Bochumer Komikerin kam mit dem trockenen Humor in ihrem Programm „Älter werden ist voll sexy, man stöhnt mehr“ bei den Zuhörern bestens an.

„Mädels, der Drops ist gelutscht.“

Sabine Bode, Komikerin

Treffsicher formulierte Bode zweimal 45 Minuten lang die alltäglichen Fragen im Leben von „Mittelage-Frauen“ und lieferte dabei pausenlos Gags. Hinter den von ihrer Agentur angekündigten „Pointenreichen Plaudereien für Postjugendliche“ – „Ich nehme an, hier sitzen heute Abend in erster Linie Vornamen wie Elke, Petra Andrea, Gabi und Steffi“ – verbargen sich sentimentale Erinnerungen. Unter anderem an die Werbung der 80er Jahre, in der eine Clementine Blut-und-Kakao- Flecken lächelnd mit Ariel „nicht nur sauber, sondern rein“ wusch. Aber auch reihenweise Horrorszenarien bei immer häufiger nötigen Arztbesuchen lösten viel Heiterkeit im Auditorium aus. Das geschilderte Problem, den gewünschten „MSU“ – Mittelstrahl-Urin – auf einer Praxis-Toilette in einem Plastik-Becherchen abzupassen, schienen ausnahmslos alle zu kennen. Den Trick, eine in der Handtasche vergessene Packung Capri-Sonne als Rettung einzusetzen, offenbar bis dato noch keiner. „Wat wollteste noch mal inne Küche?“ schien ebenfalls eine – wenn auch in anderem Idiom gedachte Erfahrung zu sein, die das Solinger Publikum mit der Bochumer Kabarettistin und Autorin teilte.

Die Erkenntnis „Mädels, der Drops ist gelutscht“ sorgte aber nicht für Frustrationen, sondern – Seite an Seite mit Schicksalsgenossinnen – zu heiterer Selbsterkenntnis und befreiendem Lachen. Viel Beifall also für einen amüsanten Abend mit selbstironischer Selbsthilfe-Gruppen-Wirkung und der Lust auf mehr.

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