ST-Uni-Vortrag

Die rollende Zukunft im Bergischen ist elektrisch

Beim ST-Uni-Vortrag forderte Prof. Benedikt Schmülling mehr Mut zur Energiewende in der Mobilität. Auf Dauer seien E-Autos ökologischer und auch wirtschaftlicher. Das zeigten viele Berechnungen. Foto: Christian Beier
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Beim ST-Uni-Vortrag forderte Prof. Benedikt Schmülling mehr Mut zur Energiewende in der Mobilität. Auf Dauer seien E-Autos ökologischer und auch wirtschaftlicher. Das zeigten viele Berechnungen.

Prof. Benedikt Schmülling sprach beim ST-Uni-Vortrag zu Trends künftiger Fortbewegung.

Von Philipp Müller

Diesel-Skandal, Klimawandel und geänderte Formen der Mobilität bringen immer wieder ein Thema auf die Tagesordnung: Liegt unsere Zukunft in der elektrischen Mobilität und wie sieht diese aus? Prof. Dr. Benedikt Schmülling sprach dazu beim ST-Uni-Vortrag im Gründer- und Technologie-Zentrum (GuT).

Sein Fazit: Die Preise, vor allem für die Batterien, werden sinken. Der Einsatz von erneuerbaren Engegien zum Aufladen der E-Fahrzeuge macht diese ökologischer. Unter dem Strich werde die E-Mobilität die Luft besser machen – ein Aspekt das angesichts der aktuellen Diskussion über Fahrverbote von Dieseln besonders ins Gewicht fällt. Die rollende Zukunft im Bergischen sei elektrisch.

Knapp 150 Besucher füllten den rappelvollen Saal im GuT, einige mussten sogar stehen. Die Solinger hatten viele Fragen mitgebracht, die der 38-jährige Wuppertaler gerne und geduldig beantwortete.

In der Summe seines Vortrags ist folgender Trend erkennbar: Haupt-Preistreiber bei E-Fahrzeugen ist die Batterie. Kostete die Herstellung für eine Kilowattstunde Batterie 2010 noch 1000 US-Dollar, liegt der Preis heute bei 200, teils darunter und wird in etwa fünf Jahren bei 100 Dollar liegen. Das macht die Anschaffung der Pkw wirtschaftlicher.

Umstritten ist die Öko-Bilanz der E-Fahrzeuge. Weil bei der Produktion der E-Fahrzeuge bis zu zehn Tonnen CO2 anfallen, bei Benzinern nur sechs Tonnen, müssen sie rund 100 000 Kilometer laufen, bis sie ökologisch in den Gewinnbereich kommen. Aber Schmülling betonte auch, neue Zahlen deuteten auf bessere Bilanzen hin. Aber er hielt am Szenario der schlimmsten Zahlen fest. Er erklärte, warum der E-Motor dauerhaft nicht aufzuhalten sei. Verpuffe bei einem Verbrennungsmotor 72 Prozent der eingesetzten Energie, bevor sich der Reifen dreht, seien es beim elektrischen Antrieb nur fünf Prozent. Könne man den E-Pkw von Anfang an mit regenerativen Energien laden, liege seine Ökobilanz vom ersten Tag an im Plus gegenüber den Motoren, die fossilen Brennstoff benötigen.

Aber Schmülling verlangte auch ein Umdenken. Die E-Mobilität müsse populärer werden. China mache das vor. In Deutschland wurden 2017 25 000 E-Autos zugelassen, in China fast 800 000. Bei den E-Bussen ist es noch krasser. Von 345 000 in 2016 produzierten Bussen rollen 343 000 in China – in Europa 1270. Solingen setze da schon aufs richtige Pferd: „Der O-Bus ist zwar ein Relikt alter Zeiten, aber mit Batterie hochflexibel.“ Damit spielte er auf den neuen BOB an.

In Sachen Mobilität beschreitet der Professor selbst schon moderne Wege und ist bespielgebend. Der Renault Zoe, mit dem Schmülling am Montag zum Uni-Vortrag fuhr, ist ein Dienstfahrzeug der Bergischen Universität. Bei Bedarf nutzt er außerdem ein Car-Sharing-Auto ein. Schmülling ist überzeugt, dass sich das Mobilitätsverhalten schon in naher Zukunft generell verändern wird. Und ergänzt: „Wegen des Klimawandels muss das auch sein“.

UNI-VORTRAGSREIHE

REFERENT Prof. Dr.-Ing. Benedikt Schmülling (38) stammt aus Herne. Er hat an der TH Dortmund Elektrotechnik studiert und an der RWTH Aachen promoviert. An der Bergischen Universität ist er seit 2012 und seit April 2018 als Universitätsprofessor und Inhaber des Lehrstuhls für Elektromobilität und Energiespeichersysteme tätig. 

TERMINE Fortsetzung der ST-Uni-Vortragsreihe ab März 2019.

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