Notunterkunft an der Schützenstraße

Rotes Kreuz versorgt Hunderte Betroffene

Feldbetten und Sitzgelegenheiten standen in der Halle an der Schützenstraße für die Betroffenen bereit. Foto: Manuel Böhnke
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Feldbetten und Sitzgelegenheiten standen in der Halle an der Schützenstraße für die Betroffenen bereit.

Um kurz nach 12 Uhr konnten mit Marina Lukyanenko und ihrer Hündin Pina am Donnerstag die letzten Solinger die Sporthalle an der Schützenstraße verlassen.

Von Manuel Böhnke

Solingen. Binnen kürzester Zeit hatte das Deutsche Rote Kreuz (DRK) dort eine Notunterkunft für Menschen eingerichtet, die wegen des Hochwassers ihr Haus räumen mussten. In der Spitze nahmen das Angebot mehr als 100 Betroffene wahr, über Nacht blieben 20 bis 30.

„Es war große Aufregung zu spüren, aber alle waren überaus dankbar“, nahm DRK-Einsatzleiter Martin Königsmann die Stimmung in der Halle wahr. Er und zahlreiche ehrenamtliche Helfer versorgten die Menschen mit Essen und Getränken. Außerdem wurde versucht, Übernachtungsmöglichkeiten zu organisieren. Teilweise fanden sie einen Platz in Hotels und Ferienwohnungen. Auch in den Containern am Roten Esel in Wald kamen einige unter.

Gegen 23.30 Uhr hatte Marina Lukyanenko Mittwochnacht ihre Wohnung an der Hasencleverstraße in Unterburg verlassen müssen. „Da blieb nur Zeit, das Wichtigste einzupacken“, erzählte die Solingerin. Zunächst kam sie bei einem Bekannten unter, konnte dort aber nicht bleiben und kam deshalb am Donnerstagmorgen in die Halle an der Schützenstraße. „Ich bin sehr froh, dass es dieses Angebot gibt“, sagte sie. Am Mittag hatte das DRK auch für Lukyanenko eine provisorische Bleibe organisiert, bis sie in ihr gewohntes Umfeld zurückkehren konnte.

Die Solidarität mit den Solingern aus den evakuierten Gebieten ist groß. Am Mittwochabend waren im Sozialen Netzwerk Facebook zahlreiche Übernachtungsangebote zu lesen. In einer eigens für diesen Zweck gegründeten Gruppe wurden Hilfsangebote gemacht. Die Mitgliederzahl stieg binnen weniger Stunden auf mehr als 500 an.

„Das Wasser reichte mir zu den Waden. Wenige Minuten später stand es an gleicher Stelle hüfthoch.“

Janine de la Motte, Anwohnerin der Papiermühle

Der Großteil der Betroffenen dürfte bei Freunden, Bekannten und Verwandten untergekommen sein – so wie Janine de la Motte. Gegen 1 Uhr machte sich die Anwohnerin der Papiermühle auf den Weg zu ihren Eltern im sicheren Merscheid. Früher am Abend hatten Nachbarn und sie versucht, das gefährdetste Haus der Hofschaft mit Sandsäcken und Barrieren gegen die Fluten zu schützen – durchaus erfolgreich. „Soweit ich weiß, beschränken sich die Schäden auf den Keller.“

Beeindruckt zeigte sich de la Motto von der Geschwindigkeit, in der der Pegel der Wupper anstieg. „Das Wasser reichte mir zu den Waden. Wenige Minuten später stand es an gleicher Stelle hüfthoch.“

Wir haben auch in unserem Hochwasser-Live-Blog ausführlich berichtet.

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