Pandemie

Um Romy bei Laune zu halten, wird beim Schach die Dame geopfert

Romy findet keinen Spaß am Schach, schlägt sich aber tapfer. Foto: Christian Beier
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Romy findet keinen Spaß am Schach, schlägt sich aber tapfer.

ST-Fotograf Christian Beier und seine Familie hüten unfreiwillig das Haus. Er berichtet vom elften Tag der Corona-Quarantäne.

Von Christian Beier

Solingen. Romy und ich haben mittlerweile das zweite Wochenende ohne Ausgang hinter uns, während Nadine, die eigentlich positiv Getestete, sich schon wieder frei bewegen darf. Ausgedehnte Spaziergänge mit dem Hund und Shoppen im Hofgarten. Sie nutzt ihre wiedergewonnene Freiheit schamlos aus. Wir, die wir weiterhin eingesperrt sind, finden das absolut ungerecht. Außerdem wird es Zeit, dass ich mich mal wieder etwas mehr bewege. Meine Fitnessuhr zeigt mir seit Tagen an, dass ich mein Soll nicht erfülle und der Zeiger unserer Waage ist mit brutaler Sturheit in den dreistelligen Bereich vorgedrungen. Ich kann mich allerdings nicht dazu durchringen beim Sportprogramm der Damen einzusteigen. Im TV im Wohnzimmer lädt ein brasilianischer Fitnesscoach zum Zumba ein. Das ist überhaupt nicht mein Ding.

Ich habe Romy versprochen mit ihr eine Stunde „Switch“ zu spielen. Eine Spielekonsole rund um Mario, Luigi und andere digitale Freunden. Schnell wird mir bewusst, dass meine Erfahrungen mit dem Commodore 64 hier nicht mehr helfen. Zu lange liegen meine Fingerübungen mit dem Joystick zurück, zu komplex sind die Grafiken für mein eingerostetes Hirn. Weder beim Autorennen noch beim Geschicklichkeitsparcours habe ich die geringste Schnitte.

Zum Ausgleich habe ich eine Partie Schach erbeten. Der Staub auf dem Spielbrett ist unübersehbar, aber schnell ist man wieder guter Dinge. Besonders bei einer unerfahrenen Gegnerin, die nachfragt, ob die Dame auch springen kann wie ein Pferd. Leider reizt sie das analoge Spiel nicht im Geringsten. Um sie bei Laune zu halten, opfere ich Bauern und zuletzt meine Dame – aber nur, weil ich kurz nicht aufgepasst habe. Noch zwei ganze Tage „Arrest“ und wir dürfen endlich wieder zur Arbeit, zur Schule und einfach mal wieder unter Leute. Hurra!

Bei einem Corona-Routinetest kam völlig unerwartet das Ergebnis „positiv“. Für ST-Fotograf Christian Beier und seine Familie bedeutet das: zwei Wochen lang Quarantäne in den eigenen vier Wänden. Von seinen Erfahrungen berichtet Christian Beier im Tagebuchformat.

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